Fischart

Seeforelle

Salmo trutta lacustris

LachsforelleGrundforelleSalmo trutta lacustrisSeeforellen

Die Seeforelle lebt in tiefen, kalten und sehr sauerstoffreichen Seen, vor allem im Alpen- und Voralpenraum1. Bekannte Gewässer sind Bodensee, Walchensee, Starnberger See und viele weitere Bergseen[

Abbildung zu Seeforelle
Wissenschaftlicher NameSalmo trutta lacustris
FamilieLachsfische
Größe50–80 cm (max 140 cm)
Gewicht1,5–5 kg (max ca. 30 kg, FishBase nennt sogar 50 kg)
Alterbis ca. 38 Jahre

Großwüchsige Forellenform, die in tiefen, kalten Bergseen wie dem Bodensee lebt und dort über einen Meter lang werden kann1. Trägt viele kleine schwarze Punkte bis zum Bauch und eine Fettflosse mit oft rötlichem Rand. Zum Laichen wandert sie im Herbst in die Zuflüsse und jagt im See vor allem kleine Renken2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Seeforelle mit markierten Erkennungsmerkmalen Schwarze PunkteFettflosseTiefe Maulspalte
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Großer, kräftiger Verwandter der Forelle
  • Viele kleine schwarze Punkte bis zum Bauch
  • Keine rot-blau umrandeten Tupfen wie die Bachforelle
  • Fettflosse oft mit rötlichem Rand
  • Tiefe Maulspalte, die bis hinter das Auge reicht
  • Spindelförmiger, gestreckter Körper
  • Silbrige Grundfärbung bei großen Tieren

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Bachforelle
Bachforelle

Die Bachforelle hat rote, hell umrandete Tupfen und bleibt deutlich kleiner; die Seeforelle ist die großwüchsige Seenform derselben Art.

Bachforelle im Lexikon
Abbildung zu Meerforelle
Meerforelle

Sehr ähnlich (gleiche Art), unterscheidet sich vor allem durch den Lebensraum: Die Meerforelle wandert ins Meer, die Seeforelle bleibt im See.

Meerforelle im Lexikon
Abbildung zu Lachs
Lachs

Der Lachs hat größere und insgesamt weniger Schuppen sowie einen schlankeren Schwanzstiel.

Lachs im Lexikon
Abbildung zu Regenbogenforelle
Regenbogenforelle

Die Regenbogenforelle trägt ein rosa-violettes Längsband an der Seite und schwarze Punkte bis auf der Schwanzflosse; der Seeforelle fehlt dieses Band.

Regenbogenforelle im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Seeforelle lebt in tiefen, kalten und sehr sauerstoffreichen Seen, vor allem im Alpen- und Voralpenraum1. Bekannte Gewässer sind Bodensee, Walchensee, Starnberger See und viele weitere Bergseen1. Sie ist eigentlich nur eine besonders großwüchsige Form der gewöhnlichen Forelle, die im weiten Freiwasser großer Seen viel kräftiger wird als ihre Verwandten im Bach1.

Verbreitung

Verbreitet ist sie in Mitteleuropa, im gesamten Alpenraum, in Skandinavien, im Baltikum, in Nordrussland sowie auf den Britischen Inseln und Island1. In Deutschland findet man sie vor allem in den tiefen Seen Süddeutschlands1. Am Bodensee war der Bestand lange stark zurückgegangen, erholt sich aber dank durchgängiger Zuflüsse und Besatzmaßnahmen wieder4.

Nahrung

Junge Seeforellen fressen in den Zuflüssen und am Ufer vor allem Insekten und kleine wirbellose Tiere2. Sobald sie ins freie Wasser des Sees ziehen, jagen sie fast nur noch kleine Fische2. Bevorzugte Beute sind Schwarmfische wie Renken (Felchen) und Lauben2.

Fortpflanzung

Zum Laichen wandert die Seeforelle von September bis Dezember in die Zuflüsse ihres Sees, nur selten laicht sie im See selbst2. Das Weibchen legt rund 1000 bis 2000 Eier je Kilogramm Körpergewicht in Laichgruben im Kiesgrund ab2. Versperrte Zuflüsse und verdichteter Kiesgrund waren lange ein Hauptgrund für den Rückgang der Bestände4.

Angelwissen

Köder und Praxis

Schlanker Wobbler10–15 cm, silber oder FischfarbeBlinkergroßer Löffel, schnell geführtKöderfischkleine Renke beim SchleppenGummifischnatürliche Farben, tiefes WasserPerlmuttspangeblinkend beim Schleppfischen
Praxistipp

Am erfolgreichsten ist das Schleppangeln vom Boot, bei dem du Köder in verschiedenen Tiefen anbietest5. Frühling und der September vor der Schonzeit sind die besten Zeiten5. Fische früh am Morgen und in der Dämmerung, wenn die Forellen aus der Tiefe in mittlere Wasserschichten aufsteigen5.

Schlaumeierwissen

Die Seeforelle gilt als begehrter Speisefisch mit zartem, fettarmem Fleisch6. Wusstest du, dass ihr Geschmack stark von der Wasserqualität ihres Sees abhängt6? Geräuchert ist sie eine echte Delikatesse, dafür legt man sie aber erst 12 bis 24 Stunden in Salzlake ein6.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 4.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 4.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 1.5 von 5Größe4.0Häufigkeit1.0Kampfstärke4.0Tafelqualität4.0Verwechslung4.0Schutz1.5
4.0
Größe

Mit typisch 50–80 cm und Ausnahmeexemplaren über 1 Meter und bis zu 30 kg zählt sie zu den großen heimischen Fischen3.

1.0
Häufigkeit

Nur in wenigen tiefen Alpen- und Voralpenseen verbreitet1; am Bodensee war der Bestand lange stark zurückgegangen und erholt sich erst wieder4.

4.0
Kampfstärke

Kräftiger Räuber des Freiwassers, der beim Schleppangeln lange, ausdauernde Fluchten zeigt5.

4.0
Tafelqualität

Gilt als begehrter Speisefisch mit zartem, würzigem und eher fettarmem Fleisch6.

4.0
Verwechslung

Schwer von Meerforelle, Bachforelle und Lachs zu unterscheiden; junge Tiere tragen sogar zeitweise rote Punkte, was eine Bestimmung am Wasser erschwert7.

1.5
Schutz

Schonzeit in 7 Bundesländern. Mindestmaß 25–60 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg50 cm01.10–28.02Quelle
Bayern60 cm01.10–15.03Quelle
Berlin60 cm01.10–31.05Quelle
Brandenburg60 cm16.10–15.04Gilt für Satzfische; wilde Seeforelle ist ganzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
Hessen25 cm01.10–31.03Entnahmefenster 25-60 cm (Atlantische Forelle)Quelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-Westfalen50 cm20.10–15.03Quelle
Rheinland-Pfalz60 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen60 cm01.10–30.04Quelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishlake brown troutAuch: lake trout
NiederländischNederlandsmeerforel
DänischDansksøørred
NorwegischNorsk (Bokmål)innsjøørret
SchwedischSvenskainsjööringAuch: sjööring
FinnischSuomijärvitaimen
FranzösischFrançaistruite de lac
ItalienischItalianotrota di lago
SpanischEspañoltrucha de lago
KroatischHrvatskijezerska pastrva
PolnischPolskitroć jeziorowa
TschechischČeštinapstruh obecný jezerníAuch: pstruh jezerní

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Angeln-Wissen: Seeforelle
  2. 2Fische-Arten: Seeforelle
  3. 3Generation Blue: Seeforelle
  4. 4IGKB: Bodensee-Seeforelle
  5. 5Angelmagazin: Seeforelle angeln
  6. 6FrischeParadies: Süßwasserfisch
  7. 7SAB Sportanglerbund: Die Seeforelle
  8. 8www.landesrecht-bw.de
  9. 9www.gesetze-bayern.de
  10. 10www.berlin.de
  11. 11angelmagazin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13recht.nrw.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15www.fischerei.sachsen.de
  16. 16Wikipedia

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