Sehr großes, marmoriertes Neunauge mit runder Mundscheibe und sieben Kiemenöffnungen hinter dem Auge1. Es wächst im Meer heran und wandert zum Laichen weit in Flüsse hinauf2. In Deutschland ist die Art vom Aussterben bedroht und darf nicht befischt werden1.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
MundscheibeSieben KiemenöffnungenMarmorierung
- Kräftiger, aalartiger Körper ohne Schuppen
- Große runde Mundscheibe mit Hornzähnen
- Sieben runde Kiemenöffnungen hinter dem Auge
- Deutlich marmorierte Körperzeichnung
- Zwei getrennte Rückenflossen, keine paarigen Flossen
- Viel größer und kräftiger als Bach- und Flussneunauge
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Das Flussneunauge bleibt mit meist 30–40 cm deutlich kleiner und ist eher einfarbig grau bis oliv statt kräftig marmoriert.
Flussneunauge im Lexikon
Der Aal besitzt Kiefer, Brustflossen und eine durchgehende Flosse; das Meerneunauge hat eine runde Saugscheibe und sieben sichtbare Kiemenöffnungen.
Aal im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Das Meerneunauge wächst im Meer und in Flussmündungen heran. Zum Laichen steigt es in größere Flüsse und deren Nebengewässer auf, wo es stark durchströmte, sauerstoffreiche Kiesstrecken benötigt12. Die Larven leben mehrere Jahre eingegraben in ruhigeren Sand- und Schlammflächen2.
Verbreitung
In Deutschland liegt die Hauptverbreitung an der Nordsee. Laichaufstiege gibt es unter anderem in Rhein, Weser, Ems und Elbe sowie deren Nebengewässern1. Die Art ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützt1.
Nahrung
Die augenlosen Larven filtern Algen, Bakterien und organische Teilchen aus dem Wasser12. Erwachsene Meerneunaugen heften sich mit ihrer Mundscheibe an große Fische, raspeln die Haut an und ernähren sich von Blut und Körperflüssigkeit2. Vor der Laichwanderung stellen sie die Nahrungsaufnahme ein.
Fortpflanzung
Der Aufstieg aus dem Meer beginnt bereits im Winter; gelaicht wird meist von Mai bis Juli1. Die Tiere räumen über kiesigem Grund große Laichgruben frei. Ein Weibchen kann bis zu 240.000 Eier abgeben, und die erwachsenen Tiere sterben gewöhnlich nach dem Laichen12.
Angelwissen
Köder und Praxis
Das Meerneunauge darf nicht gezielt befischt werden. Ein zufällig gefundenes Tier sollte nicht angefasst oder aus dem Wasser genommen werden; Beobachtungen wandernder Tiere können für den Artenschutz wertvoll sein.
Der Name täuscht: Neunaugen besitzen nicht neun Augen. Sichtbar sind ein echtes Auge, sieben Kiemenöffnungen und die Nasenöffnung — zusammen wirken diese Öffnungen von der Seite wie neun Punkte.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
In Deutschland ist das Meerneunauge sehr selten und als vom Aussterben bedroht eingestuft1.
Die streng geschützte Art ist kein Zielfisch und darf nicht beangelt werden1.
Wegen des Schutzstatus hat die Art für Angler keine kulinarische Bedeutung1.
Die Form ähnelt anderen Neunaugen und dem Aal; Größe, Marmorierung, Mundscheibe und Kiemenöffnungen trennen die Arten.
Ganzjährig geschützt in 13 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 12. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Brandenburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bremen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hamburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hessen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 12. August 2026.
- 1Bundesamt für Naturschutz – Meerneunauge
- 2FishBase – Petromyzon marinus
- 3www.berlin.de
- 4angelmagazin.de
- 5schonzeiten.de
- 6schonzeiten.de
- 7angelmagazin.de
- 8www.lallf.de
- 9schonzeiten.de
- 10recht.nrw.de
- 11schonzeiten.de
- 12schonzeiten.de
- 13www.fischerei.sachsen.de
- 14www.fischereiberater-lsa.de
- 15schonzeiten.de
- 16Wikipedia