Fischart

Giebel

Carassius gibelio

SteinkarauscheSilberkarauscheCarassius gibelio

Der Giebel lebt in stehenden und langsam fließenden, sommerwarmen und nährstoffreichen Gewässern wie Weihern, Tümpeln, Teichen und Gräben1. Er stellt sehr geringe Ansprüche an die Wasserqualität und

Abbildung zu Giebel
Wissenschaftlicher NameCarassius gibelio
FamilieKarpfenfische
Größe15–30 cm (max 47 cm)
Gewicht0,2–1 kg (max 3 kg)
Alter5–8 Jahre (max 10 Jahre)

Anspruchsloser, hochrückiger Karpfenfisch mit silbrig-brauner Färbung und endständigem Maul ohne Barteln1. Lebt in warmen, nährstoffreichen Teichen und Gräben und kommt selbst mit wenig Sauerstoff klar1. Eine Besonderheit: Ein einziges Weibchen kann sich über Spermien fremder Arten allein fortpflanzen und so ganze Gewässer besiedeln2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Giebel mit markierten Erkennungsmerkmalen Maul ohne BartelnGerade RückenflosseSilbrig-brauner Körper
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper
  • Silbrig-braune Färbung, manchmal goldgelblich
  • Endständiges Maul ohne Barteln
  • 29 bis 33 Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Rückenflosse gerade oder nach innen gewölbt
  • Kein dunkler Fleck am Schwanzstiel
  • Schwarzes Bauchfell im Inneren

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Karausche
Karausche

Die Karausche hat eine nach außen gewölbte Rückenflosse, goldgrüne Färbung und einen dunklen Fleck am Schwanzstiel — beim Giebel fehlt dieser Fleck.

Karausche im Lexikon
Goldfisch

Der Giebel ist die silbrig-graue, wilde Verwandte; Goldfische sind die gezüchtete, oft orangerote Form mit ähnlicher Körperform.

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Giebel lebt in stehenden und langsam fließenden, sommerwarmen und nährstoffreichen Gewässern wie Weihern, Tümpeln, Teichen und Gräben1. Er stellt sehr geringe Ansprüche an die Wasserqualität und kommt sogar mit wenig Sauerstoff und leicht salzigem Wasser zurecht1. Diese Anspruchslosigkeit ist der Grund für seinen großen Ausbreitungserfolg.

Verbreitung

Ursprünglich stammt der Giebel aus Ostasien und Sibirien5, heute ist er durch Besatz in weiten Teilen Europas verbreitet1. In Deutschland findet man ihn fast überall, im Norden ist er aber seltener als im Süden und Osten1. In Europa gilt er als eingewanderte, invasive Art, die der heimischen Karausche den Lebensraum streitig macht5.

Nahrung

Der Giebel ist bei der Nahrung wenig wählerisch und frisst, was er findet7. Auf seinem Speiseplan stehen Insektenlarven, kleine Schnecken und Würmer ebenso wie pflanzliche Kost7. Seine Nahrung sucht er meist dicht über dem Gewässergrund.

Fortpflanzung

Der Giebel laicht von Mai bis Juli in flachem, krautreichem Wasser7. Ein Weibchen legt dabei portionsweise zwischen 160.000 und 300.000 Eier an dichten Wasserpflanzen ab7. Eine Besonderheit ist die Jungfernzeugung: Die Eier eines Giebelweibchens werden oft von den Spermien verwandter Karpfenfische nur angeregt, ohne dass Erbgut übertragen wird — daraus schlüpfen reinrassige, weibliche Giebel2. So kann ein einziges Weibchen ein ganzes Gewässer rasch besiedeln7.

Angelwissen

Köder und Praxis

Madenein bis zwei am HakenMistwürmerklein angebotenTeigkügelchenmaximal erbsengroßMaiseinzelnes kleines KornPinkiesfeine Made
Praxistipp

Am besten fängst du Giebel beim feinen Stippfischen mit der Pose oder beim Grundangeln mit leichtem Laufblei8. Biete den Köder knapp über dem Grund an, denn genau dort sucht der Giebel sein Futter8. Die beste Zeit sind die warmen Monate von Mai bis Oktober, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung8.

Schlaumeierwissen

Als Speisefisch hat der Giebel keinen guten Ruf — sein Fleisch gilt als etwas mürbe und fade und geriet lange in Vergessenheit5. Wusstest du, dass er sich quasi selbst kopiert? Ein Weibchen braucht oft nur die Spermien einer fremden Fischart als Startsignal und bringt dann reinrassige Töchter zur Welt2.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 4.0 von 5. Kampfstärke: 3.0 von 5. Tafelqualität: 1.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe2.0Häufigkeit4.0Kampfstärke3.0Tafelqualität1.0Verwechslung4.0Schutz0.0
2.0
Größe

Mit typisch 15–30 cm und maximal etwa 47 cm Länge bleibt der Giebel ein eher kleiner bis mittelgroßer Friedfisch3. Sein Höchstgewicht liegt bei rund 3 kg3.

4.0
Häufigkeit

Der Giebel ist in Deutschland fast überall verbreitet und durch seine schnelle Vermehrung oft sehr zahlreich1. Im Norden begegnet man ihm allerdings seltener1.

3.0
Kampfstärke

Giebel gelten unter Anglern als überraschend kampfstarke Friedfische, die für ihre Größe ordentlich Gegenwehr leisten4. An feinem Gerät macht der Drill richtig Spaß.

1.0
Tafelqualität

Das etwas mürbe Fleisch schmeckt eher fade, weshalb der Giebel lange als Speisefisch in Vergessenheit geriet5. Zudem ist er recht grätenreich.

4.0
Verwechslung

Der Giebel ähnelt der Karausche und dem Goldfisch stark; nur Details wie die Form der Rückenflosse, der fehlende Schwanzfleck und 29–33 Schuppen an der Seitenlinie verraten ihn6.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine AngabeKeine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeNicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine AngabeNur Binnen; kein Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishPrussian carpAuch: gibel carp
NiederländischNederlandsGiebel
DänischDanskSølvkarusse
NorwegischNorsk (Bokmål)Sølvkaruss
SchwedischSvenskaSilverruda
FinnischSuomiHopearuutana
FranzösischFrançaisCarassin argentéAuch: gibel
ItalienischItalianoCarassioAuch: carassio argentato
SpanischEspañolCarpín
KroatischHrvatskiBabuškaAuch: srebrni karaš
PolnischPolskiKaraś srebrzysty
TschechischČeštinaKaras stříbřitý

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Deutschlands Natur – Giebel
  2. 2Schrödingers Katze – Fortpflanzung des Giebels
  3. 3FishBase – Carassius gibelio
  4. 4Champions-Team – Auf Giebel angeln
  5. 5Vet-Magazin – Invasiver Giebel
  6. 6Angelwahn – Giebel Erkennungsmerkmale
  7. 7Fische-Arten.de – Giebel
  8. 8Simfisch – Giebel angeln
  9. 9Wikipedia

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