Fischart
Sumpfkrebs
Astacus leptodactylus
Dieser Krebs mag warme, nährstoffreiche und eher langsam fließende oder stehende Gewässer und kommt sogar mit sehr schlammigem Boden gut zurecht1. Wo das Ufer es zulässt, gräbt er sich selbst kleine

Großer, schlanker Flusskrebs mit auffällig langen, dünnen Scheren, die ihn von allen heimischen Arten unterscheiden1. Lebt in warmen, oft schlammigen Seen und langsamen Flüssen und gräbt sich Wohnhöhlen ins Ufer2. Ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum, bei uns eingesetzt, nachdem die Krebspest die Edelkrebse stark dezimiert hatte2.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Lange schmale SchereHeller PanzerSchwanzfächer
- Auffällig lange, schmale Scheren
- Sichelförmige, schlanke Scherenfinger
- Schlanker gebaut als der Edelkrebs
- Färbung hellgelb bis gelbbraun, oft marmoriert
- Scherenunterseite blassgelb, nie rot
- Panzer an den Seiten gekörnt und bedornt
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Edelkrebs hat kräftige, breite Scheren mit roter Unterseite an den Gelenken; der Sumpfkrebs hat auffällig schmale, lange Scheren ohne Rot.
Edelkrebs im Lexikon
Der Kamberkrebs hat rostrote Flecken auf dem Hinterleib und kräftigere Scheren; der Sumpfkrebs bleibt heller und hat deutlich schlankere, längere Scheren.
Kamberkrebs im Lexikon
Der Signalkrebs hat einen hellen, türkis-weißen Fleck am Scherengelenk und breite, rote Scherenunterseiten; dem Sumpfkrebs fehlt das, seine Scheren sind schmal und lang.
Signalkrebs im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Dieser Krebs mag warme, nährstoffreiche und eher langsam fließende oder stehende Gewässer und kommt sogar mit sehr schlammigem Boden gut zurecht2. Wo das Ufer es zulässt, gräbt er sich selbst kleine Wohnhöhlen in die Böschung2.
Verbreitung
Ursprünglich lebte der Sumpfkrebs nur in den Gewässern rund um das Schwarze und das Kaspische Meer2. Nachdem die Krebspest die heimischen Edelkrebse dezimiert hatte, setzte man ihn auch bei uns aus2. In Bayern findet man ihn heute in vielen Baggerseen im Donauraum sowie im Bodensee, Starnberger See, Ammersee und Chiemsee2.
Nahrung
Der Sumpfkrebs ist ein Allesfresser und nimmt fast alles, was er findet6. Auf dem Speiseplan stehen Wasserpflanzen, Algen und Falllaub genauso wie kleine wirbellose Tiere und frisches Aas6. Anders als viele andere Krebse sucht er seine Nahrung sogar tagsüber6.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst statt, meist im Oktober und November, sobald das Wasser unter etwa 12 °C abkühlt6. Erst rund zwei Wochen später legt das Weibchen seine Eier ab, bis zu 350 Stück pro Jahr6. Die Eier hängen den Winter über unter dem Schwanz des Weibchens, die Jungen schlüpfen dann im Mai6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Fang ihn mit Krebsreusen, die du abends auslegst und am Morgen einholst, denn nachts ist er am aktivsten6. Bestücke die Reuse mit stark riechendem Köder wie Fischfetzen oder Leber und stelle sie nahe an krautige Uferkanten, wo der Sumpfkrebs seine Höhlen gräbt2.
Wusstest du, dass fast jeder Flusskrebs auf deutschen Tellern ein Sumpfkrebs ist? Er macht rund 90 % des hiesigen Angebots aus und kommt meist tiefgefroren aus der Türkei oder dem Iran4. Sein Fleisch gilt als feine Delikatesse mit zartem, leicht süßlichem Geschmack.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
In etlichen Baggerseen und großen Voralpenseen wie Bodensee, Ammersee und Chiemsee etabliert, regional also gut anzutreffen2.
Als Krebs liefert er keinen Drill im Sinne eines Fisches, wehrt sich aber kräftig mit seinen großen Scheren.
Gilt als hochwertiger Speisekrebs und macht rund 90 % des deutschen Marktangebots aus, meist als Importware aus der Türkei oder dem Iran4.
Keine Schonzeit, Mindestmaß 11–11 cm.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | 11 cm | Keine Angabe | Nur Binnen; nur Mindestmass | Quelle |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
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Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.