Winziger, graubraun marmorierter Bachkrebs und mit kaum 12 cm die kleinste heimische Flusskrebsart1. Lebt versteckt unter Steinen in kühlen, sehr sauberen Quellbächen Süddeutschlands und ist nachts auf Beutezug12. Seine weißliche Scherenunterseite verrät ihn — und weil er so hohe Wasseransprüche hat, gilt er als Zeiger für intakte Gewässer2.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Helle ScherenunterseiteGraubrauner PanzerBreite Scheren
- Kleinste heimische Krebsart, meist unter 10 cm
- Panzer graubraun und leicht marmoriert
- Scherenunterseite weißlich bis blassgelb
- Eher kräftige, breite Scheren
- Lebt versteckt unter Steinen in kleinen Bächen
- Nur ein Paar Leisten hinter der Nackenfurche
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Edelkrebs ist deutlich größer und hat eine leuchtend rote Scherenunterseite, beim Steinkrebs ist sie weißlich.
Edelkrebs im LexikonNaher Verwandter, ebenfalls klein, aber mit kräftigerer Bedornung seitlich hinter der Nackenfurche und hellbrauner Scherenunterseite.

Eingeschleppter Amerikaner, größer, mit auffälligem hellem Fleck am Scherengelenk und glattem Panzer.
Signalkrebs im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Steinkrebs ist die kleinste heimische Flusskrebsart und lebt in kühlen, sauberen und sauerstoffreichen kleinen Bächen12. Tagsüber versteckt er sich gut unter Steinen, Wurzeln und Totholz oder in selbstgegrabenen kleinen Höhlen, nachts geht er auf Nahrungssuche62. Weil er so hohe Ansprüche an sauberes Wasser stellt, gilt er als Zeigerart für gute Gewässerqualität2.
Verbreitung
In Deutschland kommt der Steinkrebs fast nur südlich des Mains vor, mit Schwerpunkt in Bayern und Baden-Württemberg im Einzugsgebiet von Rhein und Donau13. In Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt er am nordwestlichen Rand seines Verbreitungsgebiets und ist dort sehr selten3. Seine Bestände sind stark zurückgegangen4.
Nahrung
Der Steinkrebs ist ein nachtaktiver Allesfresser und frisst vor allem Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und andere wirbellose Kleintiere6. Daneben nimmt er auch Wasserpflanzen und herabgefallenes Laub, etwa von Erlen, als pflanzliche Kost auf6. Auch verletzte oder frisch tote Fische werden nicht verschmäht6.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst zwischen Oktober und November statt6. Das Weibchen heftet danach bis zu rund 100 Eier an die hinteren Beinpaare und trägt sie über den Winter mit sich herum6. Nach etwa sechs Monaten Tragzeit schlüpfen im Mai oder Juni die jungen Krebse, von denen aber nur ein kleiner Teil überlebt6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Den Steinkrebs fängst du nicht — er ist streng geschützt und ganzjährig geschont, ein gefangenes Tier setzt du sofort vorsichtig zurück4. Begegnest du ihm beim Keschern in einem kleinen, klaren Bach, hast du Glück: Wo er lebt, ist die Wasserqualität meist ausgezeichnet2. Melde Funde am besten der örtlichen Fischereibehörde.
Wusstest du, dass dieser Winzling als lebender Wassergütemesser gilt? Wo Steinkrebse vorkommen, ist das Wasser fast immer top — sie sind eine echte Zeigerart2. Ihr größter Feind sind eingeschleppte amerikanische Krebse, die die tödliche Krebspest übertragen und die heimischen Bestände dezimieren4.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit höchstens etwa 12 cm bei Männchen und nur 8 cm bei Weibchen ist er die kleinste heimische Flusskrebsart1.
Als kleiner, geschützter Krebs ist er kein Angelfisch und bietet kein Drillerlebnis.
Steht ganzjährig unter Schutz und darf nicht entnommen werden, daher kein Speisewert4.
Wird leicht mit anderen kleinen Krebsen wie dem Dohlenkrebs verwechselt; sicher unterscheidbar an der weißlichen Scherenunterseite5.
Ganzjahresschutz in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
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Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.