Fischart

Grundel

Gobiidae (z. B. Neogobius melanostomus)

SchwarzmundgrundelKesslergrundelFlussgrundelGobyGobiidae (z. B. Neogobius melanostomus)

Grundeln leben strikt am Gewässergrund, weil ihnen die Schwimmblase fehlt und sie deshalb kaum Auftrieb haben3. Man findet sie vor allem an steinigen Ufern, in Hafenbecken und an Buhnen, wo sie sich

Abbildung zu Grundel
Wissenschaftlicher NameGobiidae (z. B. Neogobius melanostomus)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
Größe10–18 cm (max über 30 cm)[1]
Gewicht20–100 g (max ca. 380 g)[1]
Alter3–4 Jahre (max ca. 6 Jahre)[2]

Kleiner Grundfisch mit verwachsenen Bauchflossen, die wie ein Saugnapf wirken und ihn an Steinen festhalten1. Mehrere Arten sind über Kanäle aus dem Schwarzen Meer eingewandert und in vielen Flüssen heute massenhaft unterwegs2. Da ihm die Schwimmblase fehlt, lebt er fast immer dicht am Boden zwischen Steinen.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Grundel mit markierten Erkennungsmerkmalen Saugnapf-BauchflosseZwei RückenflossenSchwarzer Fleck
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Bauchflossen zu einem Saugnapf verwachsen
  • Zwei deutlich getrennte Rückenflossen
  • Bulliger Kopf mit obenstehenden Augen
  • Großes Maul, gedrungener Körper
  • Keine Schwimmblase, sitzt am Grund
  • Schwarzer Fleck hinten an der ersten Rückenflosse

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Groppe
Mühlkoppe (Groppe)

Die Mühlkoppe hat getrennte Bauchflossen, die Grundel einen Saugnapf am Bauch.

Groppe im Lexikon
Abbildung zu Kaulbarsch
Kaulbarsch

Der Kaulbarsch hat nur eine durchgehende, stachelige Rückenflosse, die Grundel zwei getrennte Rückenflossen.

Kaulbarsch im Lexikon
Abbildung zu Grundel
Kesslergrundel

Die Kesslergrundel hat keinen schwarzen Fleck an der ersten Rückenflosse und einen breiteren Kopf; die Schwarzmundgrundel zeigt diesen Fleck deutlich.

Grundel im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Grundeln leben strikt am Gewässergrund, weil ihnen die Schwimmblase fehlt und sie deshalb kaum Auftrieb haben1. Man findet sie vor allem an steinigen Ufern, in Hafenbecken und an Buhnen, wo sie sich zwischen Steinen verstecken2. Sie vertragen sogar Brackwasser und kommen daher auch in Flussmündungen vor3.

Verbreitung

Mehrere Grundelarten sind in Deutschland erst seit wenigen Jahren heimisch geworden und gelten als eingewandert3. Sie kamen über den Main-Donau-Kanal und im Ballastwasser von Binnenschiffen aus dem Schwarzmeerraum bis in Rhein und Donau2. In vielen Flüssen sind sie heute extrem häufig und stellenweise die zahlenmäßig dominante Fischart3.

Nahrung

Grundeln sind richtige Nahrungsopportunisten und fressen fast alles, was in ihr großes Maul passt6. Auf dem Speiseplan stehen kleine Krebstierchen, Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und Fischeier2. Diese Gier macht sie für Angler zum Dauer-Beifang, weil sie blitzschnell an jeden Köder gehen5.

Fortpflanzung

Die Laichzeit zieht sich je nach Art über das Frühjahr und den Sommer von April bis September hin2. Das Weibchen heftet 300 bis 1000 Eier an die Unterseite von Steinen, Muschelschalen oder anderen harten Flächen6. Anschließend bewacht das Männchen das Gelege energisch, was viele Jungfische durchbringt und die schnelle Ausbreitung erklärt6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Wurmkleines Stück am HakenMadeein bis zwei am FeederhakenFischfetzenkleiner Streifen am GrundKunstköderwinziger Gummiköder am Grund
Praxistipp

Fang Grundeln direkt am Grund an steinigen Ufern oder Buhnen mit einem kleinen Haken und etwas Wurm oder Made5. Die Bisse kommen oft im Sekundentakt, also halte den Köder dicht am Boden und schlag früh an6. Größere Exemplare sind ein erstklassiger Köderfisch für Zander und Wels.

Schlaumeierwissen

Trotz schlechtem Ruf sind Grundeln ein durchaus feiner Speisefisch: ihr Fleisch ist mager und mild und lässt sich gut braten4. Spannend ist, dass dieser kleine Einwanderer ganze Flüsse umgekrempelt hat und heute der Lieblingssnack vieler Zander geworden ist5.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 1.0 von 5. Häufigkeit: 5.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe1.0Häufigkeit5.0Kampfstärke0.0Tafelqualität2.0Verwechslung3.0Schutz0.0
1.0
Größe

Die meisten Grundeln bleiben mit 10–18 cm klein, nur Ausnahmeexemplare schaffen über 30 cm2.

5.0
Häufigkeit

In befallenen Flüssen wie Rhein und Main sind Grundeln binnen weniger Jahre zur häufigsten Fischart geworden3.

0.0
Kampfstärke

Wegen der geringen Größe von meist unter 18 cm bietet die Grundel beim Drill kaum Widerstand2.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch ist mager und mild, die Fische sind aber klein, sodass sich nur größere Exemplare zum Braten lohnen4.

3.0
Verwechslung

Sie wird leicht mit der geschützten Mühlkoppe verwechselt; der Saugnapf aus den Bauchflossen ist das sichere Merkmal5.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishgobyAuch: round goby
NiederländischNederlandsgrondelAuch: zwartbekgrondel
DänischDanskkutlingAuch: sortmundet kutling
NorwegischNorsk (Bokmål)kutlingAuch: svartmunnet kutling
SchwedischSvenskasmörbultAuch: svartmunnad smörbult
FinnischSuomitokkoAuch: mustatäplätokko
FranzösischFrançaisgobieAuch: gobie à taches noires
ItalienischItalianoghiozzo
SpanischEspañolgobioAuch: góbido
KroatischHrvatskiglavočićAuch: glavoč
PolnischPolskibabkaAuch: babka bycza
TschechischČeštinahlaváčAuch: hlaváč černoústý

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia – Grundeln
  2. 2Wikipedia – Schwarzmund-Grundel
  3. 3BUND – Schwarzmundgrundel
  4. 4Dr. Catch – Grundeln essen
  5. 5Blinker – Grundel
  6. 6Angelstunde – Grundel
  7. 7Wikipedia

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