Fischart

Schnäpel

Coregonus oxyrinchus

NordseeschnäpelSchnepelRheinschnäpelCoregonus oxyrinchus

Der Schnäpel lebt in den Küstengewässern der Nordsee und im Brackwasser der Flussmündungen, wo Süß- und Salzwasser sich mischen2. Zum Laichen zieht er flussaufwärts in die unteren Abschnitte großer,

Abbildung zu Schnäpel
Wissenschaftlicher NameCoregonus oxyrinchus
FamilieLachsfische (Salmonidae)
Größe30–50 cm (max über 70 cm)[1]
Gewicht0,5–1,5 kg (max etwa 2 kg)[1]
Alteretwa 10–12 Jahre[3]

Schlanker, silbriger Lachsverwandter mit kleiner Fettflosse und einer auffälligen, weichen Nase, die weit über das Maul hinausragt1. Lebt im Küstenwasser der Nordsee und steigt im Spätherbst zum Laichen in saubere Flüsse auf2. In Deutschland gilt er heute als ausgestorben und ist streng geschützt13.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Schnäpel mit markierten Erkennungsmerkmalen Lange NaseFettflosseSilbrige Flanke
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Stark verlängerte, nasenartige Schnauze über dem Maul
  • Nase aus weichem, schwammigem Gewebe
  • Kleine Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse
  • Schlanker, seitlich abgeflachter Körper
  • Silbrige Flanken, dunkler blaugrauer Rücken
  • Endständiges bis leicht unterständiges Maul
  • Glatte, mittelgroße Rundschuppen

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Ostseeschnäpel

Der Ostseeschnäpel wird viel größer (bis 130 cm) und lebt im Ostseeraum statt an der Nordsee.

Maräne allgemein

Maränen und Schnäpel sehen sich sehr ähnlich; sicher unterscheiden lässt man sie nur an den Kiemenreusendornen.

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Schnäpel lebt in den Küstengewässern der Nordsee und im Brackwasser der Flussmündungen, wo Süß- und Salzwasser sich mischen2. Zum Laichen zieht er flussaufwärts in die unteren Abschnitte großer, naturnaher Flüsse mit Kies- und Sandbänken2. Eier und Jungfische überleben nicht im Salzwasser, deshalb braucht er saubere, frei durchgängige Flüsse1.

Verbreitung

Früher war er in Rhein, Elbe, Weser, Ems und Eider weit verbreitet1. Heute gilt er in deutschen Gewässern als praktisch ausgestorben — in der Weser zuletzt 1910 gesehen, in der Elbe seit 1935 verschollen1. Versuche, ihn über Besatz im Eider-Treene-System wieder anzusiedeln, laufen2.

Nahrung

Jungfische fressen vor allem Zooplankton, also winzige im Wasser schwebende Tierchen6. Größere Tiere nehmen am Gewässergrund lebende Kleintiere wie Insektenlarven und kleine Krebse auf6. Gelegentlich stehen auch kleine Fische auf dem Speiseplan6.

Fortpflanzung

Die Hauptlaichzeit ist November bis Dezember, wenn die Tiere ins Süßwasser aufsteigen1. Ein Weibchen legt rund 30.000 bis 50.000 Eier an schnell strömenden Stellen mit kiesigem oder sandigem Grund ab6. Männchen werden mit zwei, Weibchen mit drei Jahren geschlechtsreif6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Der Schnäpel ist streng geschützt und darf nicht beangelt werden3. Sollte dir an Nordsee oder in einem Mündungsfluss doch einmal einer an den Haken gehen, hakst du ihn vorsichtig im Wasser ab und setzt ihn sofort schonend zurück3. Auch das Fotografieren sollte rasch und schonend geschehen.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Schnäpel um 1900 ein wichtiger Räucherfisch der Elb- und Wesermündung war? 1917 fing man im Rhein noch 5000 kg, 1939 waren es nur noch 3 kg — dann war er weg1. Heute versucht man, ihn aus dänischen Restbeständen wieder anzusiedeln2.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 0.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 5.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe2.0Häufigkeit0.0Kampfstärke2.0Tafelqualität4.0Verwechslung5.0Schutz0.0
2.0
Größe

Mit meist 30–50 cm und selten über 70 cm ist er eine mittelgroße Maränenart1.

0.0
Häufigkeit

In deutschen Gewässern gibt es keine stabilen Bestände mehr — der Schnäpel gilt hier als ausgestorben13.

2.0
Kampfstärke

Als schlanker Schwarmfisch der Maränen liefert er nur einen mäßigen Drill4.

4.0
Tafelqualität

Früher war er ein begehrter, wohlschmeckender Speisefisch, der gern geräuchert wurde1.

5.0
Verwechslung

Er ähnelt anderen Maränen und Renken so stark, dass die sichere Bestimmung nur über die Kiemenreusendornen gelingt5.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishhouting
NiederländischNederlandshouting
DänischDansksnæbel
NorwegischNorsk (Bokmål)snutesik
SchwedischSvenskanäbbsik
FinnischSuomikuonosiika
FranzösischFrançaiscorégone oxyrhynque
ItalienischItalianocoregone musone
SpanischEspañolcorégono picudo
KroatischHrvatskišiljata ozimica
PolnischPolskisieja ostronosa
TschechischČeštinasíh ostronosý

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia: Nordseeschnäpel
  2. 2BfN Artenportrait Schnäpel
  3. 3HLNUG Artensteckbrief Nordseeschnäpel
  4. 4global-angling: Fischatlas Schnäpel
  5. 5Zootier-Lexikon: Coregonus
  6. 6Fischlexikon: Coregonus oxyrinchus
  7. 7Wikipedia

Wissen anwenden

Mit Lektionen und Fragen weiterlernen.

In der Angelmeister-App ist das Lexikon direkt mit deinem Lernweg verbunden.

App kennenlernen