Urtümlicher Riese mit Knochenplatten statt Schuppen und einer spitzen Schnauze mit vier Barteln am unterständigen Maul1. Wandert zum Laichen aus dem Meer in große Flüsse und kann über 100 Jahre alt und mehrere Meter lang werden23. In Deutschland gilt er als ausgestorben — jeder Fang ist eine absolute Rarität.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
KnochenplattenVier BartelnSpitze SchnauzeAsymmetrische Schwanzflosse
- Riesiger, langgestreckter Körper mit spitzer Schnauze
- Fünf Längsreihen großer Knochenplatten statt Schuppen
- 24 bis 40 auffallend große Seitenplatten
- Vier Barteln vor dem unterständigen, zahnlosen Maul
- Maul liegt an der Unterseite des Kopfes
- Asymmetrische Schwanzflosse, oberer Lappen länger
- Rückenflosse sitzt sehr weit hinten
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Sterlet bleibt viel kleiner (meist unter 1 m) und hat 60–70 kleine, dachziegelartige Seitenplatten statt der wenigen großen beim Stör.
Sterlet im LexikonSieht fast identisch aus; sicher nur über eine Gen-Untersuchung zu trennen.
Steckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Stör ist ein urtümlicher Bodenfisch, der den größten Teil seines Lebens im Meer in Tiefen zwischen etwa 5 und 60 Metern verbringt43. Zum Laichen wandert er aus dem Meer in große Flüsse hinauf, weshalb er sowohl Salzwasser als auch Süßwasser braucht83. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörte er zu den großen Nordseezuflüssen Deutschlands wie Elbe und Eider4.
Verbreitung
Früher war der Stör von Norwegen bis zur Biskaya, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer verbreitet und die am weitesten verbreitete Störart Europas4. In Deutschland brachen die Bestände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen; die letzten Tiere wurden 1969 in der Eider und 1985 vor der Ostemündung in der Elbe gefangen4. Heute gibt es in der EU nur noch eine kleine Restpopulation in der Gironde in Frankreich4.
Nahrung
Der Stör sucht seine Nahrung am Gewässergrund und ist dabei ein Allesfresser, der vor allem kleine Bodentiere frisst8. Auf dem Speiseplan stehen Krebstiere, Würmer, Weichtiere und Insektenlarven8. Mit seinen vier Barteln vor dem Maul ertastet er die Beute und saugt sie mit dem vorstülpbaren, zahnlosen Maul vom Boden auf18. Während der Laichwanderung in den Fluss stellt er die Nahrungsaufnahme ein8.
Fortpflanzung
Die Laichzeit liegt zwischen März und August, mit Schwerpunkt im Juni und Juli8. Ein großes Weibchen kann dabei bis zu 2,5 Millionen klebrige, schwarze Eier in tiefe Kiesgruben am Flussgrund ablegen8. Männchen werden erst mit 7 bis 15 Jahren geschlechtsreif, Weibchen sogar erst mit 8 bis 20 Jahren, und sie laichen nur alle paar Jahre — das macht die Erholung der Bestände sehr langsam8.
Angelwissen
Köder und Praxis
Der Europäische Stör ist streng geschützt und gilt in Deutschland als ausgestorben — er darf nicht beangelt werden5. Solltest du wider Erwarten doch einen fangen, halte ihn im Wasser, fasse ihn nur mit nassen Händen an und setze ihn sofort und vorsichtig zurück. Melde den Fang unbedingt dem zuständigen Fischereiverein.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
In Deutschland praktisch ausgestorben; die letzten wilden Tiere wurden 1969 und 1985 gefangen4. Ein Angler begegnet ihm so gut wie nie.
Wegen seiner enormen Größe und Kraft wäre der Drill gewaltig — er ist aber streng geschützt und darf nicht beangelt werden5.
Ganzjährig geschützt in 15 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Niedersachsen.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Brandenburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Atlantischer Stör | Quelle |
| Bremen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hamburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hessen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Atlantischer Stör | Quelle |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Binnen + Küste ganzjährig geschützt | Quelle |
| Niedersachsen | 100 cm | 01.01–31.07 | Binnen: 100 cm, 01.01-31.07 (nur Satzfische). Küste: ganzjährig geschützt | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Acipenser sturio | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.
- 1Anglerverband Niedersachsen — Europäischer Stör
- 2Wikipedia — Europäischer Stör
- 3FishBase — Acipenser sturio
- 4WWF Artenlexikon — Europäischer Stör
- 5BfN — FFH Anhang IV, Europäischer Stör
- 6Geschichte des Störs
- 7Stör und Sterlet im Vergleich
- 8Angelmagazin — Europäischer Stör
- 9www.landesrecht-bw.de
- 10www.gesetze-bayern.de
- 11www.berlin.de
- 12angelmagazin.de
- 13schonzeiten.de
- 14schonzeiten.de
- 15angelmagazin.de
- 16www.lallf.de
- 17schonzeiten.de
- 18recht.nrw.de
- 19schonzeiten.de
- 20schonzeiten.de
- 21www.fischerei.sachsen.de
- 22www.fischereiberater-lsa.de
- 23schonzeiten.de
- 24www.umwelt-online.de
- 25Wikipedia