Fischart

Brachse

Abramis brama

BrasseBleiBleierBrachsenAbramis bramaBrassen

Die Brachse mag ruhige Gewässer mit weichem Schlammgrund und viel Pflanzenbewuchs1. Man findet sie vor allem in Seen, Talsperren, Baggerseen und langsam fließenden Flüssen sowie in Kanälen und Fluss

Abbildung zu Brachse
Wissenschaftlicher NameAbramis brama
FamilieKarpfenfische
Größe30-50 cm (max 82 cm)
Gewicht0,5-2 kg (max 6 kg)
Alter10-15 Jahre (max 23 Jahre)

Hochrückiger, silbriger Friedfisch mit stark abgeflachtem Körper und einem vorstülpbaren Rüsselmaul, mit dem er den Schlammgrund durchwühlt1. Lebt sehr häufig in Seen, Talsperren und langsamen Flüssen mit weichem Boden2. Erkennbar an der langen Afterflosse mit 26 bis 31 Strahlen3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Brachse mit markierten Erkennungsmerkmalen Hoher RückenRüsselmaulLange Afterflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper
  • Vorstülpbares, leicht unterständiges Rüsselmaul
  • Lange Afterflosse mit 26 bis 31 Strahlen
  • Rücken grau bis bläulich, Seiten silbrig
  • 51 bis 60 Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Bei großen Fischen oft schleimiger, dunkler Körper

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Güster
Güster

Güster hat nur 22 bis 26 Strahlen in der Afterflosse und 43 bis 49 Schuppen, dazu rötliche Ansätze an Brust- und Bauchflossen.

Güster im Lexikon
Abbildung zu Rotauge
Rotauge

Rotauge ist schlanker, hat ein endständiges Maul und eine viel kürzere Afterflosse.

Rotauge im Lexikon
Abbildung zu Zährte
Zährte

Die Zährte hat eine vorstehende, rüsselartige Schnauze mit unterständigem Maul; die Brachse hat ein vorstülpbares Maul und einen viel hochrückigeren Körper.

Zährte im Lexikon
Abbildung zu Zobel
Zobel

Der Zobel hat eine viel längere Afterflosse (über 40 Strahlen) und große Augen; die Brachse hat eine kürzere Afterflosse und einen höheren Rücken.

Zobel im Lexikon
Abbildung zu Zope
Zope

Die Zope hat eine sehr lange Afterflosse mit rund 40 Strahlen und ein leicht nach oben gerichtetes Maul; die Brachse hat eine kürzere Afterflosse und ein nach unten stülpbares Maul.

Zope im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Brachse mag ruhige Gewässer mit weichem Schlammgrund und viel Pflanzenbewuchs6. Man findet sie vor allem in Seen, Talsperren, Baggerseen und langsam fließenden Flüssen sowie in Kanälen und Flusshäfen2. Tagsüber steht sie oft weiter draußen im tieferen Wasser und zieht erst gegen Abend in Ufernähe7.

Verbreitung

In Deutschland ist die Brachse fast überall verbreitet und sehr häufig2. Besonders große Bestände gibt es in großen Stauseen wie der Möhnetalsperre oder dem Vilstalsee2. Sie gilt als Leitfisch ihres eigenen Gewässerabschnitts, der nach ihr benannten Brachsenregion in den unteren Flussläufen6.

Nahrung

Die Brachse durchwühlt mit ihrem vorstülpbaren Rüsselmaul den weichen Schlammboden1. Dort sucht sie nach Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmern, kleinen Muscheln und Schnecken1. Ab und zu frisst sie auch Wasserpflanzen und feines Schwebezeug aus dem Wasser1.

Fortpflanzung

Die Brachse laicht von April bis Juli im flachen, pflanzenreichen Wasser8. Ein großes Weibchen legt dabei rund 120.000 bis 300.000 klebrige Eier an Pflanzenstängeln und Steinen ab8. Nach etwa 3 bis 10 Tagen schlüpfen die Larven8. Die Männchen tragen zur Laichzeit kleine perlartige Knötchen am Körper, den sogenannten Laichausschlag8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Madenim Bündel am HakenTauwurmStück oder ganzMaisein bis zwei KörnerMade-Mais-Kombiauf einem HakenKleine Boiliesfür kapitale Fische
Praxistipp

Am besten fängst du Brachsen mit der Feederrute und einem gut angefütterten Futterplatz7. Die fängigsten Zeiten sind die frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr sowie die Abenddämmerung7. An Seen lohnt es sich, die tieferen Bereiche ab 2 m Tiefe etwas weiter draußen anzuwerfen7.

Schlaumeierwissen

Die Brachse ist essbar, ihr Fleisch ist mild, steckt aber voller feiner Y-Gräten, die viele abschrecken5. Wusstest du, dass sie in Ost- und Mitteleuropa trotzdem als Spezialität gilt, etwa als Filet oder in der berühmten ungarischen Fischsuppe5?

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 5.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe2.0Häufigkeit5.0Kampfstärke2.0Tafelqualität2.0Verwechslung3.0Schutz0.0
2.0
Größe

Brachsen werden meist 30 bis 50 cm lang, große Exemplare erreichen über 70 cm und bis zu 82 cm4.

5.0
Häufigkeit

In Deutschland gehört die Brachse zu den häufigsten Friedfischen und ist in fast allen ruhigen Gewässern anzutreffen2.

2.0
Kampfstärke

Im Drill setzt sich die Brachse mit ihrem breiten Körper als Widerstand quer, kämpft aber eher behäbig und ohne schnelle Fluchten2.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch ist mild, aber sehr grätenreich mit unbeliebten Y-Gräten, weshalb der Speisewert umstritten ist5.

3.0
Verwechslung

Vor allem mit der Güster leicht zu verwechseln, Unterscheidung über Schuppenzahl und Strahlen der Afterflosse3.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine AngabeBlei; nicht in LFischVO BW gelistet; keine RegelungQuelle
BayernKeine AngabeKeine AngabeBlei; keine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeBlei; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine AngabeNur Binnen; kein Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishbreamAuch: common bream
NiederländischNederlandsbrasem
DänischDanskbrasen
NorwegischNorsk (Bokmål)brasme
SchwedischSvenskabraxen
FinnischSuomilahna
FranzösischFrançaisbrèmeAuch: brème commune
ItalienischItalianoabramideAuch: brema
SpanischEspañolbremaAuch: brema común
KroatischHrvatskideverika
PolnischPolskileszcz
TschechischČeštinacejnAuch: cejn velký

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1simfisch.de: Brasse Steckbrief
  2. 2Havelfreunde: Brasse Steckbrief
  3. 3anglermap.de: Güster Bestimmung
  4. 4FishBase: Abramis brama
  5. 5pro-fishing.de: Brassen essen
  6. 6Wikipedia: Brasse (Fisch)
  7. 7simfisch.de: Brassen angeln Tipps
  8. 8fische-arten.de: Brasse Fortpflanzung

Wissen anwenden

Mit Lektionen und Fragen weiterlernen.

In der Angelmeister-App ist das Lexikon direkt mit deinem Lernweg verbunden.

App kennenlernen