Fischart
Giebel
Carassius gibelio
Der Giebel lebt in stehenden und langsam fließenden, sommerwarmen und nährstoffreichen Gewässern wie Weihern, Tümpeln, Teichen und Gräben1. Er stellt sehr geringe Ansprüche an die Wasserqualität und

Anspruchsloser, hochrückiger Karpfenfisch mit silbrig-brauner Färbung und endständigem Maul ohne Barteln1. Lebt in warmen, nährstoffreichen Teichen und Gräben und kommt selbst mit wenig Sauerstoff klar1. Eine Besonderheit: Ein einziges Weibchen kann sich über Spermien fremder Arten allein fortpflanzen und so ganze Gewässer besiedeln2.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Maul ohne BartelnGerade RückenflosseSilbrig-brauner Körper
- Hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper
- Silbrig-braune Färbung, manchmal goldgelblich
- Endständiges Maul ohne Barteln
- 29 bis 33 Schuppen entlang der Seitenlinie
- Rückenflosse gerade oder nach innen gewölbt
- Kein dunkler Fleck am Schwanzstiel
- Schwarzes Bauchfell im Inneren
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Die Karausche hat eine nach außen gewölbte Rückenflosse, goldgrüne Färbung und einen dunklen Fleck am Schwanzstiel — beim Giebel fehlt dieser Fleck.
Karausche im LexikonDer Giebel ist die silbrig-graue, wilde Verwandte; Goldfische sind die gezüchtete, oft orangerote Form mit ähnlicher Körperform.

Der Karpfen trägt zwei Bartelpaare am Maul, der Giebel hat gar keine Barteln.
Karpfen im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Giebel lebt in stehenden und langsam fließenden, sommerwarmen und nährstoffreichen Gewässern wie Weihern, Tümpeln, Teichen und Gräben1. Er stellt sehr geringe Ansprüche an die Wasserqualität und kommt sogar mit wenig Sauerstoff und leicht salzigem Wasser zurecht1. Diese Anspruchslosigkeit ist der Grund für seinen großen Ausbreitungserfolg.
Verbreitung
Ursprünglich stammt der Giebel aus Ostasien und Sibirien5, heute ist er durch Besatz in weiten Teilen Europas verbreitet1. In Deutschland findet man ihn fast überall, im Norden ist er aber seltener als im Süden und Osten1. In Europa gilt er als eingewanderte, invasive Art, die der heimischen Karausche den Lebensraum streitig macht5.
Nahrung
Der Giebel ist bei der Nahrung wenig wählerisch und frisst, was er findet7. Auf seinem Speiseplan stehen Insektenlarven, kleine Schnecken und Würmer ebenso wie pflanzliche Kost7. Seine Nahrung sucht er meist dicht über dem Gewässergrund.
Fortpflanzung
Der Giebel laicht von Mai bis Juli in flachem, krautreichem Wasser7. Ein Weibchen legt dabei portionsweise zwischen 160.000 und 300.000 Eier an dichten Wasserpflanzen ab7. Eine Besonderheit ist die Jungfernzeugung: Die Eier eines Giebelweibchens werden oft von den Spermien verwandter Karpfenfische nur angeregt, ohne dass Erbgut übertragen wird — daraus schlüpfen reinrassige, weibliche Giebel2. So kann ein einziges Weibchen ein ganzes Gewässer rasch besiedeln7.
Angelwissen
Köder und Praxis
Am besten fängst du Giebel beim feinen Stippfischen mit der Pose oder beim Grundangeln mit leichtem Laufblei8. Biete den Köder knapp über dem Grund an, denn genau dort sucht der Giebel sein Futter8. Die beste Zeit sind die warmen Monate von Mai bis Oktober, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung8.
Als Speisefisch hat der Giebel keinen guten Ruf — sein Fleisch gilt als etwas mürbe und fade und geriet lange in Vergessenheit5. Wusstest du, dass er sich quasi selbst kopiert? Ein Weibchen braucht oft nur die Spermien einer fremden Fischart als Startsignal und bringt dann reinrassige Töchter zur Welt2.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Giebel gelten unter Anglern als überraschend kampfstarke Friedfische, die für ihre Größe ordentlich Gegenwehr leisten4. An feinem Gerät macht der Drill richtig Spaß.
Das etwas mürbe Fleisch schmeckt eher fade, weshalb der Giebel lange als Speisefisch in Vergessenheit geriet5. Zudem ist er recht grätenreich.
Der Giebel ähnelt der Karausche und dem Goldfisch stark; nur Details wie die Form der Rückenflosse, der fehlende Schwanzfleck und 29–33 Schuppen an der Seitenlinie verraten ihn6.
Kein besonderer Schutzstatus.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | Keine Schonzeit, kein Mindestmass | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | Nicht in LFischVO NRW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | Nur Binnen; kein Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
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Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.