Fischart
Blaufelchen
Coregonus wartmanni
Der Blaufelchen ist ein Schwarmfisch, der sein ganzes Leben im freien Wasser fern vom Ufer verbringt1. Er hält sich vor allem in den oberen und mittleren Wasserschichten auf, zieht aber bis in Tiefe

Schlanker, silbriger Schwarmfisch mit blaugrünem Rücken und der kleinen Fettflosse der Lachsverwandten1. Lebt sein ganzes Leben im freien Wasser des Bodensees und filtert dort winzige Kleinkrebse aus dem Wasser23. Er kommt weltweit nur in diesem einen See vor — ein echtes Bodensee-Original4.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
FettflosseUnterständiges MaulSilbrige FlankeBlaugrüner Rücken
- Schlanker, seitlich leicht zusammengedrückter Körper
- Rücken blaugrün, Seiten silbrig glänzend
- Kleiner, spitz zulaufender Kopf
- Leicht unterständiges Maul (Maul nach unten)
- Kleine Fettflosse hinter der Rückenflosse
- Rosa Schimmer um Seitenlinie und Afteröffnung
- Zur Laichzeit weiße Höcker an den Flanken
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr
Bleibt mit rund 32 cm deutlich kleiner als der bis 50 cm lange Blaufelchen; lebt ebenfalls im Bodensee und ist kaum sicher zu unterscheiden.
Lebt am Seeboden statt im Freiwasser und hat einen gedrungeneren Körper.

Gleiche Gattung in anderen Voralpenseen; der Blaufelchen kommt aber nur im Bodensee vor.
Blaufelchen im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Blaufelchen ist ein Schwarmfisch, der sein ganzes Leben im freien Wasser fern vom Ufer verbringt1. Er hält sich vor allem in den oberen und mittleren Wasserschichten auf, zieht aber bis in Tiefen von rund 60 Metern2. Er liebt kaltes, sauerstoffreiches Wasser und fühlt sich nur in tiefen, klaren Voralpenseen wohl3.
Verbreitung
Der Blaufelchen lebt ausschließlich im Bodensee und kommt nirgends sonst auf der Welt vor — deshalb heißt er auch Bodenseefelchen14. Seit den 1970er Jahren ist sein Bestand stark zurückgegangen, und die Fänge brachen zuletzt um über 80 Prozent ein36.
Nahrung
Der Blaufelchen frisst fast ausschließlich Zooplankton — winzige, im Wasser schwebende Kleinkrebse wie Wasserflöhe23. Gelegentlich nimmt er auch kleine Fische oder Insekten von der Wasseroberfläche3. Weil sauberere Seen heute weniger Plankton tragen, finden die Felchen weniger Futter und wachsen langsamer6.
Fortpflanzung
Der Blaufelchen laicht von November bis Dezember, wenn das Wasser unter 7 °C abkühlt9. In großen Schwärmen geben die Tiere ihre Eier in den oberen Wasserschichten über tiefem Wasser ab1. Die Eier sinken zum Seeboden, und die Larven schlüpfen erst im März des Folgejahres19.
Angelwissen
Köder und Praxis
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit meist 25–35 cm und höchstens rund 50 cm Länge ist der Blaufelchen ein mittelgroßer Fisch5.
Ein lebhafter, aber zartmäuliger Fisch, der beim Hegenenangeln nur feine, vorsichtige Bisse zeigt7.
Vom Gangfisch im selben See selbst für Fischereibiologen kaum zu unterscheiden, zumal beide Arten Mischlinge bilden4.
Keine Schonzeit, Mindestmaß 25–25 cm.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | 25 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.
- 1Bodenseefelchen – Wikipedia
- 2Blaufelchen (Coregonus wartmanni) – fische-arten.de
- 3Felchen: Der berühmte Bodenseefisch – simfisch.de
- 4Felchen, Maränen, Renken – Zootier-Lexikon
- 5Coregonus wartmanni – FishBase
- 6Felchen-Fangmoratorium ab 2024 – SRF
- 7Renken angeln in Deutschland – angelstunde.de
- 8Bodenseefische – bodensee-fischer.de
- 9Blaufelchen – Fischlexikon
- 10Fangverbot für Felchen im Bodensee – Blinker
- 11schonzeiten.de
- 12Wikipedia