Fischart

Graskarpfen

Ctenopharyngodon idella

Weißer AmurAmurGrasfischCtenopharyngodon idella

Der Graskarpfen mag warme, pflanzenreiche Gewässer mit ruhigem Wasser und reichlich Sauerstoff. Man findet ihn vor allem in wärmeren Seen, Teichen und langsamen Flüssen, in denen viele Wasserpflanzen

Abbildung zu Graskarpfen
Wissenschaftlicher NameCtenopharyngodon idella
FamilieKarpfenfische
Größe60–100 cm (max 150 cm)
Gewicht5–20 kg (max 45 kg)
Alter10–15 Jahre (max 21 Jahre)

Schlanker, walzenförmiger Vegetarier mit großen, netzartig dunkel gerandeten Schuppen und einem breiten Maul ganz ohne Barteln1. Lebt in warmen, pflanzenreichen Gewässern und frisst dort große Mengen Wasserpflanzen2. Bei uns ein Besatzfisch, der sich nicht selbst vermehrt und bis zu 150 cm lang werden kann3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Graskarpfen mit markierten Erkennungsmerkmalen Maul ohne BartelnNetzartige SchuppenWalzenförmiger Körper
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Langgestreckter, fast walzenförmiger Körper
  • Breites, leicht unterständiges Maul ohne Barteln
  • Große Schuppen mit dunklem Rand, wie ein Netz
  • Nur 43 bis 45 Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Bronze-silbern glänzende Färbung
  • Fünf Schuppenreihen unter der Seitenlinie
  • Kurze, abgerundete Rückenflosse

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Döbel
Döbel

Der Döbel hat ein großes endständiges Maul und kräftige, dunkel umrandete Schuppen; der Graskarpfen wirkt breiter und walzenförmiger mit großen, netzartig gezeichneten Schuppen.

Döbel im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Graskarpfen mag warme, pflanzenreiche Gewässer mit ruhigem Wasser und reichlich Sauerstoff. Man findet ihn vor allem in wärmeren Seen, Teichen und langsamen Flüssen, in denen viele Wasserpflanzen wachsen2. Bei uns wurde er gezielt eingesetzt, um zugewachsene Gewässer von zu viel Pflanzenwuchs frei zu halten4.

Verbreitung

Ursprünglich stammt der Graskarpfen aus Ostasien, vor allem aus den großen Flüssen Chinas und Sibiriens3. In Deutschland wurde er ab den 1960er Jahren ausgesetzt und kommt heute in Flüssen wie Elbe, Weser und Neckar sowie in vielen Seen und Teichen vor2. Da er sich bei uns nicht von allein vermehrt, hält sich der Bestand nur durch immer neuen Besatz4.

Nahrung

Der Graskarpfen ist ein echter Pflanzenfresser und frisst riesige Mengen an Wasserpflanzen2. Ab etwa 5–8 cm Länge stellt er auf Grünkost um und mag besonders gern junge, weiche Pflanzen wie Laichkraut, Schilf und Algen7. Als ganz kleiner Fisch frisst er anfangs noch winzige Tierchen, bevor er zum Vegetarier wird7.

Fortpflanzung

Zum Ablaichen braucht der Graskarpfen sehr warmes, fließendes Wasser von etwa 20 °C und mehr7. Die Larven schlüpfen bei rund 27–29 °C schon nach etwa 1,5 bis 2 Tagen7. In Deutschland ist es dafür zu kühl, deshalb kann er sich bei uns in freier Natur nicht selbst vermehren4.

Angelwissen

Köder und Praxis

MaisMaiskette am HaarBrotflockeunbeschwert an der OberflächeFrische Grashalmenaturnaher KöderBoiliekleine, helle SortenTeigköderweich, pflanzlich
Praxistipp

Stell dem Graskarpfen im Hochsommer nach, wenn sich das Wasser auf 20–25 °C erwärmt — dann ist er am aktivsten5. Füttere mit Brotflocken an und biete den Köder unbeschwert an der Oberfläche an. Halte im Drill nicht zu stark dagegen, sonst schlitzt der Haken bei seinen heftigen Fluchten aus5.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Graskarpfen ein reiner Vegetarier ist und am Tag fast sein eigenes Körpergewicht an Pflanzen verputzen kann2? Sein weißes, zartes Fleisch schmeckt mild und leicht süßlich — Kenner vergleichen es sogar mit feinem Krabbenfleisch6.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 4.0 von 5. Häufigkeit: 2.0 von 5. Kampfstärke: 4.0 von 5. Tafelqualität: 3.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe4.0Häufigkeit2.0Kampfstärke4.0Tafelqualität3.0Verwechslung3.0Schutz0.0
4.0
Größe

Wird typisch 60–100 cm lang und kann maximal bis 150 cm und 45 kg erreichen3. Damit gehört er klar zu den großen Friedfischen.

2.0
Häufigkeit

Kein flächendeckend häufiger Fisch — er kommt nur dort vor, wo er gezielt eingesetzt wurde, und hält sich nur durch Besatz4. In Vereinsgewässern trifft man ihn aber regelmäßig.

4.0
Kampfstärke

Beißt oft zaghaft, kämpft am Kescher dann aber mit enormer Kraft und Ausdauer5. Viele Fische gehen im Drill verloren, weil ihre Fluchten so heftig sind5.

3.0
Tafelqualität

Weißes, zartes Fleisch von gutem Geschmack, aber recht grätenreich6. Mit dem Einschneiden der Gräten gut zu genießen.

3.0
Verwechslung

Als Jungfisch leicht mit dem Döbel zu verwechseln; das fehlende Maul-Barteln und die netzartigen Schuppen helfen beim Unterscheiden1.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishGrass carpAuch: white amur
NiederländischNederlandsGraskarper
DänischDanskGræskarpe
NorwegischNorsk (Bokmål)Gresskarpe
SchwedischSvenskaGräskarp
FinnischSuomiRuohokarppi
FranzösischFrançaisCarpe amourAuch: carpe herbeuse
ItalienischItalianoCarpa erbivoraAuch: amur
SpanischEspañolCarpa de hierbaAuch: carpa amur
KroatischHrvatskiAmur
PolnischPolskiAmur białyAuch: amur
TschechischČeštinaAmur bílýAuch: amur

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Fisch-Hitparade — Graskarpfen
  2. 2Fische-Arten.de — Graskarpfen
  3. 3FishBase — Ctenopharyngodon idella
  4. 4BUND Naturschutz — Graskarpfen
  5. 5BLINKER — Graskarpfenangeln
  6. 6Nahgenuss — Amur (Graskarpfen)
  7. 7Angelmagazin — Graskarpfen
  8. 8Wikipedia

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