Fischart

Schwarzmundgrundel

Neogobius melanostomus

Schwarzmaul-GrundelSchwarzmeergrundelNeogobius melanostomus

Die Schwarzmundgrundel ist ein Bodenfisch, der sich am liebsten über sandigem oder steinigem Grund aufhält1. Besonders die Steinpackungen und Blockschüttungen an verbauten Flüssen sind ihr Lieblings

Abbildung zu Schwarzmundgrundel
Wissenschaftlicher NameNeogobius melanostomus
FamilieGrundeln (Gobiidae)
Größe10–15 cm (max 25–35 cm)
Gewichtwenige Gramm bis etwa 50 g
Altermeist 2–4 Jahre (max 6 Jahre)

Gedrungener Bodenfisch mit dickem Kopf, dessen Bauchflossen zu einem Saugnapf verwachsen sind1. Sein sicherstes Kennzeichen ist der schwarze Fleck am Ende der vorderen Rückenflosse1. Eigentlich aus dem Schwarzmeerraum stammend, hat er seit 2004 viele deutsche Flüsse erobert und verdrängt dort heimische Bodenfische2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Schwarzmundgrundel mit markierten Erkennungsmerkmalen Saugnapf-BauchflossenSchwarzer FleckDicker Kopf
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Bauchflossen zu einem Saugnapf verwachsen
  • Schwarzer Fleck am hinteren Rand der vorderen Rückenflosse
  • Zwei getrennte Rückenflossen
  • Großer, breiter Kopf mit dicken Lippen
  • Gedrungener Körper, meist grau-braun gefleckt
  • Männchen zur Laichzeit fast komplett schwarz

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Grundel
Kesslergrundel

Die Kesslergrundel ist heller gefärbt, etwas kleiner und hat keinen schwarzen Fleck auf der vorderen Rückenflosse.

Grundel im Lexikon
Abbildung zu Groppe
Groppe

Die Groppe ist ein heimischer Bodenfisch ohne den verwachsenen Saugnapf an den Bauchflossen, den die Schwarzmundgrundel besitzt.

Groppe im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Schwarzmundgrundel ist ein Bodenfisch, der sich am liebsten über sandigem oder steinigem Grund aufhält6. Besonders die Steinpackungen und Blockschüttungen an verbauten Flüssen sind ihr Lieblingsplatz, denn in den Lücken zwischen den Steinen findet sie Schutz und Laichplätze7. Im Sommer steht sie gern im flachen Wasser, im Winter zieht sie in tiefere Bereiche bis etwa 30 Meter3.

Verbreitung

Ursprünglich stammt die Art aus dem Schwarzen Meer, dem Asowschen Meer und dem Kaspischen Meer2. Über die Donau und den Rhein-Main-Donau-Kanal erreichte sie 2004 Deutschland, ab 2008 auch den Rhein2. Heute ist sie in vielen großen Flüssen und Kanälen verbreitet, etwa in Rhein, Main, Mosel, Neckar, Elbe, Weser und Oder sowie in der Ostsee2.

Nahrung

Sie frisst vor allem kleine Bodentiere wie Wasserasseln, Bachflohkrebse, Insektenlarven, Muscheln und Schnecken8. Auch der Laich anderer Fische und kleine Fische stehen auf dem Speiseplan8. Durch ihren großen Appetit und ihre Menge macht sie heimischen Bodenfischen wie Groppe und Schmerle das Futter streitig2.

Fortpflanzung

Gelaicht wird von April bis September8. Das Weibchen klebt mehrmals pro Saison jeweils 320 bis 1000 ovale Eier an Steine, die das Männchen bewacht8. Während der Brutzeit färbt sich das Männchen tiefschwarz; die Jungfische schlüpfen nach rund zwei Wochen bereits voll entwickelt8. Nach ihrer ersten Laichsaison sterben die Männchen8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Wurmkleines Stück am GrundMadean feinem HakenMaiskornam GrundbleiKleines Fischfetzchenfrisch
Praxistipp

Biete einen kleinen Wurm- oder Madenhaken direkt am Grund an, am besten an Steinpackungen oder Buhnen im Fluss1. Dort beißt sie das ganze Jahr und oft sofort3. Halte den Haken klein und schlage zügig an, sonst schluckt der gierige Fisch tief.

Schlaumeierwissen

So lästig sie beim Ansitz ist, in der Küche ist die Grundel ein Geheimtipp: Im Kaukasus wird sie auf Spieße gesteckt und geröstet an Straßenständen verkauft5. Klein paniert und frittiert ergibt sie einen knusprigen Snack5.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 1.0 von 5. Häufigkeit: 4.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe1.0Häufigkeit4.0Kampfstärke0.0Tafelqualität2.0Verwechslung3.0Schutz0.0
1.0
Größe

Mit meist 10–15 cm und höchstens rund 25–35 cm bleibt sie ein kleiner Fisch34.

4.0
Häufigkeit

In Rhein, Main und vielen Kanälen ist sie inzwischen extrem zahlreich und beißt oft schneller als jeder Zielfisch24.

0.0
Kampfstärke

Wegen der geringen Größe liefert sie am Haken praktisch keinen Drill3.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch gilt als überraschend lecker, ist aber durch die kleine Größe aufwendig zu verwerten5.

3.0
Verwechslung

Der Saugnapf-Bauchflossen verraten die Grundel sofort, die genaue Art ist gegenüber der Kesslergrundel aber nicht immer leicht zu bestimmen1.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishround goby
NiederländischNederlandszwartbekgrondel
DänischDansksortmundet kutling
NorwegischNorsk (Bokmål)svartmunnet kutling
SchwedischSvenskasvartmunnad smörbult
FinnischSuomimustatäplätokko
FranzösischFrançaisgobie à taches noiresAuch: gobie arrondi
ItalienischItalianoghiozzo nero
SpanischEspañolgobio redondo
KroatischHrvatskicrnourkaAuch: glavočić okrugljak
PolnischPolskibabka bycza
TschechischČeštinahlaváč černoústý

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Anglerverband Niedersachsen – Schwarzmundgrundel
  2. 2BUND – Die Schwarzmundgrundel
  3. 3Havelfreunde – Grundel Steckbrief
  4. 4Angelmagazin – Schwarzmundgrundel
  5. 5DR. CATCH – Grundeln essen
  6. 6Deutschlands Natur – Schwarzmund-Grundel
  7. 7Oö. Landesfischereiverband – Schwarzmundgrundel
  8. 8Wikipedia – Schwarzmund-Grundel
  9. 9Wikipedia

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