Fischart
Rotauge
Rutilus rutilus
Das Rotauge lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit reichem Pflanzenbewuchs – von kleinen Teichen über Seen und Altarme bis zu Kanälen und ruhigen Flüssen1. Es ist sehr anpassungsfähi

Silbriger, hochrückiger Schwarmfisch mit unverkennbar leuchtend roter Iris und rötlichen Bauchflossen1. Lebt in fast jedem stehenden oder langsam fließenden Gewässer und zählt zu den häufigsten Fischen Deutschlands2. Am sichersten erkennt man ihn am roten Auge und dem geraden, endständigen Maul – das unterscheidet ihn von der oberständig fressenden Rotfeder1.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Rotes AugeRote BauchflosseEndständiges Maul
- Leuchtend rote Iris (rotes Auge)
- Rötliche Bauch- und Afterflossen
- Endständiges Maul (Spitze mittig)
- Hochrückiger Körper, silbrige Flanken
- Grünlicher Rücken, weißer Bauch
- Rückenflosse über den Bauchflossen
- 39–48 Schuppen entlang der Seitenlinie
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Die Rotfeder hat goldgelbe Augen und ein nach oben gerichtetes Maul; ihre Rückenflosse sitzt weiter hinten als die Bauchflosse, beim Rotauge stehen beide auf gleicher Höhe.
Rotfeder im Lexikon
Die Güster wirkt seitlich stärker abgeflacht und hat im Verhältnis zum Kopf größere Augen; ihr fehlt die leuchtend rote Iris des Rotauges.
Güster im Lexikon
Der Aland hat silbrige Augen, kleinere Schuppen und einen rundlicheren Körper; nur das Rotauge zeigt die leuchtend rote Iris.
Aland im Lexikon
Die Brachse ist hochrückig, seitlich stark zusammengedrückt und schleimig; das Rotauge ist deutlich schlanker und hat die rote Iris.
Brachse im Lexikon
Die Elritze bleibt winzig (meist unter 10 cm) und trägt eine dunkle Marmorierung an den Seiten, dem Rotauge fehlt diese Zeichnung und es hat die rote Iris.
Elritze im Lexikon
Der Hasel hat silbrige Augen und einen runderen, torpedoförmigen Körper; nur das Rotauge zeigt die leuchtend rote Iris.
Hasel im Lexikon
Der Perlfisch wird viel größer, ist dunkler gefärbt und hat ein unterständiges Maul; ihm fehlt die rote Iris des Rotauges.
Perlfisch im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Das Rotauge lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit reichem Pflanzenbewuchs – von kleinen Teichen über Seen und Altarme bis zu Kanälen und ruhigen Flüssen2. Es ist sehr anpassungsfähig, mag aber am liebsten warmes Wasser mit hartem Grund und hält sich gern in Bodenvertiefungen auf2. Damit gehört es zu den genügsamsten heimischen Fischen.
Verbreitung
In Deutschland ist das Rotauge flächendeckend verbreitet und einer der häufigsten Süßwasserfische überhaupt2. Man findet es vom kleinsten Teich bis zum größten Fluss in fast jedem Gewässertyp2. Die Art gilt als nicht gefährdet5.
Nahrung
Das Rotauge frisst sehr vielseitig: Zooplankton (winzige Schwebtierchen), Würmer, Schnecken, kleine Muscheln, Kleinkrebse und Insektenlarven, dazu auch Wasserpflanzen2. Je nach Jahreszeit und Gewässer wechselt es zwischen tierischer und pflanzlicher Kost, je nachdem was gerade verfügbar ist2.
Fortpflanzung
Gelaicht wird im April und Mai, sobald das Wasser über 10 °C warm ist6. Die Fische ziehen dafür in flache Uferzonen, wo das Weibchen 50.000 bis 100.000 etwa 1–1,5 mm große, klebrige Eier an Wasserpflanzen, Wurzeln, Steine oder Äste heftet6. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach rund einer Woche und kleben sich zunächst mit einer Klebdrüse am Kopf fest, bevor sie nach Aufzehren des Dottersacks frei schwimmen6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Am besten fängst du Rotaugen mit feinem Stipp- oder Matchgerät und einer leichten Posenmontage4. Die ergiebigsten Zeiten sind das Frühjahr (März/April) und der Herbst (September/Oktober), wobei klare Spätherbsttage oft am besten laufen4. Stich die Made nur leicht an, damit sie nicht platzt – das bringt deutlich mehr Bisse.
Das Rotauge gilt als grätenreich und kulinarisch wenig geschätzt, weshalb es meist nur Beifang bleibt4. Wusstest du, dass die Männchen zur Laichzeit am Kopf einen rauen, körnigen 'Laichausschlag' bekommen6? Diese kleinen weißen Knötchen sind völlig normal und verschwinden nach dem Ablaichen wieder.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Meist 15–30 cm lang, ausnahmsweise bis 50 cm und 1,8 kg3. Damit ein kleiner bis mittelgroßer Friedfisch.
Flächendeckend in ganz Deutschland und einer der häufigsten Süßwasserfische überhaupt2. Ein Angler begegnet ihm fast in jedem Gewässer.
Wegen der geringen Größe ein eher dezenter Drill, der aber an feinem Stippgerät durchaus Spaß macht4.
Gilt als grätenreicher und eher minderwertiger Speisefisch und landet oft nur als ungewollter Beifang im Kescher4.
Sehr leicht mit der Rotfeder zu verwechseln; nur Augenfarbe, Maulstellung und Flossenposition trennen die beiden sicher1.
Keine Schonzeit, Mindestmaß 15–15 cm.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | Plötze; nicht in LFischVO BW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | Plötze; keine Schonzeit, kein Mindestmass | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | Plötze; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | 15 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | Nur Binnen; kein Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.