Fischart

Moderlieschen

Leucaspius delineatus

ZwerglaubeSchneiderkarpfenModkeMutterlosekenLeucaspius delineatus

Das Moderlieschen bewohnt pflanzenreiche Stillgewässer und langsam fließende Gräben mit dichter Ufervegetation1. Typische Lebensräume sind Altarme, Weiher, Torfstiche und Baggerseen — oft Gewässer,

Abbildung zu Moderlieschen
Wissenschaftlicher NameLeucaspius delineatus
FamilieLeuciscidae
Größe6–9 cm (max 12)
Gewicht3–10 g (max 20)
Alter3–4 Jahre

Winziger Schwarmfisch in pflanzenreichen Stillgewässern1. Männchen bewachen die Eier und schützen sie mit keimtötendem Sekret2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Moderlieschen mit markierten Erkennungsmerkmalen Oberständiges MaulBläulicher LängsstreifenKurze SeitenlinieGroße AugenSchlanker Körper
Erkennungsmerkmale im Bild5 Merkmale aus der App
  • Sehr kleiner, schlanker Körper mit stark oberständigem Maul1
  • Bläulich schimmernder Längsstreifen an den Flanken, besonders am Schwanzstiel4
  • Unvollständige Seitenlinie — nur auf den ersten 7–12 Schuppen sichtbar3
  • Relativ große Augen im Verhältnis zum kleinen Kopf6
  • Rücken braun-olivgrün, Flanken silbrig, Bauch weißlich1
  • Schuppen lösen sich sehr leicht beim Anfassen4
  • Kielbauchartige Kante zwischen Bauch- und Afterflosse3

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Ukelei
Ukelei

Der Ukelei wird mit 15–20 cm deutlich größer und hat eine vollständige, durchgehende Seitenlinie. Beim Moderlieschen endet die Seitenlinie schon nach wenigen Schuppen.

Ukelei im Lexikon
Abbildung zu Bitterling
Bitterling

Der Bitterling ist hochrückiger und hat größere Schuppen, und die Männchen tragen zur Laichzeit ein buntes Hochzeitskleid.

Bitterling im Lexikon
Abbildung zu Blaubandbärbling
Blaubandbärbling

Der Blaubandbärbling hat einen dunklen Längsstreifen an der Seite und größere Schuppen; das Moderlieschen wirkt einfarbig silbern und hat ein nach oben gerichtetes Maul.

Blaubandbärbling im Lexikon
Abbildung zu Elritze
Elritze

Die Elritze hat eine vollständige, durchgehende Seitenlinie und sehr kleine Schuppen; beim Moderlieschen endet die Seitenlinie schon nach wenigen Schuppen.

Elritze im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Das Moderlieschen bewohnt pflanzenreiche Stillgewässer und langsam fließende Gräben mit dichter Ufervegetation1. Typische Lebensräume sind Altarme, Weiher, Torfstiche und Baggerseen — oft Gewässer, die für größere Fische zu klein oder zu flach sind6. Als Schwarmfisch hält es sich dicht unter der Wasseroberfläche in der Uferzone auf, meist in weniger als einem Meter Tiefe3.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordfrankreich und dem Rheingebiet ostwärts über ganz Mitteleuropa bis zur Wolga und zum Kaspischen Meer2. In Deutschland ist es in allen Flusssystemen verbreitet, kommt aber oft nur in kleinen, isolierten Beständen vor4. Die Art fehlt in Großbritannien, Skandinavien (außer Dänemark), auf der Iberischen Halbinsel und in Südeuropa2.

Nahrung

Das Moderlieschen ist ein Oberflächenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Plankton — winzigen Schwebealgen und kleinen Krebstierchen1. Ergänzend schnappt es Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen, etwa Mücken und Fliegen3. Auch Froschlaich und kleine Mückenlarven stehen auf dem Speiseplan7.

Fortpflanzung

Die Laichzeit beginnt bei über 18 Grad Wassertemperatur, meist ab April bis Juni2. Das Weibchen wickelt seine Eier in Bändern um Pflanzenstengel und Wurzeln nahe der Wasseroberfläche1. Besonders ist die Brutpflege: Das Männchen bewacht die Eier, fächelt ihnen Frischwasser zu und überzieht sie mit einem keimtötenden Sekret28.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Das Moderlieschen wird wegen seiner geringen Größe nicht gezielt beangelt und ist regional geschützt9. Sein Vorkommen zeigt ein intaktes Kleingewässer mit guter Wasserqualität an4.

Schlaumeierwissen

Viel zu klein für den Teller — maximal Aquarienfutter1. Sein Name kommt von Mutterloseken: der Laich reist an Vogelbeinen in neue Gewässer2.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 0.0 von 5. Häufigkeit: 2.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 0.0 von 5. Verwechslung: 2.0 von 5. Schutz: 2.0 von 5Größe0.0Häufigkeit2.0Kampfstärke0.0Tafelqualität0.0Verwechslung2.0Schutz2.0
0.0
Größe

Mit maximal 12 cm gehört das Moderlieschen zu den kleinsten heimischen Fischen1. Die meisten Exemplare bleiben unter 9 cm3.

2.0
Häufigkeit

In ganz Deutschland verbreitet, aber meist nur in kleinen, isolierten Beständen in Kleingewässern4. Durch Gewässerverlust rückläufig, steht auf der Vorwarnliste5.

0.0
Kampfstärke

Bei maximal 20 Gramm Gewicht gibt es keinen Drill — das Moderlieschen ist als Angelfisch völlig irrelevant13.

0.0
Tafelqualität

Viel zu klein für jede Verwertung in der Küche — selbst die größten Exemplare passen auf einen Teelöffel1.

2.0
Verwechslung

Kann mit dem Ukelei oder dem Bitterling verwechselt werden, besonders bei flüchtigem Hinsehen3. Die unvollständige Seitenlinie und das stark oberständige Maul helfen bei der sicheren Bestimmung2.

2.0
Schutz

In 9 Bundesländern ganzjährig geschützt, beangelbar nur in 7 Bundesländern.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine AngabeKeine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine Angabe01.05–30.06Quelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishsunbleakAuch: belica, moderlieschen
NiederländischNederlandsvetje
DänischDanskregnløje
NorwegischNorsk (Bokmål)regnlaue
SchwedischSvenskaregnlöja
FinnischSuomiallikkosalakka
FranzösischFrançaisable de HeckelAuch: lâche
ItalienischItalianoleucaspio
SpanischEspañolbelicaAuch: moderlieschen
KroatischHrvatskibjelicaAuch: kosalj
PolnischPolskiowsianka
TschechischČeštinaslunka obecnáAuch: slunka

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia – Moderlieschen
  2. 2Deutschlands Natur – Moderlieschen
  3. 3Fischlexikon – Moderlieschen
  4. 4Fisch-Hitparade – Moderlieschen
  5. 5Simfisch – Moderlieschen Portrait
  6. 6Kölle Zoo – Moderlieschen Steckbrief
  7. 7Angelmagazin – Moderlieschen Alle Infos
  8. 8Einrichtungsbeispiele – Moderlieschen Alle Infos
  9. 9Blinker – Schonzeiten und Mindestmasse
  10. 10www.berlin.de
  11. 11angelmagazin.de
  12. 12schonzeiten.de
  13. 13angelmagazin.de
  14. 14recht.nrw.de
  15. 15schonzeiten.de
  16. 16schonzeiten.de
  17. 17www.fischereiberater-lsa.de
  18. 18schonzeiten.de
  19. 19www.umwelt-online.de

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