Fischart

Steinkrebs

Austropotamobius torrentium

BachkrebsAustropotamobius torrentium

Der Steinkrebs ist die kleinste heimische Flusskrebsart und lebt in kühlen, sauberen und sauerstoffreichen kleinen Bächen17. Tagsüber versteckt er sich gut unter Steinen, Wurzeln und Totholz oder

Abbildung zu Steinkrebs
Wissenschaftlicher NameAustropotamobius torrentium
FamilieFlusskrebse (Astacidae)
GrößeWeibchen bis 8 cm, Männchen bis 12 cm (max ~12 cm)
Gewichtwenige Gramm bis etwa 20 g
Alterüber 10 Jahre (max ~15 Jahre)

Winziger, graubraun marmorierter Bachkrebs und mit kaum 12 cm die kleinste heimische Flusskrebsart1. Lebt versteckt unter Steinen in kühlen, sehr sauberen Quellbächen Süddeutschlands und ist nachts auf Beutezug12. Seine weißliche Scherenunterseite verrät ihn — und weil er so hohe Wasseransprüche hat, gilt er als Zeiger für intakte Gewässer2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Steinkrebs mit markierten Erkennungsmerkmalen Helle ScherenunterseiteGraubrauner PanzerBreite Scheren
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Kleinste heimische Krebsart, meist unter 10 cm
  • Panzer graubraun und leicht marmoriert
  • Scherenunterseite weißlich bis blassgelb
  • Eher kräftige, breite Scheren
  • Lebt versteckt unter Steinen in kleinen Bächen
  • Nur ein Paar Leisten hinter der Nackenfurche

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Edelkrebs
Edelkrebs

Der Edelkrebs ist deutlich größer und hat eine leuchtend rote Scherenunterseite, beim Steinkrebs ist sie weißlich.

Edelkrebs im Lexikon
Dohlenkrebs

Naher Verwandter, ebenfalls klein, aber mit kräftigerer Bedornung seitlich hinter der Nackenfurche und hellbrauner Scherenunterseite.

Abbildung zu Signalkrebs
Signalkrebs

Eingeschleppter Amerikaner, größer, mit auffälligem hellem Fleck am Scherengelenk und glattem Panzer.

Signalkrebs im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Steinkrebs ist die kleinste heimische Flusskrebsart und lebt in kühlen, sauberen und sauerstoffreichen kleinen Bächen12. Tagsüber versteckt er sich gut unter Steinen, Wurzeln und Totholz oder in selbstgegrabenen kleinen Höhlen, nachts geht er auf Nahrungssuche62. Weil er so hohe Ansprüche an sauberes Wasser stellt, gilt er als Zeigerart für gute Gewässerqualität2.

Verbreitung

In Deutschland kommt der Steinkrebs fast nur südlich des Mains vor, mit Schwerpunkt in Bayern und Baden-Württemberg im Einzugsgebiet von Rhein und Donau13. In Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt er am nordwestlichen Rand seines Verbreitungsgebiets und ist dort sehr selten3. Seine Bestände sind stark zurückgegangen4.

Nahrung

Der Steinkrebs ist ein nachtaktiver Allesfresser und frisst vor allem Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und andere wirbellose Kleintiere6. Daneben nimmt er auch Wasserpflanzen und herabgefallenes Laub, etwa von Erlen, als pflanzliche Kost auf6. Auch verletzte oder frisch tote Fische werden nicht verschmäht6.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst zwischen Oktober und November statt6. Das Weibchen heftet danach bis zu rund 100 Eier an die hinteren Beinpaare und trägt sie über den Winter mit sich herum6. Nach etwa sechs Monaten Tragzeit schlüpfen im Mai oder Juni die jungen Krebse, von denen aber nur ein kleiner Teil überlebt6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Den Steinkrebs fängst du nicht — er ist streng geschützt und ganzjährig geschont, ein gefangenes Tier setzt du sofort vorsichtig zurück4. Begegnest du ihm beim Keschern in einem kleinen, klaren Bach, hast du Glück: Wo er lebt, ist die Wasserqualität meist ausgezeichnet2. Melde Funde am besten der örtlichen Fischereibehörde.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass dieser Winzling als lebender Wassergütemesser gilt? Wo Steinkrebse vorkommen, ist das Wasser fast immer top — sie sind eine echte Zeigerart2. Ihr größter Feind sind eingeschleppte amerikanische Krebse, die die tödliche Krebspest übertragen und die heimischen Bestände dezimieren4.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 0.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 1.5 von 5Größe0.0Häufigkeit1.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung3.0Schutz1.5
0.0
Größe

Mit höchstens etwa 12 cm bei Männchen und nur 8 cm bei Weibchen ist er die kleinste heimische Flusskrebsart1.

1.0
Häufigkeit

Sehr selten und stark zurückgegangen, in Deutschland fast nur südlich des Mains anzutreffen34.

0.0
Kampfstärke

Als kleiner, geschützter Krebs ist er kein Angelfisch und bietet kein Drillerlebnis.

0.0
Tafelqualität

Steht ganzjährig unter Schutz und darf nicht entnommen werden, daher kein Speisewert4.

3.0
Verwechslung

Wird leicht mit anderen kleinen Krebsen wie dem Dohlenkrebs verwechselt; sicher unterscheidbar an der weißlichen Scherenunterseite5.

1.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishstone crayfish
NiederländischNederlandssteenkreeft
DänischDanskstenkrebs
NorwegischNorsk (Bokmål)steinkreps
SchwedischSvenskastenkräfta
FinnischSuomikivirapu
FranzösischFrançaisécrevisse des torrentsAuch: écrevisse de pierre
ItalienischItalianogambero di ruscelloAuch: gambero di pietra
SpanischEspañolcangrejo de torrente
KroatischHrvatskirak kamenjarAuch: potočni rak
PolnischPolskirak kamienny
TschechischČeštinarak kamenáč

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia — Steinkrebs
  2. 2LfU Bayern — Steinkrebs, Bachkrebs
  3. 3HLNUG — Artensteckbrief Steinkrebs
  4. 4Waldwissen — Flusskrebse stark bedroht
  5. 5LfU Bayern — Bestimmungsschlüssel Flusskrebse
  6. 6Wirbellosen-Aquarium — Steinkrebs
  7. 7www.landesrecht-bw.de
  8. 8recht.nrw.de

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