Kleiner, hell gelbbrauner Flusskrebs mit auffälligen rostbraunen Querstreifen auf dem Hinterleib und orangen Scherenspitzen1. Stammt aus Nordamerika und ist heute die häufigste Krebsart in unseren Gewässern2. Er überträgt die Krebspest, gegen die er selbst immun ist, und verdrängt so unsere heimischen Krebse2.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Rostbraune QuerstreifenOrange ScherenspitzenDornen am Panzer
- Hell gelbbrauner bis rotbrauner Körper
- Rostbraune Querstreifen auf jedem Hinterleibssegment
- Kleine Scheren mit orangen Spitzen und dunklem Ring
- Scherenunterseite hell, nie rot
- Kräftige Dornen am Brustpanzer und im Wangenbereich
- Wird meist nur 7 bis 9 cm lang
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Beim Edelkrebs ist die Scherenunterseite rot, beim Kamberkrebs immer hell.
Edelkrebs im Lexikon
Der Galizierkrebs hat sehr lange, schmale Scheren; der Kamberkrebs nur kleine, kräftige Scheren.
Sumpfkrebs im Lexikon
Dem Signalkrebs fehlen die typischen rostbraunen Querstreifen auf dem Hinterleib, die der Kamberkrebs trägt.
Signalkrebs im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Kamberkrebs lebt am liebsten in stehenden oder langsam fließenden Gewässern im Flachland2. Er bevorzugt flache, ruhige Bereiche mit schlammigem Grund, in den er sich tagsüber zurückzieht2. Auch zwischen Steinen, unterspülten Ufern und abgestorbenen Pflanzen findet er Deckung5.
Verbreitung
Der Krebs stammt aus Nordamerika und wurde 1895 in Deutschland ausgesetzt2. Heute ist er die häufigste Flusskrebsart in West- und Mitteleuropa und in fast ganz Deutschland verbreitet2. Nur im Süden, etwa am Bodensee und im Donausystem, breitet er sich noch weiter aus2.
Nahrung
Der Kamberkrebs ist ein Allesfresser und nimmt fast alles, was er findet6. Auf seinem Speiseplan stehen Wasserpflanzen und Algen ebenso wie kleine Wassertiere, Fische, Lurche und sogar deren Laich6. Damit greift er stark in das Gleichgewicht heimischer Gewässer ein.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im September und Oktober statt, die Eier legt das Weibchen aber erst im April oder Mai ab6. Es trägt etwa 200 bis 400 Eier mehrere Wochen lang unter dem Hinterleib mit sich6. Schon im ersten bis zweiten Lebensjahr ist der Krebs fortpflanzungsfähig, und sogar eine Vermehrung ohne Männchen ist möglich6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Am besten fängst du den Kamberkrebs mit Reuse oder Krebsteller, niemals mit der Rute3. Stelle die Fanggeräte abends an Verstecken wie unterspülten Ufern oder Steinen aus, denn nachts wird der Krebs mutig und verlässt seinen Unterschlupf5. Wichtig: Reusen müssen auf deinem Erlaubnisschein freigegeben sein3.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit meist nur 7 bis 9 cm und selten bis 13 cm Länge bleibt er sehr klein1.
Er ist die mit Abstand häufigste Flusskrebsart in Deutschland und fast überall verbreitet2.
Als kleiner Krebs liefert er keinen Drill — er wird mit Reuse oder Krebsteller gefangen, nicht mit der Rute3.
Er ist deutlich kleiner als klassische Speisekrebse, schmeckt aber durchaus brauchbar3.
Mit den rostbraunen Querstreifen und hellen Scherenunterseiten lässt er sich gut vom Edelkrebs unterscheiden4, die Krebsbestimmung braucht aber etwas Übung.
Kein besonderer Schutzstatus.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
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Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.