Fischart

Barbe

Barbus barbus

FlussbarbePiggeGoldbarbeBarbus barbusBarben

Die Barbe lebt am Grund von schnell fließenden Flüssen mit kräftiger Strömung, sauerstoffreichem Wasser und kiesigem oder steinigem Boden1. Sie ist ein geselliger Fisch und steht meist in kleinen Gr

Abbildung zu Barbe
Wissenschaftlicher NameBarbus barbus
FamilieKarpfenfische
Größe25–75 cm (max 120 cm)
Gewicht1–4 kg (max 12 kg)
Alter10–12 Jahre (max 15 Jahre)

Kräftiger Grundfisch mit rüsselförmigem Maul und vier Barteln, mit denen er den Flussboden nach Nahrung abtastet1. Lebt gesellig in schnell strömenden, sauerstoffreichen Flüssen über Kies und Steinen2. Er gibt sogar einem ganzen Flussabschnitt seinen Namen, der Barbenregion im Mittellauf3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Barbe mit markierten Erkennungsmerkmalen Vier BartelnUnterständiges MaulRückenflosse mit Hartstrahl
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Rüsselförmiges, stark unterständiges Maul
  • Vier kräftige Barteln an der Oberlippe
  • Langgestreckter, fast drehrunder Körper
  • Dicke, fleischige Lippen
  • Rückenflosse mit verdicktem, gesägtem Hartstrahl
  • Untere Flossen oft leicht rötlich getönt

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Zährte
Zährte

Trägt keine Barteln und hat eine deutlich nach unten gerichtete Schnauze ohne Rüsselform

Zährte im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Barbe lebt am Grund von schnell fließenden Flüssen mit kräftiger Strömung, sauerstoffreichem Wasser und kiesigem oder steinigem Boden2. Sie ist ein geselliger Fisch und steht meist in kleinen Gruppen dicht über dem Untergrund2. Nach ihr ist sogar ein ganzer Flussabschnitt benannt: die Barbenregion, der Mittellauf unserer Flüsse3.

Verbreitung

Die Barbe kommt in fast ganz West- und Mitteleuropa vor, fehlt aber in Skandinavien, Dänemark, Schottland und Irland3. In Deutschland ist sie verbreitet und nicht selten, mit einem Schwerpunkt im Süden2. 2003 war sie in Deutschland Fisch des Jahres2.

Nahrung

Die Barbe ist bei der Nahrung wenig wählerisch und sucht den Gewässergrund nach allem Fressbaren ab1. Mit ihren vier Barteln tastet sie den Boden nach kleinen Würmern, Insektenlarven, Schnecken und Krebstieren ab1. Auch pflanzliche Kost und Aas nimmt sie auf, was ihr das Überleben in vielen Flüssen erleichtert1.

Fortpflanzung

Die Laichzeit dauert ungefähr von Mai bis Juli8. Dafür ziehen die Barben in großen Gruppen flussaufwärts und suchen flache, stark überströmte Stellen mit Kiesgrund8. Das Weibchen legt rund 6.000 bis 9.000 gelbliche, klebrige Eier pro Kilogramm Körpergewicht zwischen die Steine8. Der Rogen ist roh giftig und löst Übelkeit und Durchfall aus, wird durch Erhitzen aber unschädlich4.

Angelwissen

Köder und Praxis

Käseje älter und strenger, desto besserDendrobena-Wurmkräftiger TauwurmMadenim Bündel am HakenMaisDosenmais, mehrere KörnerPelletsam Haar montiertHanfkörnerauch als Anfutter
Praxistipp

Am besten fängst du Barben mit dem Feeder, weil du den Köder genau in der Futterstelle und auch in starker Strömung sicher platzierst7. Die beste Zeit beginnt nach der Laichzeit und reicht bis in den Herbst, besonders fängig sind Morgen- und Abenddämmerung6. Stell die Bremse nicht zu straff ein, sonst reißt bei der ersten Flucht die Schnur7.

Schlaumeierwissen

Das Barbenfleisch schmeckt durchaus, ist aber so grätenreich, dass man es oft zu Frikadellen verarbeitet5. Wusstest du, dass schon die alten Griechen und Römer die Barbe gern auf der Tafel hatten5? Vorsicht aber beim Rogen: roh ist er giftig und löst Übelkeit aus4.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 3.0 von 5. Häufigkeit: 3.0 von 5. Kampfstärke: 4.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 2.0 von 5. Schutz: 4.5 von 5Größe3.0Häufigkeit3.0Kampfstärke4.0Tafelqualität2.0Verwechslung2.0Schutz4.5
3.0
Größe

Wird meist 25–75 cm lang, in Ausnahmefällen bis 120 cm und 12 kg4. Damit gehört die Barbe zu den größeren heimischen Friedfischen.

3.0
Häufigkeit

In Deutschland verbreitet und nicht selten, mit Schwerpunkt im Süden2. Auf der Roten Liste gilt sie als mäßig häufig und ungefährdet, jedoch mit Vorwarnung wegen früherer Bestandsrückgänge5.

4.0
Kampfstärke

Barben sind extrem kampfstark und liefern ausdauernde, explosive Fluchten in der Strömung6. Eine zu straffe Bremse führt schnell zum Schnurbruch7.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch schmeckt, ist aber sehr grätenreich5. Wegen der vielen Gräten wird die Barbe gerne zu Frikadellen verarbeitet5.

2.0
Verwechslung

Die vier Barteln am rüsselförmigen Maul machen die Barbe gut kenntlich4. Nur Jungfische lassen sich mit dem Gründling verwechseln, der aber nur zwei Barteln trägt.

4.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg40 cm01.05–15.06Quelle
Bayern40 cm01.05–30.06Quelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Brandenburg40 cm01.05–31.07Quelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
Hessen40 cm01.05–30.06Entnahmefenster 40-60 cmQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Niedersachsen35 cmKeine AngabeNur Binnen; nur MindestmassQuelle
Nordrhein-Westfalen35 cm15.05–15.06Quelle
Rheinland-Pfalz35 cm01.05–15.06Quelle
Saarland40 cm15.03–15.06Quelle
Sachsen50 cm15.04–30.06Quelle
Sachsen-Anhalt45 cm01.04–30.06Quelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Thüringen40 cm01.04–31.08Quelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishbarbelAuch: common barbel
NiederländischNederlandsbarbeel
DänischDanskflodbarbeAuch: barbe
NorwegischNorsk (Bokmål)barbeAuch: flodbarbe
SchwedischSvenskaflodbarbAuch: skäggarp
FinnischSuomibarbiAuch: jokibarbi
FranzösischFrançaisbarbeauAuch: barbeau fluviatile
ItalienischItalianobarboAuch: barbo comune
SpanischEspañolbarboAuch: barbo común
KroatischHrvatskimrenaAuch: obična mrena
PolnischPolskibrzanaAuch: brzana pospolita
TschechischČeštinaparmaAuch: parma obecná

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1fische-arten.de – Barbe
  2. 2Deutschlands Natur – Barbe
  3. 3Wikipedia – Barbe
  4. 416er-haken – Barbe Steckbrief
  5. 5zunehmend wild – Barbe Steckbrief
  6. 6BLINKER – Barbenangeln
  7. 7Dr. Catch – Barben feedern
  8. 8anglermap – Barbe Fortpflanzung
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11www.berlin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13angelmagazin.de
  14. 14www.lallf.de
  15. 15schonzeiten.de
  16. 16recht.nrw.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18schonzeiten.de
  19. 19www.fischerei.sachsen.de
  20. 20www.fischereiberater-lsa.de
  21. 21schonzeiten.de
  22. 22www.umwelt-online.de

Wissen anwenden

Mit Lektionen und Fragen weiterlernen.

In der Angelmeister-App ist das Lexikon direkt mit deinem Lernweg verbunden.

App kennenlernen