Fischart

Stör

Acipenser sturio

Baltischer StörGemeiner StörAcipenser sturioStöre

Der Stör ist ein urtümlicher Bodenfisch, der den größten Teil seines Lebens im Meer in Tiefen zwischen etwa 5 und 60 Metern verbringt16. Zum Laichen wandert er aus dem Meer in große Flüsse hinauf,

Abbildung zu Stör
Wissenschaftlicher NameAcipenser sturio
FamilieStöre (Acipenseridae)
Größe150–300 cm (max 600 cm)
Gewicht20–200 kg (max 400 kg)
Alter30–60 Jahre (max 100 Jahre)

Urtümlicher Riese mit Knochenplatten statt Schuppen und einer spitzen Schnauze mit vier Barteln am unterständigen Maul1. Wandert zum Laichen aus dem Meer in große Flüsse und kann über 100 Jahre alt und mehrere Meter lang werden23. In Deutschland gilt er als ausgestorben — jeder Fang ist eine absolute Rarität.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Stör mit markierten Erkennungsmerkmalen KnochenplattenVier BartelnSpitze SchnauzeAsymmetrische Schwanzflosse
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Riesiger, langgestreckter Körper mit spitzer Schnauze
  • Fünf Längsreihen großer Knochenplatten statt Schuppen
  • 24 bis 40 auffallend große Seitenplatten
  • Vier Barteln vor dem unterständigen, zahnlosen Maul
  • Maul liegt an der Unterseite des Kopfes
  • Asymmetrische Schwanzflosse, oberer Lappen länger
  • Rückenflosse sitzt sehr weit hinten

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Sterlet
Sterlet

Der Sterlet bleibt viel kleiner (meist unter 1 m) und hat 60–70 kleine, dachziegelartige Seitenplatten statt der wenigen großen beim Stör.

Sterlet im Lexikon
Atlantischer Stör

Sieht fast identisch aus; sicher nur über eine Gen-Untersuchung zu trennen.

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Stör ist ein urtümlicher Bodenfisch, der den größten Teil seines Lebens im Meer in Tiefen zwischen etwa 5 und 60 Metern verbringt43. Zum Laichen wandert er aus dem Meer in große Flüsse hinauf, weshalb er sowohl Salzwasser als auch Süßwasser braucht83. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörte er zu den großen Nordseezuflüssen Deutschlands wie Elbe und Eider4.

Verbreitung

Früher war der Stör von Norwegen bis zur Biskaya, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer verbreitet und die am weitesten verbreitete Störart Europas4. In Deutschland brachen die Bestände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen; die letzten Tiere wurden 1969 in der Eider und 1985 vor der Ostemündung in der Elbe gefangen4. Heute gibt es in der EU nur noch eine kleine Restpopulation in der Gironde in Frankreich4.

Nahrung

Der Stör sucht seine Nahrung am Gewässergrund und ist dabei ein Allesfresser, der vor allem kleine Bodentiere frisst8. Auf dem Speiseplan stehen Krebstiere, Würmer, Weichtiere und Insektenlarven8. Mit seinen vier Barteln vor dem Maul ertastet er die Beute und saugt sie mit dem vorstülpbaren, zahnlosen Maul vom Boden auf18. Während der Laichwanderung in den Fluss stellt er die Nahrungsaufnahme ein8.

Fortpflanzung

Die Laichzeit liegt zwischen März und August, mit Schwerpunkt im Juni und Juli8. Ein großes Weibchen kann dabei bis zu 2,5 Millionen klebrige, schwarze Eier in tiefe Kiesgruben am Flussgrund ablegen8. Männchen werden erst mit 7 bis 15 Jahren geschlechtsreif, Weibchen sogar erst mit 8 bis 20 Jahren, und sie laichen nur alle paar Jahre — das macht die Erholung der Bestände sehr langsam8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Der Europäische Stör ist streng geschützt und gilt in Deutschland als ausgestorben — er darf nicht beangelt werden5. Solltest du wider Erwarten doch einen fangen, halte ihn im Wasser, fasse ihn nur mit nassen Händen an und setze ihn sofort und vorsichtig zurück. Melde den Fang unbedingt dem zuständigen Fischereiverein.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Stör 1324 von König Eduard II. zum königlichen Fisch erklärt wurde6? Sein Rogen ist der berühmte Kaviar, und ein einziges Weibchen kann bis zu 2,5 Millionen Eier tragen8. Früher war Stör-Fleisch sogar so reichlich, dass es als Arme-Leute-Essen galt6.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 5.0 von 5. Häufigkeit: 0.0 von 5. Kampfstärke: 5.0 von 5. Tafelqualität: 5.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 5.0 von 5Größe5.0Häufigkeit0.0Kampfstärke5.0Tafelqualität5.0Verwechslung4.0Schutz5.0
5.0
Größe

Mit bis zu 6 m Länge und 400 kg Gewicht einer der größten Fische Europas23.

0.0
Häufigkeit

In Deutschland praktisch ausgestorben; die letzten wilden Tiere wurden 1969 und 1985 gefangen4. Ein Angler begegnet ihm so gut wie nie.

5.0
Kampfstärke

Wegen seiner enormen Größe und Kraft wäre der Drill gewaltig — er ist aber streng geschützt und darf nicht beangelt werden5.

5.0
Tafelqualität

Sein festes, weißes Fleisch galt früher als Delikatesse, und sein Rogen ist der berühmte Kaviar6. Heute ist der Fang in Deutschland verboten5.

4.0
Verwechslung

Vom kleineren Sterlet gut zu unterscheiden7, vom Atlantischen Stör jedoch nur per Gen-Test sicher zu trennen1.

5.0
Schutz

Ganzjährig geschützt in 15 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Niedersachsen.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztAtlantischer StörQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztAtlantischer StörQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztBinnen + Küste ganzjährig geschütztQuelle
Niedersachsen100 cm01.01–31.07Binnen: 100 cm, 01.01-31.07 (nur Satzfische). Küste: ganzjährig geschütztQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztAcipenser sturioQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishsturgeonAuch: atlantic sturgeon
NiederländischNederlandssteurAuch: europese steur
DänischDanskstørAuch: europæisk stør
NorwegischNorsk (Bokmål)størAuch: europeisk stør
SchwedischSvenskastörAuch: atlantisk stör
FinnischSuomisampiAuch: atlantinsampi
FranzösischFrançaisesturgeonAuch: esturgeon d'Europe
ItalienischItalianostorioneAuch: storione comune
SpanischEspañolesturiónAuch: esturión común
KroatischHrvatskijesetraAuch: atlantska jesetra
PolnischPolskijesiotrAuch: jesiotr zachodni
TschechischČeštinajeseterAuch: jeseter velký

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Anglerverband Niedersachsen — Europäischer Stör
  2. 2Wikipedia — Europäischer Stör
  3. 3FishBase — Acipenser sturio
  4. 4WWF Artenlexikon — Europäischer Stör
  5. 5BfN — FFH Anhang IV, Europäischer Stör
  6. 6Geschichte des Störs
  7. 7Stör und Sterlet im Vergleich
  8. 8Angelmagazin — Europäischer Stör
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11www.berlin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13schonzeiten.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15angelmagazin.de
  16. 16www.lallf.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18recht.nrw.de
  19. 19schonzeiten.de
  20. 20schonzeiten.de
  21. 21www.fischerei.sachsen.de
  22. 22www.fischereiberater-lsa.de
  23. 23schonzeiten.de
  24. 24www.umwelt-online.de
  25. 25Wikipedia

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