Fischart

Steinbeißer

Cobitis taenia

DorngrundelCobitis taenia

Der Steinbeißer lebt am Boden von flachen, langsam fließenden und stehenden Gewässern der Niederungen, am liebsten über sandigem Grund1. Tagsüber gräbt er sich fast vollständig in den Sand ein, soda

Abbildung zu Steinbeißer
Wissenschaftlicher NameCobitis taenia
FamilieSteinbeißer (Cobitidae)
Größe8–10 cm (Weibchen bis 12 cm)[1][2]
Gewichtwenige Gramm (sehr leicht)
Alter3–5 Jahre (in Gefangenschaft bis 10 Jahre)[5]

Winziger, seitlich flachgedrückter Bodenfisch mit gelbbrauner Grundfarbe und einer auffälligen Reihe dunkler Flecken an der Seite1. Tagsüber liegt er fast komplett im Sand vergraben, nur Augen und Oberlippe schauen heraus1. Sein zweiter Name Dorngrundel verrät seine Geheimwaffe: einen beweglichen Dorn unter dem Auge1.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Steinbeißer mit markierten Erkennungsmerkmalen AugendornSechs BartelnDunkle FleckenreiheFlacher Körper
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Langgestreckter, seitlich stark abgeflachter Körper
  • Sechs kurze Barteln rund ums Maul
  • Beweglicher, zweispitziger Dorn unter dem Auge
  • Gelbbraune Grundfarbe mit dunklen Längsstreifen
  • Reihe größerer dunkler Flecken an der Seite
  • Blassgelber bis oranger Bauch
  • Kleiner Bodenfisch, meist 8–10 cm

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Schlammpeitzger
Schlammpeitzger

Der Schlammpeitzger ist deutlich länger und walzenförmig und trägt zehn Barteln; der Steinbeißer ist seitlich flach, bleibt klein und hat nur sechs kurze Barteln.

Schlammpeitzger im Lexikon
Abbildung zu Schmerle
Schmerle

Die Schmerle hat einen rundlichen, walzenförmigen Körper und keine dunkle Fleckenreihe an der Seite; dem Steinbeißer fehlt dieser runde Querschnitt, dafür hat er den auffälligen Augendorn.

Schmerle im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Steinbeißer lebt am Boden von flachen, langsam fließenden und stehenden Gewässern der Niederungen, am liebsten über sandigem Grund1. Tagsüber gräbt er sich fast vollständig in den Sand ein, sodass nur Augen und Oberlippe herausschauen, und wird erst in der Dämmerung aktiv1. In sauerstoffarmen Phasen schluckt er an der Oberfläche Luft und nimmt den Sauerstoff über den Darm auf, eine Notlösung, die nur wenige Fische beherrschen5.

Verbreitung

In Deutschland liegt der Schwerpunkt der Verbreitung in der norddeutschen Tiefebene, dazu kommt er in Teilen des Rheintals vor1. Im Donausystem fehlt die Art dagegen1. Sein Gesamtverbreitungsgebiet reicht von Frankreich über Mitteleuropa und Südskandinavien bis nach Russland zum Ural1.

Nahrung

Der Steinbeißer sucht seine Nahrung vor allem nachts am Gewässerboden2. Dabei nimmt er feinen Sand und Schlamm ins Maul, filtert kleine Bodentiere und organische Reste heraus und spuckt das Substrat wieder aus1. Genau dieses Durchkauen des Bodengrunds hat dem Fisch seinen Namen eingebracht1.

Fortpflanzung

Die Laichzeit reicht von April bis Juli2. Die Weibchen kleben ihre Eier portionsweise an flachen, ruhigen Stellen an Steine, Wurzeln oder Wasserpflanzen, wo sie von den Männchen befruchtet werden2. Eine Besonderheit: Manche Steinbeißer-Weibchen können sich auch ungeschlechtlich vermehren und sich praktisch selbst klonen2.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Der Steinbeißer ist kein Zielfisch, sondern europaweit geschützt5. Sollte er beim Stippen oder Gründeln einmal als Beifang an den Haken gehen, fass ihn nur mit nassen Händen an und setze ihn sofort schonend an derselben Stelle zurück, am besten über sandigem Grund, in den er sich gleich wieder eingraben kann.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Steinbeißer notfalls durch den Po atmet? Wird das Wasser sauerstoffarm, schluckt er an der Oberfläche Luft, entzieht ihr im Darm den Sauerstoff und stößt den Rest hinten wieder aus5. Seinen Namen verdankt er übrigens dem ständigen Durchkauen von Sand auf der Nahrungssuche1.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 0.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 4.0 von 5Größe0.0Häufigkeit1.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung3.0Schutz4.0
0.0
Größe

Ein echter Zwerg unter den heimischen Fischen: meist nur 8–10 cm, Weibchen selten bis 12 cm12. Damit gehört der Steinbeißer zu den kleinsten Arten überhaupt.

1.0
Häufigkeit

Im norddeutschen Tiefland und Teilen des Rheintals verbreitet1, aber wegen seiner versteckten, nachtaktiven Lebensweise bekommt man ihn so gut wie nie zu Gesicht.

0.0
Kampfstärke

Als nur wenige Gramm schwerer Bodenfisch bietet der Steinbeißer keinerlei Drillerlebnis und ist ohnehin kein Angelfisch.

0.0
Tafelqualität

Der Steinbeißer steht in Anhang II der europäischen FFH-Richtlinie3 und wird weder beangelt noch verzehrt.

3.0
Verwechslung

Durch den flachen Körper, die sechs Barteln und den Augendorn gut kenntlich, am ehesten verwechselbar mit dem länger gestreckten Schlammpeitzger4 oder der walzenförmigen Schmerle.

4.0
Schutz

Ganzjährig geschützt in 15 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Mecklenburg-Vorpommern.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine Angabe01.04–31.07Nur BinnenQuelle
NiedersachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztCobitis taenia inkl. HybridenQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishspined loach
NiederländischNederlandskleine modderkruiper
DänischDanskpigsmerling
NorwegischNorsk (Bokmål)piggmerling
SchwedischSvenskanissöga
FinnischSuomirantanuoliainen
FranzösischFrançaisloche de rivière
ItalienischItalianocobiteAuch: cobite comune
SpanischEspañolcolmilleja
KroatischHrvatskivijun
PolnischPolskikozaAuch: koza pospolita
TschechischČeštinasekavecAuch: sekavec písečný

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Deutschlands Natur – Steinbeißer
  2. 2Fischlexikon – Steinbeißer
  3. 3BfN – Artenportrait Cobitis taenia
  4. 4NLWKN – Steinbeißer, Dorngrundel
  5. 5Natura 2000 RLP – Steinbeißer
  6. 6www.landesrecht-bw.de
  7. 7www.gesetze-bayern.de
  8. 8www.berlin.de
  9. 9angelmagazin.de
  10. 10schonzeiten.de
  11. 11schonzeiten.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13www.lallf.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15recht.nrw.de
  16. 16schonzeiten.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18www.fischerei.sachsen.de
  19. 19www.fischereiberater-lsa.de
  20. 20schonzeiten.de
  21. 21www.umwelt-online.de
  22. 22Wikipedia

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