Fischart

Seesaibling

Salvelinus umbla

RotforelleSchwarzreiterSchwarzreuterSalvelinus umbla

Der Seesaibling lebt in klaren, kühlen und sauerstoffreichen Bergseen der Alpen und des Alpenvorlands1. Er bevorzugt Wassertemperaturen von etwa 4 bis 15 °C und steht meist in tiefen Schichten, oft

Abbildung zu Seesaibling
Wissenschaftlicher NameSalvelinus umbla
FamilieLachsfische
Größe25–40 cm (max ca. 75 cm)
Gewicht0,5–3 kg (max ca. 7 kg)
Alter10–20 Jahre (max ca. 40 Jahre)

Eiszeit-Relikt aus klaren Alpenseen mit hellen, oft rot-orangen Punkten auf den Flanken und auffällig weißen Vorderrändern an Bauch- und Afterflosse1. Steht meist tief und kühl, oft zwischen 10 und 30 Metern, und braucht sehr sauerstoffreiches Wasser2. Zur Laichzeit im Herbst färbt sich der Bauch der Männchen leuchtend rot.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Seesaibling mit markierten Erkennungsmerkmalen Helle PunkteWeiße FlossenränderFettflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Rücken bläulich bis grünlich, Bauch hell
  • Helle, oft rote bis orangefarbene Punkte auf den Flanken
  • Weiße Vorderränder an Bauch- und Afterflosse
  • Langgestreckter Körper, alte Tiere hochrückig
  • Männchen zur Laichzeit am Bauch leuchtend rot
  • Kleine Fettflosse vor der Schwanzflosse

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Bachsaibling
Bachsaibling

Der Bachsaibling hat hell gefleckte Rücken- und Schwanzflosse sowie schwarze Streifen auf den Bauchflossen; beim Seesaibling fehlt diese helle Fleckung.

Bachsaibling im Lexikon
Abbildung zu Bachforelle
Bachforelle

Die Bachforelle trägt dunkle und rote Punkte mit hellem Hof auf dunklerem Grund, der Seesaibling helle Punkte auf dunklem Grund und keine schwarzen Tupfen.

Bachforelle im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Seesaibling lebt in klaren, kühlen und sauerstoffreichen Bergseen der Alpen und des Alpenvorlands1. Er bevorzugt Wassertemperaturen von etwa 4 bis 15 °C und steht meist in tiefen Schichten, oft zwischen 10 und 30 Metern2. In den Alpen besiedelt er Seen bis in eine Höhe von rund 2600 Metern1.

Verbreitung

Er ist in den Voralpen- und Alpenseen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Italiens und Frankreichs heimisch und gilt dort als Überbleibsel der letzten Eiszeit1. In Deutschland ist er auf kalte Bergseen vor allem im Süden beschränkt und insgesamt selten4.

Nahrung

Der Seesaibling frisst Kleinkrebse, Insektenlarven, Schnecken, Würmer und im Sommer auch kleine Fische sowie Fischlaich2. Im Winter zieht er in tiefe Wasserschichten zurück und lebt dort vor allem von Zooplankton und kleinen Krebstieren8.

Fortpflanzung

Die Laichzeit liegt im Herbst und Frühwinter, meist von Oktober bis Dezember8. Das Weibchen schlägt mit der Schwanzflosse eine Grube in den Kiesgrund und legt dort die Eier ab, die das Männchen anschließend befruchtet2. Manche Bestände laichen am flachen Ufer, andere über Steingrund in großer Tiefe8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Hegenemehrere Nymphen am VorfachKöderfischdaumenlange Elritze oder LaubeKleiner Blinkerschlank, silbrigSchleppköderkleiner Wobbler tief geführt
Praxistipp

Such ihn im Sommer in der Tiefe: Mit der Hegene oder einem kleinen Köderfisch fischt man oft zwischen 10 und 30 Metern2. Führe den Köder ruckartig, denn die imitierte Fluchtreaktion löst beim Saibling häufig den Biss aus5. Im Herbst kommt er zum Laichen flacher heran.

Schlaumeierwissen

Der Seesaibling gilt in den Alpenländern als feine Delikatesse mit zartem, festem Fleisch6. Spannend ist seine Wandelbarkeit: In manchen Seen bleibt er als Zwergform, der nur rund 20 cm große Schwarzreuter, klein und dunkel3.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 3.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 3.0 von 5. Tafelqualität: 5.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 1.0 von 5Größe3.0Häufigkeit1.0Kampfstärke3.0Tafelqualität5.0Verwechslung3.0Schutz1.0
3.0
Größe

Mit typisch 25–40 cm und maximal rund 75 cm wird er deutlich größer als ein Rotauge, bleibt aber unter Hecht-Format3.

1.0
Häufigkeit

In Deutschland selten und auf kühle Bergseen im Süden beschränkt4; den meisten Anglern begegnet er nie.

3.0
Kampfstärke

Im Drill kräftig: er nimmt viel Leine und zieht oft entschlossen Richtung Grund5.

5.0
Tafelqualität

Festes, weiß bis lachsfarbenes Fleisch mit feinem Geschmack gilt als Delikatesse6.

3.0
Verwechslung

Wegen der weißen Flossensäume leicht mit dem Bachsaibling zu verwechseln; entscheidend ist dessen helle Fleckung auf Rücken- und Schwanzflosse7.

1.0
Schutz

Schonzeit in 4 Bundesländern. Mindestmaß 25–30 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg25 cm01.10–28.02Quelle
Bayern30 cm01.10–31.12Quelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-Westfalen30 cm20.10–15.03Quelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen28 cm01.10–30.04Quelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglisharctic charAuch: char
NiederländischNederlandsbeekridder
DänischDanskfjeldørred
NorwegischNorsk (Bokmål)røyeAuch: fjeldrøye
SchwedischSvenskafjällrödingAuch: röding
FinnischSuominieriäAuch: rautu
FranzösischFrançaisomble chevalier
ItalienischItalianosalmerino alpino
SpanischEspañoltrucha alpinaAuch: salvelino
KroatischHrvatskijezerska zlatovčicaAuch: zlatovčica
PolnischPolskigolec zwyczajnyAuch: golec alpejski
TschechischČeštinasiven alpský

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia: Seesaibling
  2. 2fishman.guide: Seesaibling
  3. 3Angelwahn: Seesaibling
  4. 4Landesfischereiverband Bayern: Seesaibling
  5. 5BLINKER: Steckbrief Seesaibling
  6. 6BMLUK Österreich: Seesaibling
  7. 7Fisch-Hitparade: Saibling
  8. 8zunehmend-wild.de: Steckbrief Saibling
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11recht.nrw.de
  12. 12www.fischerei.sachsen.de

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