Fischart

Karausche

Carassius carassius

BauernkarpfenMoorkarpfenCarassius carassiusKarauschen

Die Karausche ist ein typischer Stillwasserfisch und liebt kleine, stark verkrautete Seen, Teiche und Tümpel1. Schlamm ist ihr Lebenselement: dort sucht sie Nahrung und gräbt sich im Winter sogar in

Abbildung zu Karausche
Wissenschaftlicher NameCarassius carassius
FamilieKarpfenfische
Größe15–25 cm (max 64 cm)[6]
Gewicht200–500 g (max 3 kg)[6]
Alterbis etwa 10 Jahre (max 10 Jahre)[6]

Gedrungener, fast kreisrunder Schwarmfisch mit goldgelb glänzenden Flanken und einer nach außen gewölbten Rückenflosse1. Er liebt verkrautete Tümpel und schlammige Kleingewässer und überlebt dort sogar unter Eis, indem er sich in den Schlamm eingräbt2. Heute ist er in Deutschland selten geworden und steht auf der Roten Liste3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Karausche mit markierten Erkennungsmerkmalen Hoher runder KörperGewölbte RückenflosseKeine BartfädenGoldgelbe Flanken
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Hochrückiger, gedrungener, fast runder Körper3
  • Goldgelbe bis bronzene Färbung der Flanken3
  • Rückenflosse nach außen gewölbt (konvex)3
  • 31 bis 36 Schuppen entlang der Seitenlinie3
  • Kein Bartfaden am Maul (anders als Karpfen)3
  • Dunkler Fleck nahe der Schwanzwurzel oft sichtbar3

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Giebel
Giebel

Der Giebel hat silberbraune Flanken und eine gerade oder leicht eingebuchtete Rückenflosse; die Karausche ist goldgrün und ihre Rückenflosse wölbt sich nach außen.

Giebel im Lexikon
Goldfisch

Ausgesetzte Goldfische ähneln der Karausche stark, sind aber oft rötlich gefärbt und können sich mit ihr kreuzen.

Abbildung zu Schleie
Schleie

Die Schleie hat zwei kurze Barteln und winzige, tief in der Haut sitzende Schuppen; die Karausche hat keine Barteln und große Schuppen.

Schleie im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Karausche ist ein typischer Stillwasserfisch und liebt kleine, stark verkrautete Seen, Teiche und Tümpel2. Schlamm ist ihr Lebenselement: dort sucht sie Nahrung und gräbt sich im Winter sogar in den weichen Untergrund ein, wo sie in eine Art Winterstarre fällt2. So übersteht sie sauerstoffarme Bedingungen, die für viele andere Fische tödlich wären.

Verbreitung

In Deutschland kommt die Karausche flächendeckend vor, ist aber überall selten geworden2. Ihr europäischer Verbreitungsschwerpunkt liegt im mittleren Teil des Kontinents2. Die kleinen, pflanzenreichen Gewässer, die sie braucht, verschwinden zunehmend durch Trockenlegung und Landwirtschaft3.

Nahrung

Die Karausche ist ein anspruchsloser Allesfresser6. Sie frisst weiche Wasserpflanzen und Algen ebenso wie kleine Bodentiere am Grund, etwa Zuckmückenlarven, Eintagsfliegenlarven, Wasserflöhe und Würmer6. Praktisch alles, was ins Maul passt, wird genommen.

Fortpflanzung

Die Laichzeit fällt in Mai und Juni, wenn das Wasser über etwa 18 °C steigt6. Ein Weibchen legt rund 150.000 bis 300.000 kleine, klebrige Eier an Wasserpflanzen ab6. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach drei bis sieben Tagen6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Tauwurmerfolgreich für kapitale TiereMistwurmkleiner GelbschwanzMadeFrühjahr und HerbstMaisein bis zwei Körner im SommerTeigim Sommer fängig
Praxistipp

Fische die Karausche mit leichter Posenmontage dicht über dem Grund in verkrauteten Buchten5. Die besten Fänge gelingen von Mai bis September, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung5. Bei Hitze sind die Fische am aktivsten, dann läuft der Tauwurm dicht am Kraut am besten5.

Schlaumeierwissen

In Osteuropa landet die Karausche bis heute regelmäßig in der Pfanne und gilt in Butter gebraten als wohlschmeckend5. Spannender als ihr Speisewert ist aber ihr Überlebenstrick: Sie überdauert den Winter eingegraben im Schlamm und kann selbst unter dichtem Eis ausharren2.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 2.5 von 5Größe2.0Häufigkeit1.0Kampfstärke2.0Tafelqualität2.0Verwechslung4.0Schutz2.5
2.0
Größe

Meist 15–25 cm lang, im Schnitt nur um die 15 cm4. Größere Exemplare über 30 cm sind selten, das Maximum liegt bei rund 64 cm4.

1.0
Häufigkeit

Früher weit verbreitet, heute in Deutschland überall selten und stark im Rückgang23. Die Rote Liste stuft sie als stark gefährdet ein3.

2.0
Kampfstärke

Der hochrückige Körper sorgt beim Drill für etwas Widerstand, doch kapitale Tiere sind selten1. Insgesamt ein eher ruhiger Gegner an leichtem Gerät5.

2.0
Tafelqualität

In Butter gebraten durchaus wohlschmeckend, vor allem in Osteuropa als Speisefisch geschätzt5. Allerdings hat sie sehr viele Gräten5.

4.0
Verwechslung

Leicht mit Giebel, Goldfisch oder Karpfen zu verwechseln1. Sicher unterscheidbar an der nach außen gewölbten Rückenflosse und den fehlenden Bartfäden1.

2.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeNicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen15 cm01.02–30.06Quelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
Thüringen15 cm01.04–31.05Quelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishcrucian carpAuch: crucian
NiederländischNederlandskroeskarper
DänischDanskkaruds
NorwegischNorsk (Bokmål)karuss
SchwedischSvenskaruda
FinnischSuomiruutana
FranzösischFrançaiscarassinAuch: carassin commun
ItalienischItalianocarassio
SpanischEspañolcarpínAuch: carpa de fango
KroatischHrvatskikarasAuch: zlatni karas
PolnischPolskikaraśAuch: karaś pospolity
TschechischČeštinakarasAuch: karas obecný

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Anglerboard – Friedfische unterscheiden
  2. 2Simfisch – Karausche Biologie und Lebensraum
  3. 3Pro-Fishing – Karausche im Portrait
  4. 4FishBase – Carassius carassius
  5. 5Angelstunde – Die Karausche angeln
  6. 6Fishman Guide – Karausche
  7. 7www.gesetze-bayern.de
  8. 8www.berlin.de
  9. 9angelmagazin.de
  10. 10schonzeiten.de
  11. 11www.fischerei.sachsen.de
  12. 12www.umwelt-online.de
  13. 13Wikipedia

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