Fischart

Rotauge

Rutilus rutilus

PlötzeRötelSchwalRutilus rutilusRotaugenPlötzen

Das Rotauge lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit reichem Pflanzenbewuchs – von kleinen Teichen über Seen und Altarme bis zu Kanälen und ruhigen Flüssen1. Es ist sehr anpassungsfähi

Abbildung zu Rotauge
Wissenschaftlicher NameRutilus rutilus
FamilieKarpfenfische
Größe15–30 cm (max 50 cm)
Gewicht100–500 g (max 1,8 kg)
Alter8–10 Jahre (max 14 Jahre)

Silbriger, hochrückiger Schwarmfisch mit unverkennbar leuchtend roter Iris und rötlichen Bauchflossen1. Lebt in fast jedem stehenden oder langsam fließenden Gewässer und zählt zu den häufigsten Fischen Deutschlands2. Am sichersten erkennt man ihn am roten Auge und dem geraden, endständigen Maul – das unterscheidet ihn von der oberständig fressenden Rotfeder1.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Rotauge mit markierten Erkennungsmerkmalen Rotes AugeRote BauchflosseEndständiges Maul
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Leuchtend rote Iris (rotes Auge)
  • Rötliche Bauch- und Afterflossen
  • Endständiges Maul (Spitze mittig)
  • Hochrückiger Körper, silbrige Flanken
  • Grünlicher Rücken, weißer Bauch
  • Rückenflosse über den Bauchflossen
  • 39–48 Schuppen entlang der Seitenlinie

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Rotfeder
Rotfeder

Die Rotfeder hat goldgelbe Augen und ein nach oben gerichtetes Maul; ihre Rückenflosse sitzt weiter hinten als die Bauchflosse, beim Rotauge stehen beide auf gleicher Höhe.

Rotfeder im Lexikon
Abbildung zu Güster
Güster

Die Güster wirkt seitlich stärker abgeflacht und hat im Verhältnis zum Kopf größere Augen; ihr fehlt die leuchtend rote Iris des Rotauges.

Güster im Lexikon
Abbildung zu Aland
Aland

Der Aland hat silbrige Augen, kleinere Schuppen und einen rundlicheren Körper; nur das Rotauge zeigt die leuchtend rote Iris.

Aland im Lexikon
Abbildung zu Brachse
Brachse

Die Brachse ist hochrückig, seitlich stark zusammengedrückt und schleimig; das Rotauge ist deutlich schlanker und hat die rote Iris.

Brachse im Lexikon
Abbildung zu Elritze
Elritze

Die Elritze bleibt winzig (meist unter 10 cm) und trägt eine dunkle Marmorierung an den Seiten, dem Rotauge fehlt diese Zeichnung und es hat die rote Iris.

Elritze im Lexikon
Abbildung zu Hasel
Hasel

Der Hasel hat silbrige Augen und einen runderen, torpedoförmigen Körper; nur das Rotauge zeigt die leuchtend rote Iris.

Hasel im Lexikon
Abbildung zu Perlfisch
Perlfisch

Der Perlfisch wird viel größer, ist dunkler gefärbt und hat ein unterständiges Maul; ihm fehlt die rote Iris des Rotauges.

Perlfisch im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Das Rotauge lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit reichem Pflanzenbewuchs – von kleinen Teichen über Seen und Altarme bis zu Kanälen und ruhigen Flüssen2. Es ist sehr anpassungsfähig, mag aber am liebsten warmes Wasser mit hartem Grund und hält sich gern in Bodenvertiefungen auf2. Damit gehört es zu den genügsamsten heimischen Fischen.

Verbreitung

In Deutschland ist das Rotauge flächendeckend verbreitet und einer der häufigsten Süßwasserfische überhaupt2. Man findet es vom kleinsten Teich bis zum größten Fluss in fast jedem Gewässertyp2. Die Art gilt als nicht gefährdet5.

Nahrung

Das Rotauge frisst sehr vielseitig: Zooplankton (winzige Schwebtierchen), Würmer, Schnecken, kleine Muscheln, Kleinkrebse und Insektenlarven, dazu auch Wasserpflanzen2. Je nach Jahreszeit und Gewässer wechselt es zwischen tierischer und pflanzlicher Kost, je nachdem was gerade verfügbar ist2.

Fortpflanzung

Gelaicht wird im April und Mai, sobald das Wasser über 10 °C warm ist6. Die Fische ziehen dafür in flache Uferzonen, wo das Weibchen 50.000 bis 100.000 etwa 1–1,5 mm große, klebrige Eier an Wasserpflanzen, Wurzeln, Steine oder Äste heftet6. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach rund einer Woche und kleben sich zunächst mit einer Klebdrüse am Kopf fest, bevor sie nach Aufzehren des Dottersacks frei schwimmen6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Madenein bis zwei am feinen HakenHanfsamennussiges AromaWeizengekochter PartikelköderBrotKrume oder TeigWurmstückchenkleines Stück
Praxistipp

Am besten fängst du Rotaugen mit feinem Stipp- oder Matchgerät und einer leichten Posenmontage4. Die ergiebigsten Zeiten sind das Frühjahr (März/April) und der Herbst (September/Oktober), wobei klare Spätherbsttage oft am besten laufen4. Stich die Made nur leicht an, damit sie nicht platzt – das bringt deutlich mehr Bisse.

Schlaumeierwissen

Das Rotauge gilt als grätenreich und kulinarisch wenig geschätzt, weshalb es meist nur Beifang bleibt4. Wusstest du, dass die Männchen zur Laichzeit am Kopf einen rauen, körnigen 'Laichausschlag' bekommen6? Diese kleinen weißen Knötchen sind völlig normal und verschwinden nach dem Ablaichen wieder.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 5.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 1.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 0.5 von 5Größe2.0Häufigkeit5.0Kampfstärke2.0Tafelqualität1.0Verwechslung4.0Schutz0.5
2.0
Größe

Meist 15–30 cm lang, ausnahmsweise bis 50 cm und 1,8 kg3. Damit ein kleiner bis mittelgroßer Friedfisch.

5.0
Häufigkeit

Flächendeckend in ganz Deutschland und einer der häufigsten Süßwasserfische überhaupt2. Ein Angler begegnet ihm fast in jedem Gewässer.

2.0
Kampfstärke

Wegen der geringen Größe ein eher dezenter Drill, der aber an feinem Stippgerät durchaus Spaß macht4.

1.0
Tafelqualität

Gilt als grätenreicher und eher minderwertiger Speisefisch und landet oft nur als ungewollter Beifang im Kescher4.

4.0
Verwechslung

Sehr leicht mit der Rotfeder zu verwechseln; nur Augenfarbe, Maulstellung und Flossenposition trennen die beiden sicher1.

0.5
Schutz

Keine Schonzeit, Mindestmaß 15–15 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine AngabePlötze; nicht in LFischVO BW gelistet; keine RegelungQuelle
BayernKeine AngabeKeine AngabePlötze; keine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabePlötze; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-Pfalz15 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine AngabeNur Binnen; kein Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishroach
NiederländischNederlandsblankvoorn
DänischDanskskalle
NorwegischNorsk (Bokmål)mort
SchwedischSvenskamörth
FinnischSuomisärki
FranzösischFrançaisgardon
ItalienischItalianogardonAuch: rutilo
SpanischEspañolrutilo
KroatischHrvatskibodorka
PolnischPolskipłoćAuch: płotka
TschechischČeštinaplotice obecnáAuch: plotice

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Gewässerwart – Rotauge oder Rotfeder
  2. 2Fische-Arten.de – Rotauge
  3. 3FishBase – Rutilus rutilus
  4. 4Fisch-Hitparade – Rotaugen angeln
  5. 5Wikidata – Rutilus rutilus
  6. 6Anglermap – Rotauge Fortpflanzung
  7. 7schonzeiten.de
  8. 8Wikipedia

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