Fischart

Kaulbarsch

Gymnocephalus cernua

RotzbarschPfaffenlausSturGymnocephalus cernuaKaulbarsches

Der Kaulbarsch lebt am Grund von nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und mag dort vor allem sandigen oder schlammigen Untergrund1. In Flüssen findet man ihn in der ruhigen

Abbildung zu Kaulbarsch
Wissenschaftlicher NameGymnocephalus cernua
FamilieEchte Barsche (Percidae)
Größe10–15 cm (max 25 cm)
Gewicht20–80 g (selten über 100 g)
Alter5–7 Jahre (max 10 Jahre)

Kleiner, gedrungener Grundfisch mit großem Kopf, einer ungeteilten Rückenflosse und sehr schleimiger Haut1. Lebt in kleinen Gruppen am Boden ruhiger Flüsse und Seen und ist gegen trübes Wasser erstaunlich unempfindlich2. Den langen Stachel am Kiemendeckel und die Schleimschicht merkst du spätestens beim Abhaken.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Kaulbarsch mit markierten Erkennungsmerkmalen Ungeteilte RückenflosseStachel am KiemendeckelGroße hohe AugenDunkle Flecken
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Ungeteilte Rückenflosse mit deutlicher Einkerbung
  • Großer Kopf mit großen, hochstehenden Augen
  • Langer kräftiger Stachel am Kiemendeckel
  • Oliv- bis braungrüner Rücken mit dunklen Flecken
  • Sehr schleimige, glitschige Haut
  • Hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Flussbarsch
Flussbarsch

Der Flussbarsch hat zwei getrennte Rückenflossen und rote Bauchflossen, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse.

Flussbarsch im Lexikon
Donaukaulbarsch

Der Donaukaulbarsch ist noch hochrückiger und gedrungener und trägt Flecken, die immer senkrecht stehen.

Abbildung zu Grundel
Grundel

Grundeln haben zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen, der Kaulbarsch hat getrennte Bauchflossen und stachelige Flossenstrahlen.

Grundel im Lexikon
Abbildung zu Schnätzer
Schnätzer

Der Schnätzer trägt mehrere dunkle Längsstreifen auf den Flanken, der Kaulbarsch hat nur dunkle Flecken und keine durchgehenden Streifen.

Schnätzer im Lexikon
Abbildung zu Zander
Zander

Der Zander hat zwei getrennte Rückenflossen und einen langgestreckten Körper, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse und einen gedrungenen Körper.

Zander im Lexikon
Abbildung zu Zwergstichling
Zwergstichling

Der Zwergstichling hat mehrere freistehende Stacheln vor der Rückenflosse und bleibt winzig, der Kaulbarsch hat eine durchgehende Rückenflosse.

Zwergstichling im Lexikon
Abbildung zu Wolgazander
Wolgazander

Der Wolgazander hat zwei getrennte Rückenflossen und einen schlanken Körper, der Kaulbarsch nur eine durchgehende Rückenflosse.

Wolgazander im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Kaulbarsch lebt am Grund von nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und mag dort vor allem sandigen oder schlammigen Untergrund2. In Flüssen findet man ihn in der ruhigen Brassenregion, nicht aber in schnellen Forellenbächen2. Er ist sehr robust und kommt sogar mit trübem, leicht verschmutztem Wasser gut zurecht2.

Verbreitung

In Deutschland ist der Kaulbarsch fast überall verbreitet, mit Lücken südlich der Donau und in einigen Mittelgebirgen2. Besonders häufig steht er in den Mündungen großer Flüsse und sogar in brackigen Küstenregionen mit leichtem Salzgehalt2. Er lebt meist in kleinen Gruppen am Gewässergrund7.

Nahrung

Der Kaulbarsch frisst vor allem kleine Tiere vom Gewässergrund, etwa Insektenlarven, Würmer und kleine Krebstiere4. Daneben ist er ein gefürchteter Laichräuber und plündert die Eier und Brut anderer Fische7. Weil er auch nachts aktiv ist, geht ihm seine Beute kaum verloren4.

Fortpflanzung

Der Kaulbarsch laicht zwischen März und Mai bei Wassertemperaturen von etwa 10 bis 15 °C7. Ein Weibchen legt je nach Größe 50.000 bis 100.000 gelblich-weiße Eier in gallertartigen Schnüren auf Steinen oder Pflanzen ab7. Nach 8 bis 12 Tagen schlüpfen die Larven und ernähren sich zunächst von winzigem Plankton7.

Angelwissen

Köder und Praxis

Tauwurmkleines Stück am HakenMadeein bis zwei am HakenMistwurmklein angebotenBachflohkrebsnatürlicher BissköderKleiner Twister1–2 cm, langsam geführt
Praxistipp

Fang den Kaulbarsch mit einer leichten Posenmontage und einem kleinen Wurm- oder Madenstück direkt über dem Grund, denn dort hält er sich auf4. Im Herbst beißt er besonders zuverlässig, und auch in der Dämmerung und nachts ist er aktiv4. Halte den Köder still am Boden, dann saugt er ihn fast von allein ein.

Schlaumeierwissen

Klein und stachelig, aber lecker: In Russland landete der Kaulbarsch in der berühmten Fischsuppe Ucha, die schon Zar Iwan geschätzt haben soll8. Auch in Finnland und Polen ist er als Suppenfisch beliebt5 – für eine Portion braucht man allerdings gut zwei Dutzend Tiere.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 1.0 von 5. Häufigkeit: 4.0 von 5. Kampfstärke: 1.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 2.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe1.0Häufigkeit4.0Kampfstärke1.0Tafelqualität2.0Verwechslung2.0Schutz0.0
1.0
Größe

Mit typisch 10–15 cm und höchstens 25 cm gehört der Kaulbarsch zu den kleinsten heimischen Raubfischen3.

4.0
Häufigkeit

In ganz Deutschland weit verbreitet und in nährstoffreichen Flüssen und Seen häufig anzutreffen2.

1.0
Kampfstärke

Wegen seiner geringen Größe von meist unter 15 cm ist der Drill kurz, für seine Größe wehrt er sich aber lebhaft4.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch gilt als wohlschmeckend, doch die vielen Stacheln und die geringe Größe unter 18 cm machen ihn als Speisefisch unpraktisch5.

2.0
Verwechslung

Durch die ungeteilte Rückenflosse leicht vom Flussbarsch zu trennen, mit dem selteneren Donaukaulbarsch aber gut zu verwechseln6.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine AngabeNicht in LFischVO BW gelistet; keine RegelungQuelle
BayernKeine AngabeKeine AngabeKeine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeNicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine AngabeNur Binnen; kein Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishruffeAuch: pope
NiederländischNederlandspos
DänischDanskhork
NorwegischNorsk (Bokmål)hork
SchwedischSvenskagärs
FinnischSuomikiiski
FranzösischFrançaisgrémille
ItalienischItalianoacerina
SpanischEspañolacerina
KroatischHrvatskibalavacAuch: obični balavac
PolnischPolskijazgarz
TschechischČeštinaježdíkAuch: ježdík obecný

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Deutschlands Natur – Kaulbarsch
  2. 2Wikipedia – Kaulbarsch
  3. 3FishBase – Gymnocephalus cernua
  4. 4Angelstunde – Der Kaulbarsch
  5. 5Blinker-Forum – Kaulbarsch in der Küche
  6. 6Heintges eLearning – Kaulbarsch und Donaukaulbarsch
  7. 7Fische-Arten.de – Kaulbarsch
  8. 8Russia Beyond – Ucha, Fischsuppe der Zaren

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