Fischart

Bitterling

Rhodeus amarus

SchneiderkarpfenRhodeus amarusBitterlinge

Der Bitterling lebt in flachen, pflanzenreichen und langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Grund1. Man findet ihn in ruhigen Teichen, Tümpeln und in den Uferbereic

Abbildung zu Bitterling
Wissenschaftlicher NameRhodeus amarus
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
Größe5–6 cm (max 9–10 cm)[5]
Gewichtum 15 g (max ca. 60 g)[5]
Alter4–5 Jahre[5]

Winziger, hochrückiger Karpfenfisch mit großen Schuppen und einer Seitenlinie, die schon nach 5–6 Schuppen endet1. Lebt in pflanzenreichen, ruhigen Gewässern und ist zum Laichen vollständig auf lebende Großmuscheln angewiesen2. Zur Laichzeit leuchtet die Brust der Männchen kräftig rot3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Bitterling mit markierten Erkennungsmerkmalen Kurze SeitenlinieRote Brust (Männchen)Blaugrünes Band
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Sehr kleiner, hochrückiger und seitlich abgeflachter Fisch
  • Unvollständige Seitenlinie, endet nach 5–6 Schuppen
  • Große, gut sichtbare Schuppen
  • Blaugrünes Längsband von der Körpermitte zum Schwanz
  • Rücken grau bis olivgrün, Flanken silbrig glänzend
  • Männchen zur Laichzeit mit leuchtend roter Brust

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Moderlieschen
Moderlieschen

Das Moderlieschen ist schlanker und hält sich eher an der Oberfläche, der Bitterling ist hochrückiger und bleibt tiefer.

Moderlieschen im Lexikon
Abbildung zu Rotauge
Junge Rotfeder / Rotauge

Beim Bitterling endet die Seitenlinie schon nach wenigen Schuppen, bei Rotfeder und Rotauge läuft sie durchgehend bis zum Schwanz.

Rotauge im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Bitterling lebt in flachen, pflanzenreichen und langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Grund4. Man findet ihn in ruhigen Teichen, Tümpeln und in den Uferbereichen von Flüssen4. Entscheidend ist, dass dort Großmuscheln vorkommen — ohne sie kann der Bitterling nicht überleben2.

Verbreitung

In Deutschland ist der Bitterling über das ganze Land verstreut, aber nirgends besonders häufig4. Sein Schwerpunkt liegt im Flachland und in den Niederungen größerer Flüsse4. Insgesamt reicht sein Lebensraum von Mitteleuropa bis zum Kaspischen Meer5.

Nahrung

Junge Bitterlinge fressen vor allem kleine Schwebetierchen, Mückenlarven und Würmer6. Mit zunehmendem Alter steigen sie immer mehr auf pflanzliche Kost um und ernähren sich dann hauptsächlich von Algen und feinen Pflanzenteilen6. Kleintiere bleiben aber als Ergänzung auf dem Speiseplan6.

Fortpflanzung

Der Bitterling laicht von April bis Juni, sobald das Wasser über 17 °C warm ist7. Das Weibchen entwickelt dafür eine bis zu 5 cm lange Legeröhre und legt damit rund 40 bis 100 Eier in die Kiemenhöhle einer lebenden Muschel ab7. Das Männchen gibt anschließend seine Samen ins Atemwasser der Muschel, die Larven wachsen geschützt im Inneren der Muschel heran8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Der Bitterling ist streng geschützt und darf nicht gezielt befischt werden. Geht er beim Angeln auf kleine Köder doch einmal als Beifang an den Haken, löst du ihn vorsichtig mit nassen Händen und setzt ihn sofort wieder ins Wasser zurück. Da er auf Muschelbestände angewiesen ist, ist sein Vorkommen ein gutes Zeichen für ein gesundes Gewässer2.

Schlaumeierwissen

Seinen Namen verdankt der Bitterling seinem bitter schmeckenden Fleisch, das ihn als Speisefisch uninteressant macht3. Wirklich verblüffend ist aber sein Kinderzimmer: Das Weibchen legt seine Eier mit einer langen Legeröhre direkt in eine lebende Muschel, wo die Jungen sicher heranwachsen7.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 0.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 4.0 von 5Größe0.0Häufigkeit1.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung3.0Schutz4.0
0.0
Größe

Mit durchschnittlich 5–6 cm und höchstens etwa 9–10 cm gehört der Bitterling zu den kleinsten heimischen Fischen1.

1.0
Häufigkeit

Der Bitterling ist über Deutschland verstreut, kommt aber in keinem Bundesland häufig vor und gilt als stark gefährdet42.

0.0
Kampfstärke

Wegen seiner Winzigkeit und seines Schutzstatus spielt der Bitterling für den Drill keine Rolle1.

0.0
Tafelqualität

Sein Fleisch schmeckt bitter — daher der Name — und der Fisch ist zudem viel zu klein und streng geschützt23.

3.0
Verwechslung

Kleine Exemplare lassen sich mit dem Moderlieschen oder mit Jungfischen von Rotfeder und Rotauge verwechseln1.

4.0
Schutz

Ganzjährig geschützt in 15 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Mecklenburg-Vorpommern.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine Angabe01.04–30.06Nur BinnenQuelle
NiedersachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishbitterlingAuch: European bitterling
NiederländischNederlandsbittervoorn
DänischDanskbitterling
NorwegischNorsk (Bokmål)bitterling
SchwedischSvenskabitterling
FinnischSuomikatkerokala
FranzösischFrançaisbouvière
ItalienischItalianorodeoAuch: pesce amaro
SpanischEspañolpez amargoAuch: rodeo
KroatischHrvatskigavčicaAuch: ogrica
PolnischPolskiróżanka
TschechischČeštinahořavkaAuch: hořavka duhová

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Angelmagazin — Bitterling
  2. 2Natura 2000 RLP — FFH-Steckbrief Bitterling
  3. 3zooplus Magazin — Bitterling
  4. 4Deutschlands Natur — Bitterling
  5. 5Wikipedia — Bitterling
  6. 6Gartenteich-Ratgeber — Bitterling
  7. 7NABU — Der Bitterling
  8. 8Natura 2000 Sachsen — Bitterling
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11www.berlin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13schonzeiten.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15angelmagazin.de
  16. 16www.lallf.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18recht.nrw.de
  19. 19schonzeiten.de
  20. 20schonzeiten.de
  21. 21www.fischerei.sachsen.de
  22. 22www.fischereiberater-lsa.de
  23. 23schonzeiten.de
  24. 24www.umwelt-online.de
  25. 25Wikipedia

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