Fischart

Meerneunauge

Petromyzon marinus

SeeprickePetromyzon marinusMeerneunaugen

Das Meerneunauge wächst im Meer und in Flussmündungen heran. Zum Laichen steigt es in größere Flüsse und deren Nebengewässer auf, wo es stark durchströmte, sauerstoffreiche Kiesstrecken benötigt12

Abbildung zu Meerneunauge
Wissenschaftlicher NamePetromyzon marinus
FamilieNeunaugen (Petromyzontidae)
Größe60–90 cm (max 120 cm)
Gewicht0,8–1,5 kg (max 2,5 kg)
Alterbis 11 Jahre

Sehr großes, marmoriertes Neunauge mit runder Mundscheibe und sieben Kiemenöffnungen hinter dem Auge1. Es wächst im Meer heran und wandert zum Laichen weit in Flüsse hinauf2. In Deutschland ist die Art vom Aussterben bedroht und darf nicht befischt werden1.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Meerneunauge mit markierten Erkennungsmerkmalen MundscheibeSieben KiemenöffnungenMarmorierung
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Kräftiger, aalartiger Körper ohne Schuppen
  • Große runde Mundscheibe mit Hornzähnen
  • Sieben runde Kiemenöffnungen hinter dem Auge
  • Deutlich marmorierte Körperzeichnung
  • Zwei getrennte Rückenflossen, keine paarigen Flossen
  • Viel größer und kräftiger als Bach- und Flussneunauge

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Flussneunauge
FlussneunaugeLampetra fluviatilis

Das Flussneunauge bleibt mit meist 30–40 cm deutlich kleiner und ist eher einfarbig grau bis oliv statt kräftig marmoriert.

Flussneunauge im Lexikon
Abbildung zu Aal
AalAnguilla anguilla

Der Aal besitzt Kiefer, Brustflossen und eine durchgehende Flosse; das Meerneunauge hat eine runde Saugscheibe und sieben sichtbare Kiemenöffnungen.

Aal im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Das Meerneunauge wächst im Meer und in Flussmündungen heran. Zum Laichen steigt es in größere Flüsse und deren Nebengewässer auf, wo es stark durchströmte, sauerstoffreiche Kiesstrecken benötigt12. Die Larven leben mehrere Jahre eingegraben in ruhigeren Sand- und Schlammflächen2.

Verbreitung

In Deutschland liegt die Hauptverbreitung an der Nordsee. Laichaufstiege gibt es unter anderem in Rhein, Weser, Ems und Elbe sowie deren Nebengewässern1. Die Art ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützt1.

Nahrung

Die augenlosen Larven filtern Algen, Bakterien und organische Teilchen aus dem Wasser12. Erwachsene Meerneunaugen heften sich mit ihrer Mundscheibe an große Fische, raspeln die Haut an und ernähren sich von Blut und Körperflüssigkeit2. Vor der Laichwanderung stellen sie die Nahrungsaufnahme ein.

Fortpflanzung

Der Aufstieg aus dem Meer beginnt bereits im Winter; gelaicht wird meist von Mai bis Juli1. Die Tiere räumen über kiesigem Grund große Laichgruben frei. Ein Weibchen kann bis zu 240.000 Eier abgeben, und die erwachsenen Tiere sterben gewöhnlich nach dem Laichen12.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Das Meerneunauge darf nicht gezielt befischt werden. Ein zufällig gefundenes Tier sollte nicht angefasst oder aus dem Wasser genommen werden; Beobachtungen wandernder Tiere können für den Artenschutz wertvoll sein.

Schlaumeierwissen

Der Name täuscht: Neunaugen besitzen nicht neun Augen. Sichtbar sind ein echtes Auge, sieben Kiemenöffnungen und die Nasenöffnung — zusammen wirken diese Öffnungen von der Seite wie neun Punkte.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 4.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 2.0 von 5Größe4.0Häufigkeit1.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung3.0Schutz2.0
4.0
Größe

Mit meist 60–90 cm und bis zu 120 cm ist es das größte europäische Neunauge12.

1.0
Häufigkeit

In Deutschland ist das Meerneunauge sehr selten und als vom Aussterben bedroht eingestuft1.

0.0
Kampfstärke

Die streng geschützte Art ist kein Zielfisch und darf nicht beangelt werden1.

0.0
Tafelqualität

Wegen des Schutzstatus hat die Art für Angler keine kulinarische Bedeutung1.

3.0
Verwechslung

Die Form ähnelt anderen Neunaugen und dem Aal; Größe, Marmorierung, Mundscheibe und Kiemenöffnungen trennen die Arten.

2.0
Schutz

Ganzjährig geschützt in 13 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 12. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
NiedersachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 12. August 2026.

  1. 1Bundesamt für Naturschutz – Meerneunauge
  2. 2FishBase – Petromyzon marinus
  3. 3www.berlin.de
  4. 4angelmagazin.de
  5. 5schonzeiten.de
  6. 6schonzeiten.de
  7. 7angelmagazin.de
  8. 8www.lallf.de
  9. 9schonzeiten.de
  10. 10recht.nrw.de
  11. 11schonzeiten.de
  12. 12schonzeiten.de
  13. 13www.fischerei.sachsen.de
  14. 14www.fischereiberater-lsa.de
  15. 15schonzeiten.de
  16. 16Wikipedia

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