Fischart
Bitterling
Rhodeus amarus
Der Bitterling lebt in flachen, pflanzenreichen und langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Grund1. Man findet ihn in ruhigen Teichen, Tümpeln und in den Uferbereic

Winziger, hochrückiger Karpfenfisch mit großen Schuppen und einer Seitenlinie, die schon nach 5–6 Schuppen endet1. Lebt in pflanzenreichen, ruhigen Gewässern und ist zum Laichen vollständig auf lebende Großmuscheln angewiesen2. Zur Laichzeit leuchtet die Brust der Männchen kräftig rot3.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Kurze SeitenlinieRote Brust (Männchen)Blaugrünes Band
- Sehr kleiner, hochrückiger und seitlich abgeflachter Fisch
- Unvollständige Seitenlinie, endet nach 5–6 Schuppen
- Große, gut sichtbare Schuppen
- Blaugrünes Längsband von der Körpermitte zum Schwanz
- Rücken grau bis olivgrün, Flanken silbrig glänzend
- Männchen zur Laichzeit mit leuchtend roter Brust
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Das Moderlieschen ist schlanker und hält sich eher an der Oberfläche, der Bitterling ist hochrückiger und bleibt tiefer.
Moderlieschen im Lexikon
Beim Bitterling endet die Seitenlinie schon nach wenigen Schuppen, bei Rotfeder und Rotauge läuft sie durchgehend bis zum Schwanz.
Rotauge im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Bitterling lebt in flachen, pflanzenreichen und langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Grund4. Man findet ihn in ruhigen Teichen, Tümpeln und in den Uferbereichen von Flüssen4. Entscheidend ist, dass dort Großmuscheln vorkommen — ohne sie kann der Bitterling nicht überleben2.
Verbreitung
In Deutschland ist der Bitterling über das ganze Land verstreut, aber nirgends besonders häufig4. Sein Schwerpunkt liegt im Flachland und in den Niederungen größerer Flüsse4. Insgesamt reicht sein Lebensraum von Mitteleuropa bis zum Kaspischen Meer5.
Nahrung
Junge Bitterlinge fressen vor allem kleine Schwebetierchen, Mückenlarven und Würmer6. Mit zunehmendem Alter steigen sie immer mehr auf pflanzliche Kost um und ernähren sich dann hauptsächlich von Algen und feinen Pflanzenteilen6. Kleintiere bleiben aber als Ergänzung auf dem Speiseplan6.
Fortpflanzung
Der Bitterling laicht von April bis Juni, sobald das Wasser über 17 °C warm ist7. Das Weibchen entwickelt dafür eine bis zu 5 cm lange Legeröhre und legt damit rund 40 bis 100 Eier in die Kiemenhöhle einer lebenden Muschel ab7. Das Männchen gibt anschließend seine Samen ins Atemwasser der Muschel, die Larven wachsen geschützt im Inneren der Muschel heran8.
Angelwissen
Köder und Praxis
Der Bitterling ist streng geschützt und darf nicht gezielt befischt werden. Geht er beim Angeln auf kleine Köder doch einmal als Beifang an den Haken, löst du ihn vorsichtig mit nassen Händen und setzt ihn sofort wieder ins Wasser zurück. Da er auf Muschelbestände angewiesen ist, ist sein Vorkommen ein gutes Zeichen für ein gesundes Gewässer2.
Seinen Namen verdankt der Bitterling seinem bitter schmeckenden Fleisch, das ihn als Speisefisch uninteressant macht3. Wirklich verblüffend ist aber sein Kinderzimmer: Das Weibchen legt seine Eier mit einer langen Legeröhre direkt in eine lebende Muschel, wo die Jungen sicher heranwachsen7.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit durchschnittlich 5–6 cm und höchstens etwa 9–10 cm gehört der Bitterling zu den kleinsten heimischen Fischen1.
Wegen seiner Winzigkeit und seines Schutzstatus spielt der Bitterling für den Drill keine Rolle1.
Kleine Exemplare lassen sich mit dem Moderlieschen oder mit Jungfischen von Rotfeder und Rotauge verwechseln1.
Ganzjährig geschützt in 15 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Mecklenburg-Vorpommern.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Brandenburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bremen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hamburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hessen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | 01.04–30.06 | Nur Binnen | Quelle |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.
- 1Angelmagazin — Bitterling
- 2Natura 2000 RLP — FFH-Steckbrief Bitterling
- 3zooplus Magazin — Bitterling
- 4Deutschlands Natur — Bitterling
- 5Wikipedia — Bitterling
- 6Gartenteich-Ratgeber — Bitterling
- 7NABU — Der Bitterling
- 8Natura 2000 Sachsen — Bitterling
- 9www.landesrecht-bw.de
- 10www.gesetze-bayern.de
- 11www.berlin.de
- 12angelmagazin.de
- 13schonzeiten.de
- 14schonzeiten.de
- 15angelmagazin.de
- 16www.lallf.de
- 17schonzeiten.de
- 18recht.nrw.de
- 19schonzeiten.de
- 20schonzeiten.de
- 21www.fischerei.sachsen.de
- 22www.fischereiberater-lsa.de
- 23schonzeiten.de
- 24www.umwelt-online.de
- 25Wikipedia