Fischart

Zährte

Vimba vimba

RußnaseBlaunaseSeerüßlingVimba vimba

Die Zährte lebt gesellig in kleinen Trupps direkt am Grund langsam fließender Unterläufe großer Flüsse1. Im Mündungsbereich von Nord- und Ostsee hält sie sich auch im leicht salzigen Brackwasser auf

Abbildung zu Zährte
Wissenschaftlicher NameVimba vimba
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
Größe20–35 cm (max ca. 50 cm)[1]
Gewicht700–1000 g (max ca. 1,4 kg)[1]
Alterbis ca. 15 Jahre[1]

Schlanker Grundfisch mit dunkel gefärbter, nasenartig vorgezogener Schnauze und unterständigem Rüsselmaul, mit dem er am Boden nach Larven und Schnecken gründelt1. Lebt in kleinen Trupps in den ruhigen Unterläufen großer Flüsse2. Zum Laichen wandert er flussaufwärts in die schnelle Strömung — in Deutschland ist er dabei selten geworden und stark gefährdet3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Zährte mit markierten Erkennungsmerkmalen Dunkle NasenspitzeRüsselmaul untenLange Afterflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Unterständiges, vorstülpbares Rüsselmaul zum Gründeln
  • Schnauzenspitze nasenartig verlängert, schwarz bis dunkelblau
  • Schlanker, seitlich abgeflachter Körper
  • Rücken dunkelgrau bis bläulich, Flanken heller
  • Lange Afterflosse mit 19–25 Flossenstrahlen
  • Hinter der Rückenflosse auffällig gekielte Schuppen

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Nase
Nase

Die Nase hat eine deutlich kürzere Afterflosse und eine verhornte Unterlippe; ihre Schnauzenspitze ist nicht dunkel gefärbt.

Nase im Lexikon
Abbildung zu Brachse
Brachse

Die Brachse ist hochrückiger und hat keine nasenartig vorgezogene, dunkle Schnauze.

Brachse im Lexikon
Abbildung zu Barbe
Barbe

Die Barbe hat vier Barteln am Maul und einen rundlicheren Körper; der Zährte fehlen die Barteln und sie hat eine vorgezogene, dunkle Schnauze.

Barbe im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Zährte lebt gesellig in kleinen Trupps direkt am Grund langsam fließender Unterläufe großer Flüsse2. Im Mündungsbereich von Nord- und Ostsee hält sie sich auch im leicht salzigen Brackwasser auf2. Zum Laichen wandert sie flussaufwärts in schneller strömende Abschnitte mit kiesig-steinigem Boden3.

Verbreitung

Sie kommt in Mittel- und Osteuropa in Flüssen vor, die zur Nord-, Ostsee sowie zum Schwarzen und Kaspischen Meer entwässern2. In Deutschland ist die Zährte selten geworden und gilt bundesweit als stark gefährdet3. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist sie sogar vom Aussterben bedroht3.

Nahrung

Die Zährte sucht ihre Nahrung am Gewässergrund und nimmt vor allem Insektenlarven, kleine Muscheln, Würmer und Schnecken auf1. In der Uferzone gründelt sie mit ihrem nach unten gerichteten Maul im Bodengrund1. Pflanzliche Kost frisst sie ebenfalls, wenn sie verfügbar ist1.

Fortpflanzung

Zur Laichzeit von Mitte April bis in den Juli ziehen die Fische flussaufwärts in die schnell strömende Barbenregion1. Zum ersten Mal laichen sie mit drei bis fünf Jahren1. Die Weibchen geben ihre Eier über zwei bis drei Wochen in mehreren Schüben über kiesigem Grund ab1.

Angelwissen

Köder und Praxis

Madenam Grund angebotenMistwurmkleines StückMaisim SommerMade-Wurm-Cocktailam FeederTeigweich, am Grund
Praxistipp

Wo die Zährte gefangen werden darf, ist das Feederangeln direkt am Gewässergrund die erste Wahl4. Such dir ruhige Flussabschnitte mit kiesigem Boden und biete Maden oder einen kleinen Mistwurm an4. Während der Laichwanderung im Frühjahr stehen die Trupps oft dicht an Strömungskanten — dort lohnt sich ein gezielter Anwurf.

Schlaumeierwissen

Das Fleisch der Zährte ist fest und wohlschmeckend, steckt aber voller feiner Gräten4. In Bayern wird sie deshalb gern als Steckerlfisch über dem Feuer gegart oder geräuchert — so werden viele kleine Gräten weich und stören kaum noch4.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 3.5 von 5Größe2.0Häufigkeit1.0Kampfstärke2.0Tafelqualität2.0Verwechslung4.0Schutz3.5
2.0
Größe

Mit meist 20–35 cm und selten bis 50 cm ist die Zährte ein mittelgroßer Karpfenfisch, etwa in der Größenordnung einer Brachse2.

1.0
Häufigkeit

In Deutschland ist die Zährte selten und gilt bundesweit als stark gefährdet3. Nur in wenigen Flüssen wie der Donau bei Passau trifft man sie häufiger an4.

2.0
Kampfstärke

An leichtem Feedergerät liefert die Zährte einen ordentlichen, zähen Drill4. An die Kraft eines Karpfens reicht sie aber nicht heran.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch ist fest und schmackhaft, aber sehr grätenreich4. Geräuchert oder als Steckerlfisch ist es am ehesten zu genießen4.

4.0
Verwechslung

Die Zährte wird leicht mit der Nase verwechselt, weil beide eine ähnlich vorgezogene Schnauze haben5. Sicher unterscheidet man sie an der längeren Afterflosse und der dunklen Schnauzenspitze5.

3.5
Schutz

In 9 Bundesländern ganzjährig geschützt, beangelbar nur in 7 Bundesländern.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeKeine AngabeSeerüssling; keine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine Angabe01.05–31.07Binnen: 01.05-31.07. Küste: ganzjährig geschütztQuelle
NiedersachsenKeine Angabe01.05–31.07Nur BinnenQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-Anhalt30 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishvimbaAuch: vimba bream
NiederländischNederlandsblauwneus
DänischDanskvimbe
NorwegischNorsk (Bokmål)vimbAuch: vimba
SchwedischSvenskavimma
FinnischSuomivimpa
FranzösischFrançaisvimbeAuch: brème d'Isonzo
ItalienischItalianovimbaAuch: abramide russa
SpanischEspañolvimba
KroatischHrvatskinosaraAuch: peškelj
PolnischPolskicerta
TschechischČeštinapodoustevAuch: podoustev říční

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Zährte (Rußnase) Steckbrief – simfisch.de
  2. 2Zährte – Wikipedia
  3. 3Zährte – Deutschlands Natur
  4. 4Zährte – Angelwahn
  5. 5Nase Bestimmung – anglermap.de
  6. 6www.landesrecht-bw.de
  7. 7www.berlin.de
  8. 8angelmagazin.de
  9. 9schonzeiten.de
  10. 10schonzeiten.de
  11. 11angelmagazin.de
  12. 12www.lallf.de
  13. 13schonzeiten.de
  14. 14www.fischerei.sachsen.de
  15. 15www.fischereiberater-lsa.de
  16. 16schonzeiten.de
  17. 17www.umwelt-online.de

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