Fischart

Renke

Coregonus lavaretus

FelchenMaräneReinankeSchnäpelCoregonus lavaretusRenken

Die Renke lebt in tiefen, kühlen und sauberen Seen mit wenig Nährstoffen, vor allem in den Alpen- und Voralpenseen wie dem Bodensee3. Sie schwimmt meist im freien Wasser über tiefem Grund und mag kl

Abbildung zu Renke
Wissenschaftlicher NameCoregonus lavaretus
FamilieLachsfische (Salmonidae)
Größe25–40 cm (max 73 cm)[1]
Gewicht0,5–2 kg (max 10 kg)[1]
Alter3–8 Jahre (max ca. 20 Jahre)[2]

Schlanker, silbern glänzender Schwarmfisch mit kleinem Kopf, unterständigem Maul und der typischen Fettflosse der Lachsfische1. Lebt im Freiwasser tiefer, kühler und sauberer Voralpenseen und filtert dort winzige Schwebtierchen aus dem Wasser2. Im Winter zieht sie zum Laichen ins flachere Wasser über Kiesgrund3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Renke mit markierten Erkennungsmerkmalen FettflosseUnterständiges MaulSilberner Körper
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Schlanker, silberglänzender Körper
  • Kleiner Kopf mit unterständigem Maul
  • Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse
  • Tief eingekerbte Schwanzflosse
  • Fast keine Zähne im Maul
  • Große, leicht ablösbare Schuppen

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Äsche
Äsche

Die Äsche hat eine auffällig große, fahnenartige Rückenflosse, die der Renke fehlt.

Äsche im Lexikon
Abbildung zu Stint
Stint

Der Stint hat ein größeres, deutlich bezahntes Maul und riecht stark nach Gurke.

Stint im Lexikon
Abbildung zu Blaufelchen
Blaufelchen

Das Blaufelchen ist eine im freien Wasser lebende Renkenform; die Arten lassen sich äußerlich kaum unterscheiden, sicher nur über die Kiemenreusen.

Blaufelchen im Lexikon
Abbildung zu Renke
Schnäpel

Der Schnäpel ist eine nahe verwandte Renkenform mit etwas spitzerer Schnauze; sicher zu trennen ist er nur über die Kiemenreusen.

Renke im Lexikon
Abbildung zu Ukelei
Ukelei

Dem Ukelei fehlt die Fettflosse, die die Renke als Lachsverwandter besitzt; der Ukelei lebt zudem dicht unter der Oberfläche.

Ukelei im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Renke lebt in tiefen, kühlen und sauberen Seen mit wenig Nährstoffen, vor allem in den Alpen- und Voralpenseen wie dem Bodensee1. Sie schwimmt meist im freien Wasser über tiefem Grund und mag klares, sauerstoffreiches Wasser1. Es gibt zwei Lebensweisen: Schwebrenken stehen im Freiwasser, Bodenrenken halten sich näher am Grund auf2.

Verbreitung

In Deutschland kommt die Renke vor allem in den großen Voralpenseen wie dem Bodensee, Chiemsee oder Starnberger See vor, aber auch in tiefen norddeutschen Seen wie dem Schaalsee oder Plöner See1. Viele Bestände sind in den letzten Jahrzehnten durch Gewässerverschmutzung, Verlust von Laichplätzen und Klimawandel zurückgegangen5.

Nahrung

Die Renke frisst hauptsächlich winzige Schwebtierchen, das sogenannte Zooplankton, das sie aus dem Wasser filtert2. Dazu nutzt sie feine Kämme an den Kiemen, die wie ein Sieb wirken2. Bodenrenken nehmen auch kleine Tierchen vom Seegrund auf, größere Renken fressen gelegentlich Insektenlarven und kleine Krebse2.

Fortpflanzung

Die Renke laicht im Spätherbst und Winter, meist von Oktober bis Dezember, wenn die Wassertemperatur unter etwa 7 °C fällt3. Die Eier werden ins freie Wasser abgegeben, sinken zu Boden und kleben dort am Kies oder Geröll fest3. Die Larven schlüpfen erst nach rund 100 Tagen, also erst im Frühling3.

Angelwissen

Köder und Praxis

Hegene mit Nymphendrei bis fünf SeitenarmeRote Nympheunterster Köder am GrundMadeals Ergänzung am HakenDunkle Nympheschwarz, violett, weinrotDropshot-Montagekleine Kunstköder
Praxistipp

Am besten fängst du Renken mit der Hegene, einer feinen Montage mit mehreren Nymphen am Seitenarm6. Lote mit dem Echolot zuerst die Tiefe der Schwärme aus, oft stehen sie zwischen 15 und 22 Metern6. Der Biss ist kaum spürbar, also schlag bei jedem leichten Zucken der Spitze sofort an.

Schlaumeierwissen

Die Renke gilt als eine der feinsten Delikatessen unter den Süßwasserfischen — ihr zartes, weißes Fleisch schmeckt mild und leicht süßlich7. Geräuchert ist sie ein Klassiker rund um den Bodensee, wo man sie je nach Region Felchen, Maräne oder Reinanke nennt7.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 3.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 5.0 von 5. Verwechslung: 2.0 von 5. Schutz: 1.0 von 5Größe2.0Häufigkeit3.0Kampfstärke2.0Tafelqualität5.0Verwechslung2.0Schutz1.0
2.0
Größe

Typische Renken werden 25–40 cm lang, große Exemplare aber bis 73 cm und 10 kg4. Damit liegt sie im mittleren Bereich, etwa wie eine Brachse.

3.0
Häufigkeit

In den Voralpenseen ist die Renke ein wichtiger Brotfisch, doch viele Bestände sind zurückgegangen5. Außerhalb dieser Seen begegnet man ihr kaum.

2.0
Kampfstärke

Die Renke hat ein weiches Maul, in dem die feinen Haken leicht ausschlitzen6. Der Drill verläuft eher vorsichtig und gefühlvoll als kraftvoll.

5.0
Tafelqualität

Das zarte, weiße Fleisch gilt als feine Delikatesse mit mildem, leicht süßlichem Geschmack7. Geräuchert ist die Renke besonders beliebt7.

2.0
Verwechslung

Dank der Fettflosse ist die Renke gut von anderen Fischen abzugrenzen8. Schwierig wird es nur beim Unterscheiden der vielen eng verwandten Renken-Formen untereinander5.

1.0
Schutz

Schonzeit in 2 Bundesländern. Mindestmaß 30–30 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg30 cm15.10–10.01Renken/BlaufelchenQuelle
Bayern30 cm15.10–31.12Felchen/Coregonus spp.Quelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeFelchen; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishwhitefishAuch: common whitefish
NiederländischNederlandsgrote mareneAuch: marene
DänischDanskhelt
NorwegischNorsk (Bokmål)sik
SchwedischSvenskasik
FinnischSuomisiika
FranzösischFrançaislavaretAuch: féra
ItalienischItalianolavarelloAuch: coregone
SpanischEspañolcorégonoAuch: lavareto
KroatischHrvatskiozimicaAuch: velika ozimica
PolnischPolskisiejaAuch: sieja pospolita
TschechischČeštinasíh marénaAuch: maréna

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Landesfischereiverband Bayern — Renke
  2. 2Renkenfischen — Die Renke
  3. 3Angelstunde — Renken angeln
  4. 4FishBase — Coregonus lavaretus
  5. 5Simfisch — Renke Steckbrief
  6. 6Blinker — Renkenangeln mit der Hegene
  7. 7Send a Fish — Renke Zubereitung
  8. 8Simfisch — Felchen Portrait
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11Wikipedia

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