Fischart

Flussneunauge

Lampetra fluviatilis

BrickePrickeLampetra fluviatilisBachneunaugeNeunaugenNeunauge

Das Flussneunauge ist ein Wanderer: Es wächst im Meer heran und zieht zum Laichen weit flussaufwärts bis in stark strömende Ober- und Bachläufe12. Dort braucht es saubere, sauerstoffreiche Gewässe

Abbildung zu Flussneunauge
Wissenschaftlicher NameLampetra fluviatilis
FamilieNeunaugen (Petromyzontidae)
Größe30-40 cm (max 50 cm)[1][6]
Gewicht60-150 g (max ca. 150 g)[1]
Alter5-8 Jahre[2]

Aalartiger Wanderer ohne Kiefer, mit rundem Saugmaul und sieben Kiemenlöchern hinter dem Auge12. Wächst im Meer heran und zieht zum Laichen flussaufwärts in saubere, kiesige Bäche3. In Deutschland streng geschützt und selten geworden, weil Wehre seine Wanderwege blockieren4.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Flussneunauge mit markierten Erkennungsmerkmalen Rundes SaugmaulSieben KiemenlöcherAugeZwei Rückenflossen
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Langer, aalartiger Körper ohne Schuppen
  • Rundes Saugmaul statt Kiefer
  • Sieben runde Kiemenlöcher hinter dem Auge
  • Rücken dunkelgrau bis graugrün, Bauch weiß
  • Zwei Rückenflossen, keine Bauchflossen
  • Größer und dicker als das Bachneunauge

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Flussneunauge
Bachneunauge

Wird nur 10–15 cm lang und bleistiftdünn; beim laichreifen Tier stoßen die zwei Rückenflossen aneinander.

Flussneunauge im Lexikon
Abbildung zu Aal
Aal

Der Aal hat einen echten Kiefer mit Maul, Schuppen und nur eine durchgehende Flosse; das Neunauge hat ein Saugmaul und keine Schuppen.

Aal im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Das Flussneunauge ist ein Wanderer: Es wächst im Meer heran und zieht zum Laichen weit flussaufwärts bis in stark strömende Ober- und Bachläufe13. Dort braucht es saubere, sauerstoffreiche Gewässer mit sandig-kiesigem Grund. Wehre und Staustufen versperren ihm oft den Weg, weshalb es viele Flüsse heute nicht mehr erreicht4.

Verbreitung

In Deutschland kommt das Flussneunauge in den Einzugsgebieten von Nord- und Ostsee vor, etwa in Elbe und Weser35. Im Süden Deutschlands fehlt die Art ganz3. Die Bestände sind stark zurückgegangen, vor allem durch verbaute Flüsse und fehlende Wandermöglichkeiten4.

Nahrung

Als ausgewachsenes Tier lebt das Flussneunauge im Meer parasitisch: Mit seinem Saugmaul heftet es sich an Fische wie Heringe und Dorsche, raspelt mit Hornzähnen Fleischstücke heraus und saugt Blut17. Die jungen Larven dagegen ernähren sich im Bachgrund von Kleinstteilchen und Algen, die sie aus dem Wasser filtern1.

Fortpflanzung

Die Tiere wandern im Herbst flussaufwärts und laichen dann zwischen März und Mai an flachen, sandig-kiesigen Stellen13. Ein Weibchen legt bis zu 40.000 Eier ab1. Nach dem Laichen sterben die erwachsenen Tiere; die augen- und zahnlosen Larven (Querder) leben danach 3 bis 5 Jahre im Feinsediment vergraben13.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Das Flussneunauge ist ganzjährig geschützt und darf nicht gezielt befischt werden4. Solltest du eines als Beifang am Haken haben, löse es vorsichtig im Wasser und setze es sofort schonend zurück. Wer Wanderfischen helfen will, unterstützt Projekte für durchgängige Flüsse und Fischtreppen.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass Neunaugen früher als feine Delikatesse galten? Ihr weißes, grätenfreies und aalähnliches Fleisch wurde gebraten und in Essig eingelegt6. In England war die Lamprey Pie sogar ein Krönungsgeschenk für den Adel6 - heute sind die Tiere bei uns geschützt und gehören zurück ins Wasser.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 1.5 von 5Größe2.0Häufigkeit1.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung3.0Schutz1.5
2.0
Größe

Mit meist 30-40 cm, selten bis 50 cm, ist das Flussneunauge mittelgroß und etwa daumendick15.

1.0
Häufigkeit

Die Bestände sind stark zurückgegangen; in vielen Flüssen ist die Art durch Wehre verschwunden und gilt als gefährdet4.

0.0
Kampfstärke

Spielt für Angler keine Rolle, da der Fang ganzjährig verboten ist4.

0.0
Tafelqualität

Früher als Delikatesse geschätzt, heute aber wegen des Schutzes nicht mehr für die Küche relevant6.

3.0
Verwechslung

Leicht mit Bach- und Meerneunauge zu verwechseln; Unterschiede zeigen sich vor allem in Größe und Flossenform27.

1.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Baden-Württemberg. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztBach-, Fluss- und MeerneunaugeQuelle
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishriver lampreyAuch: lampern
NiederländischNederlandsrivierprikAuch: riviernegenoog
DänischDanskflodnegenøjeAuch: flodlampret
NorwegischNorsk (Bokmål)elveniøyeAuch: elvelamprett
SchwedischSvenskaflodnejonöga
FinnischSuominahkiainen
FranzösischFrançaislamproie de rivière
ItalienischItalianolampreda di fiume
SpanischEspañollamprea de río
KroatischHrvatskiriječna paklaraAuch: paklara
PolnischPolskiminóg rzeczny
TschechischČeštinamihule říční

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia - Flussneunauge
  2. 2BUND - Bachneunauge Unterschiede
  3. 3BfN - Flussneunauge Artenportrait
  4. 4Artensteckbrief - Flussneunauge Schutzstatus
  5. 5Natura 2000 Sachsen - Flussneunauge
  6. 6Kultur-Online - Neunaugen als Delikatesse
  7. 7Simfisch - Neunaugen
  8. 8www.landesrecht-bw.de

Wissen anwenden

Mit Lektionen und Fragen weiterlernen.

In der Angelmeister-App ist das Lexikon direkt mit deinem Lernweg verbunden.

App kennenlernen