Fischart
Aal
Anguilla anguilla
Der Aal lebt versteckt am Grund von Flüssen, Bächen, Kanälen und Seen und mag warme, ruhige Gewässer mit schlammigem Boden, vielen Verstecken und überhängenden Ufern1. Stehende Gewässer besiedelt er

Langgestreckter, schlangenförmiger Bodenfisch mit durchgehendem Flossensaum und fehlenden Bauchflossen1. Wandert zum Laichen über tausende Kilometer in die Sargassosee im Atlantik und stirbt danach2. Nachts auf Nahrungssuche, tagsüber versteckt — sein Bestand ist heute stark gefährdet3.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Schlangenförmiger KörperDurchgehender FlossensaumKleine BrustflosseKeine Bauchflossen
- Langer, schlangenförmiger Körper
- Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum
- Bauchflossen fehlen komplett
- Nur zwei kleine Brustflossen hinter dem Kopf
- Dicke, sehr schleimige Haut mit winzigen Schuppen
- Rücken graubraun bis dunkelgrün, Bauch gelblich bis weiß
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Die Quappe trägt am Kinn einen einzelnen Bartfaden und ist deutlich gedrungener; der Aal ist langgestreckter und hat keine Barteln.
Quappe im Lexikon
Neunaugen haben sieben runde Kiemenöffnungen seitlich am Kopf und ein rundes Saugmaul, keine paarigen Flossen — der Aal hat ein normales Maul und zwei Brustflossen.
Flussneunauge im Lexikon
Der Afrikanische Raubwels hat acht lange Barteln und einen breiten, abgeflachten Kopf; der Aal ist bartlos und hat einen runden, schmalen Kopf.
Afrikanischer raubwels im Lexikon
Der Hornhecht hat einen langen, spitzen Schnabel mit grünen Gräten und lebt im Meer; der Aal ist bartlos, schnabellos und meist im Süßwasser zu finden.
Hornhecht im Lexikon
Der Schlammpeitzger ist viel kleiner, hat zehn Barteln rund ums Maul und längs gestreifte Flanken; der Aal ist größer und völlig bartlos.
Schlammpeitzger im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Aal lebt versteckt am Grund von Flüssen, Bächen, Kanälen und Seen und mag warme, ruhige Gewässer mit schlammigem Boden, vielen Verstecken und überhängenden Ufern4. Stehende Gewässer besiedelt er nur, wenn eine Verbindung zu fließenden Gewässern besteht3. Tagsüber liegt er gut versteckt, nachts geht er auf Nahrungssuche9.
Verbreitung
Der Aal kommt in fast allen größeren Flüssen und Seen Europas vor und ist auch in Deutschland in vielen Gewässern verbreitet4. Sein Bestand ist allerdings dramatisch eingebrochen: Seit 1998 steht er in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten3.
Nahrung
Der Aal ist ein nachtaktiver Räuber, der seine Beute vor allem über den Geruchssinn aufspürt9. Auf seinem Speiseplan stehen Würmer, Insektenlarven, kleine Krebse, Schnecken sowie kleine Fische und deren Laich9. Mit seinem schlanken Körper kann er auch in engen Spalten und Löchern nach Fressbarem suchen9.
Fortpflanzung
Zum Laichen wandert der ausgewachsene Aal über tausende Kilometer bis in die Sargassosee im Atlantik vor den Bahamas, wo er ablaicht und danach stirbt2. Die Abwanderung der laichreifen Blankaale erfolgt bei uns vor allem zwischen September und November2. Die jungen, durchsichtigen Glasaale brauchen rund zwei bis drei Jahre, bis sie als etwa 7 cm lange Tiere die europäischen Küsten erreichen und in die Flüsse aufsteigen2.
Angelwissen
Köder und Praxis
Geh den Aal mit der Grundmontage und einem Tauwurm an — die mit Abstand fängigste Methode6. Die heißeste Beißzeit ist im Sommer in warmen Nächten, oft zwischen 21:30 und 1:00 Uhr6. Leg den Köder dicht ans Ufer oder an Strukturkanten, wo der Aal nachts auf Nahrungssuche zieht.
Wusstest du, dass Aalfleisch so fett ist, dass es sich kaum besser zubereiten lässt als durch Räuchern? Geräuchert gilt der Aal seit jeher als feine Delikatesse, traditionell auf Schwarzbrot serviert7. Weil sein Bestand heute stark gefährdet ist, ist er auf dem Teller aber selten geworden5.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Aale werden meist 60–100 cm lang, große Exemplare erreichen bis zu 133 cm und gut 6 kg4. Damit zählt er zu den größeren heimischen Fischen.
Früher war der Aal weit verbreitet, doch der Nachwuchs ist seit 1970 um über 90 Prozent eingebrochen5. Man begegnet ihm heute deutlich seltener als früher.
Im Drill setzt sich der kräftige, schlangenförmige Aal heftig zur Wehr und windet sich; das macht ihn zu einem zähen Gegner an der Angel6.
Der Aal hat festes, feines Fleisch mit hohem Fettanteil und gilt geräuchert als echte Delikatesse7. Wegen des bedrohten Bestands sollte man ihn jedoch behutsam und nur dort entnehmen, wo es erlaubt ist.
Schonzeit in 6 Bundesländern. Mindestmaß 35–50 cm.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 12. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 50 cm | 15.09–01.03 | Nur im Rhein und seinem Gewässersystem | Quelle |
| Bayern | 50 cm | 01.10–31.12 | – | Quelle |
| Berlin | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Brandenburg | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Bremen | 45 cm | Keine Angabe | Keine Schonzeit | Quelle |
| Hamburg | 45 cm | Keine Angabe | Entnahmefenster 45-75 cm. Tageslimit 3 Stück | Quelle |
| Hessen | 50 cm | 15.09–01.03 | Entnahmefenster 50-70 cm | Quelle |
| Mecklenburg-Vorpommern | 50 cm | 01.12–28.02 | Binnen: 50 cm, 01.12-28.02. Küste: ganzjährig geschützt (EU-Aalverordnung) | Quelle |
| Niedersachsen | 35 cm | Keine Angabe | Binnen: 35 cm. Küste: 45 cm. Keine Schonzeit | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | 50 cm | 01.10–01.03 | Schonzeit nur im Rheinhauptstrom | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Saarland | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Sachsen | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Sachsen-Anhalt | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Schleswig-Holstein | 50 cm | Keine Angabe | Binnen 50 cm, keine Schonzeit. Küste: 45 cm, keine Schonzeit | Quelle |
| Thüringen | 50 cm | 01.11–28.02 | – | Quelle |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 12. August 2026.
- 1Landesfischereiverband Bayern: Aal
- 216er-Haken: Aal Fischkunde
- 3Stadt Gütersloh: Europäischer Aal
- 4Angelmagazin: Der Aal
- 5DAFV: Aal Fisch des Jahres 2025
- 6Blinker: Mein Aal-Jahr
- 7Blinker: Räucheraal
- 8Beachexplorer: Aale und Neunaugen
- 9Aalfreunde: Ernährung der Aale
- 10www.landesrecht-bw.de
- 11www.gesetze-bayern.de
- 12www.berlin.de
- 13angelmagazin.de
- 14schonzeiten.de
- 15schonzeiten.de
- 16angelmagazin.de
- 17www.lallf.de
- 18schonzeiten.de
- 19recht.nrw.de
- 20schonzeiten.de
- 21schonzeiten.de
- 22www.fischerei.sachsen.de
- 23www.fischereiberater-lsa.de
- 24schonzeiten.de
- 25www.umwelt-online.de
- 26Wikipedia