Fischart

Nase

Chondrostoma nasus

NäslingSchnabelChondrostoma nasusNasen

Die Nase lebt in sauerstoffreichen, schnell fließenden Flüssen mit kiesigem oder steinigem Grund1. Sie ist ein typischer Bewohner der Barben- und Äschenregion und braucht klares Wasser mit guter Str

Abbildung zu Nase
Wissenschaftlicher NameChondrostoma nasus
FamilieLeuciscidae
Größe25–40 cm (max 60)
Gewicht0,5–1,5 kg (max 3)
Alter10–15 Jahre (max 20)

Algenweiderin mit verhornter Unterlippe, zieht in Schwärmen über Kiesgrund1. Fisch des Jahres 2020 — heute regional stark gefährdet2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Nase mit markierten Erkennungsmerkmalen Nasenförmiger OberkieferVerhornte UnterlippeSpindelförmiger KörperRötliche FlossenGraugrüner Rücken
Erkennungsmerkmale im Bild5 Merkmale aus der App
  • Spindelförmiger, langgestreckter Körper mit silbrigen Flanken1
  • Auffällig überstehendes Oberkiefer — die namensgebende Nase5
  • Unterständiges Maul mit scharfkantiger, verhornter Unterlippe4
  • Graugrüner bis dunkelgrauer Rücken6
  • Rötlich-graue Flossen, besonders Brust- und Bauchflossen5
  • Mittelgroße Schuppen, 55–65 entlang der Seitenlinie1
  • Männchen zur Laichzeit mit deutlichem Laichausschlag am Kopf3

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Zährte
Zährte (Russnase)

Die Nase hat eine harte, verhornte Unterlippe zum Abweiden von Algen; der Zährte fehlt diese verhornte Lippe und sie hat eine längere Afterflosse und eine dunkle Schnauze.

Zährte im Lexikon
Abbildung zu Barbe
Barbe

Die Barbe hat vier auffällige Barteln am Maul und einen kräftigeren Körper. Der Nase fehlen Bartfäden komplett.

Barbe im Lexikon
Abbildung zu Zährte
Zährte

Die Nase hat eine harte, gerade verhornte Unterlippe zum Abweiden von Algen; der Zährte fehlt diese verhornte Lippe und sie hat eine längere Afterflosse.

Zährte im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Nase lebt in sauerstoffreichen, schnell fließenden Flüssen mit kiesigem oder steinigem Grund1. Sie ist ein typischer Bewohner der Barben- und Äschenregion und braucht klares Wasser mit guter Strömung2. Bevorzugt werden Strecken mit natürlichem Sohlsubstrat, wo sie in großen Schwärmen über Kiesbänke zieht11.

Verbreitung

Die Nase kommt in Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen vor, besonders in den Flusssystemen von Rhein und Donau5. In Deutschland war sie früher einer der häufigsten Flussfische, ist heute aber regional stark gefährdet und vielerorts verschwunden2. Ihr Verbreitungsgebiet reicht ostwärts bis zum Schwarzen Meer, fehlt aber in Skandinavien und auf den Britischen Inseln3.

Nahrung

Die Nase ist ein spezialisierter Pflanzenfresser, der mit seiner scharfkantigen, verhornten Unterlippe Algenbeläge von Steinen abschabt1. Diese Weidehaltung macht sie zur natürlichen Putzkolonne der Flussböden2. Ergänzend nimmt sie kleine wirbellose Tiere vom Gewässergrund auf, etwa Insektenlarven und Kleinkrebse8.

Fortpflanzung

Die Nase laicht von März bis Mai und wandert dafür in großen Schwärmen flussaufwärts zu flachen Kiesbänken11. Dabei kann man lautes Platschen hören, wenn Hunderte gleichzeitig ablaichen2. Ein Weibchen legt 20.000 bis 100.000 klebrige Eier von etwa 1,5 mm Größe direkt auf den Kiesgrund3.

Angelwissen

Köder und Praxis

Maden2–3 Stück am 16er-Haken, bodennah in StrömungKöcherfliegen-LarvenNatürliche Larven am feinen Haken, auf GrundBrotteigKleine Kugel am 16er-Haken, im Sommer idealPelletsKleine Pellets (4–6 mm), mit AnfütterungMistwurmIn kleinen Stücken, bodennah an der Pose
Praxistipp

Nasen stehen in Schwärmen über Kiesgrund — füttere den Platz mehrere Tage vor, sie kehren zuverlässig zurück6. Am besten beißt es frühmorgens mit Maden auf Grund in der Strömung7.

Schlaumeierwissen

Viele Y-Gräten, aber mildes Fleisch — kein Star am Teller8. Früher war sie trotzdem der Brotfisch der Donau-Berufsfischer2.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 1.5 von 5. Häufigkeit: 1.5 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 1.0 von 5. Verwechslung: 2.5 von 5. Schutz: 4.0 von 5Größe1.5Häufigkeit1.5Kampfstärke2.0Tafelqualität1.0Verwechslung2.5Schutz4.0
1.5
Größe

Nasen werden typisch 25 bis 40 cm groß, gute Exemplare erreichen 50 cm1. Maximal sind über 60 cm und bis zu 3 kg möglich, aber sehr selten34.

1.5
Häufigkeit

Früher ein Massenfisch der Flüsse, heute in vielen Regionen Deutschlands selten oder verschwunden2. In Süddeutschland (Donau, Isar) noch gute Bestände, im Norden fast überall fehlend53.

2.0
Kampfstärke

Nasen kämpfen überraschend gut für ihre Größe — sie nutzen die Strömung geschickt aus und liefern in der Fließgewässerströmung einen ausdauernden Drill67. Große Exemplare über 40 cm fordern feines Gerät ernsthaft.

1.0
Tafelqualität

Viele feine Y-Gräten machen die Nase schwierig in der Küche8. Das Fleisch ist mild, aber trocken — früher als Brotfisch der Donaufischer genutzt, heute kaum noch auf dem Teller29.

2.5
Verwechslung

Vor allem mit der Zährte (Russnase) verwechselbar — beide haben ein unterständiges Maul und ähnliche Körperform10. Die verhornte Unterlippe und die Flossenstrahlenzahl der Afterflosse sind die sichersten Unterscheidungsmerkmale510.

4.0
Schutz

Ganzjahresschutz in 6 Bundesländern. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-Württemberg35 cm15.03–31.05Quelle
Bayern30 cm01.03–30.04Quelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
Hessen25 cm15.03–30.04Entnahmefenster 25-40 cmQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Niedersachsen25 cmKeine AngabeNur Satzfische; ohne Besatznachweis ganzjährig geschützt. Nur MindestmassQuelle
Nordrhein-Westfalen30 cm01.03–30.04Quelle
Rheinland-Pfalz30 cm15.03–30.04Nicht in Rhein, Mosel und LahnQuelle
Saarland35 cm15.03–15.06Quelle
Sachsen40 cm01.01–15.06Schonzeit und Mindestmass gelten nur in der Elbe; in allen anderen Gewässern ganzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishnaseAuch: common nase
NiederländischNederlandssneep
DänischDansknæseAuch: almindelig næse
NorwegischNorsk (Bokmål)neseAuch: nase
SchwedischSvenskanosattingAuch: näsling
FinnischSuominokkasärki
FranzösischFrançaishotuAuch: nase
ItalienischItalianonaso
SpanischEspañolboga de ríoAuch: condrostoma
KroatischHrvatskipodustAuch: skobalj
PolnischPolskiświnkaAuch: świnka pospolita
TschechischČeštinaostroretka stěhovaváAuch: ostroretka

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Simfisch – Nase Fischportrait
  2. 2DAFV – Fisch des Jahres 2020 Nase
  3. 3Wikipedia – Nase (Fisch)
  4. 4Rekordfische.at – Nase Rekord 1998
  5. 5Angelmagazin – Nase Alle Infos
  6. 6Simfisch – Nase angeln Tipps
  7. 7FineArts Flyfishing – Fliegenfischen auf Nasen
  8. 8Tierenzyklopädie – Nase Steckbrief
  9. 9ichkoche.at – Nase im Speck Rezept
  10. 10Anglermap – Nase Bestimmung
  11. 11Fischlexikon – Nase
  12. 12www.landesrecht-bw.de
  13. 13www.gesetze-bayern.de
  14. 14www.berlin.de
  15. 15angelmagazin.de
  16. 16angelmagazin.de
  17. 17www.lallf.de
  18. 18schonzeiten.de
  19. 19recht.nrw.de
  20. 20schonzeiten.de
  21. 21schonzeiten.de
  22. 22www.fischerei.sachsen.de
  23. 23www.fischereiberater-lsa.de
  24. 24schonzeiten.de
  25. 25www.umwelt-online.de
  26. 26Wikipedia

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