Fischart

Wolgazander

Sander volgensis

Wolga-ZanderBerschikSander volgensis

Der Wolgazander mag tiefere, sandige Abschnitte großer Flüsse und vor allem ruhige, strömungsarme Stellen wie Hafenbecken und Wendebecken in Schifffahrtskanälen14. Er hält sich fast immer dicht üb

Abbildung zu Wolgazander
Wissenschaftlicher NameSander volgensis
FamilieEchte Barsche (Percidae)
Größe25–40 cm (max etwa 60 cm)
Gewicht0,3–1,5 kg (max etwa 2 kg)
Alteretwa 8–12 Jahre (max etwa 12 Jahre)

Kleiner Verwandter des Zanders, den du am sichersten an seinen fehlenden Fangzähnen erkennst12. Sein Körper trägt sechs bis neun dunkle Querbinden, fast wie beim Flussbarsch, und er bleibt mit selten über 60 cm deutlich kleiner als der Zander2. In Deutschland ist er ein neuer Gast, der sich seit 2010 über die Kanäle ausbreitet3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Wolgazander mit markierten Erkennungsmerkmalen Keine FangzähneDunkle QuerbindenHohe erste RückenflosseGroße Augen
Erkennungsmerkmale im Bild4 Merkmale aus der App
  • Kleiner und etwas gedrungener als der Zander
  • KEINE großen Fangzähne im Maul
  • Sechs bis neun dunkle Querbinden an den Seiten
  • Erste Rückenflosse höher als die zweite
  • Relativ große Augen
  • Wenige große Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Stumpfe, rundliche Schnauze

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Zander
Zander

Der Zander hat im Maul große, spitze Fangzähne und wird über 100 cm lang — dem Wolgazander fehlen diese Fangzähne ganz, und er bleibt mit selten über 60 cm deutlich kleiner.

Zander im Lexikon
Abbildung zu Flussbarsch
Flussbarsch

Der Flussbarsch ist viel hochrückiger und hat einen dunklen Fleck am Ende der ersten Rückenflosse, während der Wolgazander schlank gebaut ist und keinen solchen Fleck trägt.

Flussbarsch im Lexikon
Abbildung zu Kaulbarsch
Kaulbarsch

Der Kaulbarsch bleibt sehr klein und hat nur eine durchgehende Rückenflosse, während der Wolgazander zwei getrennte Rückenflossen besitzt.

Kaulbarsch im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Wolgazander mag tiefere, sandige Abschnitte großer Flüsse und vor allem ruhige, strömungsarme Stellen wie Hafenbecken und Wendebecken in Schifffahrtskanälen26. Er hält sich fast immer dicht über dem Grund auf, in großen Seen steht er auch im freien Wasser6. Trübes Wasser stört ihn nicht — er jagt gern bei wenig Licht und in der Nacht4.

Verbreitung

Ursprünglich stammt der Wolgazander aus dem Osten Europas, etwa aus dem Einzugsgebiet der Donau, der Wolga und des Schwarzen Meeres1. In Deutschland ist er ein recht neuer Gast: 2010 wurde er zum ersten Mal im Mittellandkanal bei Braunschweig gefangen und breitet sich seitdem über die Kanäle, die Elbe und die Weser nach Norden aus34. Bestätigte Funde gibt es inzwischen aus mehreren Bundesländern, vor allem in Niedersachsen4.

Nahrung

Der Wolgazander frisst kleine Fische und allerlei Kleintiere und steigt erst recht spät, mit etwa 20 cm Länge, auf Fischnahrung um26. Junge Tiere ernähren sich von winzigen Schwebtierchen im Wasser, später kommen Insektenlarven, kleine Krebse und Würmer dazu26. Am liebsten erbeutet er kleine Barsche, und er nimmt sogar im kalten Winter noch Nahrung auf5.

Fortpflanzung

Der Wolgazander laicht im Frühjahr und Frühsommer, meist zwischen April und Juni bei Wassertemperaturen von etwa 10 bis 22 °C — und damit oft etwas später als der heimische Zander76. Die Weibchen heften ihre Eier in mehreren Portionen an Wasserpflanzen, Steine oder Totholz7. Ein großes Weibchen kann dabei zwischen rund 44.000 und über 350.000 Eier ablegen7.

Angelwissen

Köder und Praxis

Tauwurmam Grund angebotenKleiner Köderfischtot oder lebend, grundnahSchlanker Gummifischklein, 5–8 cm, bodennahKleiner Wobblerin der DämmerungKrebsimitatam Grund
Praxistipp

Such den Wolgazander an ruhigen, tiefen Stellen wie Hafen- und Wendebecken in Kanälen, wo er fast immer dicht über dem Grund steht26. Fische einen kleinen Köderfisch oder Tauwurm direkt am Boden, am besten in der Dämmerung oder nachts, wenn er aktiv jagt4. Halte die Köder klein — er bevorzugt handliche Beute.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der kleine Wolgazander auf dem Teller dem berühmten Zander kaum nachsteht? Sein weißes, festes Fleisch schmeckt ähnlich fein, nur die Filets fallen wegen der geringen Größe deutlich kleiner aus5. In seiner Heimat an Wolga und Donau ist er ein geschätzter Fang fürs Abendessen1.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe2.0Häufigkeit1.0Kampfstärke2.0Tafelqualität4.0Verwechslung4.0Schutz0.0
2.0
Größe

Mit typisch 25–40 cm und selten über 60 cm bleibt er deutlich kleiner als der gewöhnliche Zander[fb]2.

1.0
Häufigkeit

In Deutschland noch selten und auf wenige Gewässer vor allem in Niedersachsen beschränkt, breitet sich aber langsam aus43.

2.0
Kampfstärke

Wegen seiner geringen Größe fällt der Drill eher mäßig aus, auch wenn er kurze, kräftige Fluchten zeigt2.

4.0
Tafelqualität

Sein weißes Filet steht dem des Zanders im Geschmack kaum nach und gilt als ausgezeichneter Speisefisch5.

4.0
Verwechslung

Er wird leicht mit dem jungen Zander verwechselt; das sicherste Merkmal sind die fehlenden Fangzähne und die deutlichen Querbinden12.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishVolga pikeperchAuch: Volga zander
NiederländischNederlandswolgazander
DänischDanskvolgasandart
NorwegischNorsk (Bokmål)volgasandart
SchwedischSvenskavolgasandart
FinnischSuomivenäjänkuha
FranzösischFrançaissandre de la Volga
ItalienischItalianolucioperca della VolgaAuch: sandre della Volga
SpanischEspañollucioperca del Volga
KroatischHrvatskismuđ kamenjarAuch: kamenjar
PolnischPolskisandacz wołżański
TschechischČeštinacandát východní

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia — Wolgazander
  2. 2Anglerverband Niedersachsen — Artsteckbrief Wolgazander
  3. 3Anglerverband Hamburg — Der Wolgazander
  4. 4Blinker — Neue Wolgazander-Studie: Verbreitung und Biologie
  5. 5Fisch-Hitparade — Wolgazander Fischlexikon
  6. 6Angel-Urlaub — Wolgazander angeln
  7. 7Fisch & Fang — Neue Studie zur Verbreitung des Wolgazanders

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