Fischart
Kaulbarsch
Gymnocephalus cernua
Der Kaulbarsch lebt am Grund von nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und mag dort vor allem sandigen oder schlammigen Untergrund1. In Flüssen findet man ihn in der ruhigen

Kleiner, gedrungener Grundfisch mit großem Kopf, einer ungeteilten Rückenflosse und sehr schleimiger Haut1. Lebt in kleinen Gruppen am Boden ruhiger Flüsse und Seen und ist gegen trübes Wasser erstaunlich unempfindlich2. Den langen Stachel am Kiemendeckel und die Schleimschicht merkst du spätestens beim Abhaken.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Ungeteilte RückenflosseStachel am KiemendeckelGroße hohe AugenDunkle Flecken
- Ungeteilte Rückenflosse mit deutlicher Einkerbung
- Großer Kopf mit großen, hochstehenden Augen
- Langer kräftiger Stachel am Kiemendeckel
- Oliv- bis braungrüner Rücken mit dunklen Flecken
- Sehr schleimige, glitschige Haut
- Hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Flussbarsch hat zwei getrennte Rückenflossen und rote Bauchflossen, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse.
Flussbarsch im LexikonDer Donaukaulbarsch ist noch hochrückiger und gedrungener und trägt Flecken, die immer senkrecht stehen.

Grundeln haben zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen, der Kaulbarsch hat getrennte Bauchflossen und stachelige Flossenstrahlen.
Grundel im Lexikon
Der Schnätzer trägt mehrere dunkle Längsstreifen auf den Flanken, der Kaulbarsch hat nur dunkle Flecken und keine durchgehenden Streifen.
Schnätzer im Lexikon
Der Zander hat zwei getrennte Rückenflossen und einen langgestreckten Körper, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse und einen gedrungenen Körper.
Zander im Lexikon
Der Zwergstichling hat mehrere freistehende Stacheln vor der Rückenflosse und bleibt winzig, der Kaulbarsch hat eine durchgehende Rückenflosse.
Zwergstichling im Lexikon
Der Wolgazander hat zwei getrennte Rückenflossen und einen schlanken Körper, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse.
Wolgazander im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Kaulbarsch lebt am Grund von nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und mag dort vor allem sandigen oder schlammigen Untergrund2. In Flüssen findet man ihn in der ruhigen Brassenregion, nicht aber in schnellen Forellenbächen2. Er ist sehr robust und kommt sogar mit trübem, leicht verschmutztem Wasser gut zurecht2.
Verbreitung
In Deutschland ist der Kaulbarsch fast überall verbreitet, mit Lücken südlich der Donau und in einigen Mittelgebirgen2. Besonders häufig steht er in den Mündungen großer Flüsse und sogar in brackigen Küstenregionen mit leichtem Salzgehalt2. Er lebt meist in kleinen Gruppen am Gewässergrund7.
Nahrung
Der Kaulbarsch frisst vor allem kleine Tiere vom Gewässergrund, etwa Insektenlarven, Würmer und kleine Krebstiere4. Daneben ist er ein gefürchteter Laichräuber und plündert die Eier und Brut anderer Fische7. Weil er auch nachts aktiv ist, geht ihm seine Beute kaum verloren4.
Fortpflanzung
Der Kaulbarsch laicht zwischen März und Mai bei Wassertemperaturen von etwa 10 bis 15 °C7. Ein Weibchen legt je nach Größe 50.000 bis 100.000 gelblich-weiße Eier in gallertartigen Schnüren auf Steinen oder Pflanzen ab7. Nach 8 bis 12 Tagen schlüpfen die Larven und ernähren sich zunächst von winzigem Plankton7.
Angelwissen
Köder und Praxis
Fang den Kaulbarsch mit einer leichten Posenmontage und einem kleinen Wurm- oder Madenstück direkt über dem Grund, denn dort hält er sich auf4. Im Herbst beißt er besonders zuverlässig, und auch in der Dämmerung und nachts ist er aktiv4. Halte den Köder still am Boden, dann saugt er ihn fast von allein ein.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit typisch 10–15 cm und höchstens 25 cm gehört der Kaulbarsch zu den kleinsten heimischen Raubfischen3.
In ganz Deutschland weit verbreitet und in nährstoffreichen Flüssen und Seen häufig anzutreffen2.
Wegen seiner geringen Größe von meist unter 15 cm ist der Drill kurz, für seine Größe wehrt er sich aber lebhaft4.
Das Fleisch gilt als wohlschmeckend, doch die vielen Stacheln und die geringe Größe unter 18 cm machen ihn als Speisefisch unpraktisch5.
Durch die ungeteilte Rückenflosse leicht vom Flussbarsch zu trennen, mit dem selteneren Donaukaulbarsch aber gut zu verwechseln6.
Kein besonderer Schutzstatus.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | Nicht in LFischVO BW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | Keine Schonzeit, kein Mindestmass | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | Nicht in LFischVO NRW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | Nur Binnen; kein Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.