Fischart

Bachforelle

Salmo trutta fario

ForelleSteinforelleSalmo trutta farioBachforellen

Die Bachforelle liebt kühle, klare und sehr sauerstoffreiche Bäche und Flüsse in Mittelgebirgen und Gebirgen3. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion, also der schnell fließende

Abbildung zu Bachforelle
Wissenschaftlicher NameSalmo trutta fario
FamilieLachsfische (Salmonidae)
Größe25–40 cm typisch (max um 140 cm bei meerwandernden Formen)[1]
Gewicht0,3–2 kg typisch im Bach (max bis ~50 kg bei großen Wanderformen)[1]
Alteretwa 5–10 Jahre (max bis 38 Jahre)[1]

Schlanker, kräftig gebauter Salmonide mit roten, hell umrandeten Punkten unter der Seitenlinie und einer kleinen Fettflosse1. Lebt in kühlen, sauerstoffreichen Bächen mit Kiesgrund und ist dort der namensgebende Leitfisch der Forellenregion2. Im Winter zieht sie zum Laichen bachaufwärts in seichte, schnell fließende Abschnitte1.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Bachforelle mit markierten Erkennungsmerkmalen Rote PunkteFettflosseSchwarze PunkteTiefes Maul
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Rote, hell umrandete Punkte unterhalb der Seitenlinie
  • Schwarze Punkte oberhalb der Seitenlinie
  • Kleine fleischige Fettflosse vor der Schwanzflosse
  • Tief gespaltenes Maul reicht bis hinter das Auge
  • Kräftiger, leicht spindelförmiger Körper
  • Keine weißen Vorderränder an den Bauchflossen

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Regenbogenforelle
Regenbogenforelle

hat ein rosa-silbriges Längsband und keine roten Punkte, dafür viele dunkle Tupfen auch auf der Schwanzflosse

Regenbogenforelle im Lexikon
Abbildung zu Bachsaibling
Bachsaibling

hat helle, wurmartige Marmormuster auf dem dunklen Rücken und weiße Vorderränder an den unteren Flossen

Bachsaibling im Lexikon
Abbildung zu Seeforelle
Seeforelle

ist nur eine größere, im See lebende Form ohne die kräftigen roten Punkte der Bachforelle

Seeforelle im Lexikon
Abbildung zu Coregonen
Coregonen

Coregonen sind silbrige Lachsfische ohne rote oder schwarze Punkte und mit kleinem Maul; die Bachforelle hat ein großes Maul und kräftig rote Tupfen.

Coregonen im Lexikon
Abbildung zu Huchen
Huchen

Der Huchen hat einen langen, walzenförmigen Körper mit dunklen X-förmigen Tüpfeln und keine roten Punkte; die Bachforelle ist kleiner mit roten Tupfen.

Huchen im Lexikon
Abbildung zu Lachs
Lachs

Der Lachs hat einen schlanken Schwanzstiel zum Anfassen und meist keine roten Punkte unterhalb der Seitenlinie; die Bachforelle ist gedrungener mit vielen roten Tupfen.

Lachs im Lexikon
Abbildung zu Meerforelle
Meerforelle

Die Meerforelle ist silbrig glänzend mit dunklen x-förmigen Flecken und meist ohne rote Punkte; die Bachforelle ist bunter mit kräftig roten Tupfen.

Meerforelle im Lexikon
Abbildung zu Blaufelchen
Renke

Die Renke ist silbrig mit kleinem Maul und ohne farbige Punkte; die Bachforelle hat ein großes Maul und auffällige rote Tupfen.

Blaufelchen im Lexikon
Abbildung zu Seesaibling
Seesaibling

Der Seesaibling hat helle Punkte auf dunklem Grund und weiße Flossenränder; die Bachforelle hat rote und schwarze Punkte auf hellem Grund.

Seesaibling im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Bachforelle liebt kühle, klare und sehr sauerstoffreiche Bäche und Flüsse in Mittelgebirgen und Gebirgen2. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion, also der schnell fließenden Oberläufe2. Der Boden sollte aus Kies, Steinen oder Sand bestehen, denn dort findet sie Verstecke und Strömungsschatten1.

Verbreitung

Ursprünglich ist sie über fast ganz Europa verbreitet und kommt bis in den Nahen Osten vor2. In Deutschland gilt sie allgemein als nicht gefährdet und besiedelt fast alle geeigneten kühlen Fließgewässer, in manchen Mittelgebirgen bis in Höhen um 800 Meter2. Durch Besatz wurde sie weltweit in viele Gewässer eingebracht6.

Nahrung

Die Bachforelle ist ein anpassungsfähiger Räuber und frisst das, was am leichtesten zu bekommen ist7. Jungfische ernähren sich vor allem von Insektenlarven wie Köcherfliegen-, Eintagsfliegen- und Steinfliegenlarven sowie von Bachflohkrebsen7. Größere Tiere schnappen auch nach angeflogenen Insekten von der Oberfläche und jagen kleine Fische wie die Groppe7.

Fortpflanzung

Gelaicht wird im Winter, meist von Oktober bis Januar, vereinzelt bis Februar1. Die Weibchen graben mit der Schwanzflosse flache Laichgruben von rund 50 cm Durchmesser in den Kies und legen darin 1000 bis 1500 gelblich-orange Eier ab1. Nach der Befruchtung decken die Tiere die Eier wieder mit Kies zu; die Jungfische schlüpfen nach etwa 2,5 bis 4 Monaten1.

Angelwissen

Köder und Praxis

Spinnerklein, Größe 0–2Forellenblinker (Spoon)leicht, 2–5 gWobbler/Minnow3–7 cm, naturfarbenTrockenfliegeInsektenimitatNassfliege/NympheLarvenimitatTauwurmam leichten Grundblei
Praxistipp

Am erfolgreichsten ist leichtes Spinnfischen oder Fliegenfischen im engen Bach8. Geh früh morgens oder am Abend im Frühjahr und Herbst ans Wasser, wenn das Wasser kühl ist4. Wirf flussaufwärts und führe den Köder dicht an Strömungskanten und Unterständen vorbei, dort steht die Forelle auf der Lauer8.

Schlaumeierwissen

Die Bachforelle gilt als feine Delikatesse mit zartem, fettarmem Fleisch5. Spannend: Am intensivsten schmeckt sie im Frühjahr bis in den Juli, dann hat ihr Fleisch das feinste Aroma5. Schon ein wenig Butter, Kräuter und Zitrone reichen für ein kleines Festessen5.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 3.0 von 5. Kampfstärke: 3.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 2.5 von 5Größe2.0Häufigkeit3.0Kampfstärke3.0Tafelqualität4.0Verwechslung3.0Schutz2.5
2.0
Größe

Im typischen Bach meist 25–40 cm lang1, also ein mittelgroßer Fisch. Nur meerwandernde Verwandte werden deutlich größer3.

3.0
Häufigkeit

In kühlen Fließgewässern weit verbreitet und in Deutschland nicht gefährdet2. In geeigneten Bächen begegnet sie dem Angler regelmäßig, fehlt aber in warmen Tieflandflüssen.

3.0
Kampfstärke

Sie kämpft flink und kraftvoll mit schnellen Fluchten in der Strömung4. Schon mit feinem Gerät ist der Drill ein lebhaftes Erlebnis.

4.0
Tafelqualität

Das zarte, fettarme und mild-würzige Fleisch gilt als Delikatesse5. Am besten schmeckt sie schonend gebraten, gedünstet oder gegrillt5.

3.0
Verwechslung

Mit Regenbogenforelle und Bachsaibling leicht zu verwechseln1. Die roten, hell umrandeten Punkte und die Fettflosse helfen aber sicher bei der Bestimmung1.

2.5
Schutz

Schonzeit in 16 Bundesländern. Mindestmaß 20–30 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg25 cm01.10–28.02Hochrhein: 35 cm; Fließgewässer ab 800 m ü. NN: 20 cm; andere Gewässer: 25 cmQuelle
Bayern26 cm01.10–15.03Quelle
Berlin30 cm01.10–30.04Quelle
Brandenburg30 cm16.10–15.04Quelle
Bremen30 cm15.10–15.03Quelle
Hamburg20 cm15.10–15.02Entnahmefenster 20-40 cmQuelle
Hessen25 cm01.10–31.03Entnahmefenster 25-60 cm (Atlantische Forelle)Quelle
Mecklenburg-Vorpommern30 cm01.10–31.03Nur BinnenQuelle
Niedersachsen25 cm15.10–15.02Nur BinnenQuelle
Nordrhein-Westfalen25 cm20.10–15.03Quelle
Rheinland-Pfalz25 cm15.10–15.03Quelle
Saarland25 cm01.10–31.03Quelle
Sachsen28 cm01.10–30.04Quelle
Sachsen-Anhalt25 cm15.09–31.03Quelle
Schleswig-Holstein30 cm01.10–28.02Binnen: 30 cm, 01.10-28.02. Küste: 40 cm, 01.10-31.12 (Laichkleid)Quelle
Thüringen30 cm01.10–31.03Quelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishbrown troutAuch: river trout
NiederländischNederlandsbeekforel
DänischDanskbækørred
NorwegischNorsk (Bokmål)brunørretAuch: bekkørret
SchwedischSvenskaöringAuch: bäcköring
FinnischSuomitaimenAuch: tammukka
FranzösischFrançaistruite farioAuch: truite de rivière
ItalienischItalianotrota farioAuch: trota di torrente
SpanischEspañoltrucha comúnAuch: trucha de río
KroatischHrvatskipotočna pastrva
PolnischPolskipstrąg potokowy
TschechischČeštinapstruh obecnýAuch: pstruh potoční

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Simfisch – Bachforelle
  2. 2Wikipedia – Bachforelle
  3. 3FishBase – Salmo trutta
  4. 4Hecht&Barsch – Bachforelle angeln
  5. 5Aus dem Hinterland – Bachforelle als Speisefisch
  6. 6NABU – Bachforelle
  7. 7Angelmagazin – Bachforelle
  8. 8Dr. Catch – Spinnfischen am Bach
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11www.berlin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13schonzeiten.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15angelmagazin.de
  16. 16www.lallf.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18recht.nrw.de
  19. 19schonzeiten.de
  20. 20schonzeiten.de
  21. 21www.fischerei.sachsen.de
  22. 22www.fischereiberater-lsa.de
  23. 23schonzeiten.de
  24. 24www.umwelt-online.de

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