Fischart
Perlfisch
Rutilus meidingeri
Der Perlfisch lebt als echter Tiefenfisch weit draußen im Freiwasser großer, klarer Voralpenseen und hält sich weit vom Ufer entfernt auf1. Er ist ein geselliger Schwarmfisch und bewohnt vor allem d

Schlanker, fast walzenförmiger Schwarmfisch mit auffällig kleinen Schuppen und dunklem, braunschwarzem Rücken1. Lebt als echter Tiefenfisch weit draußen im Freiwasser großer Voralpenseen wie Attersee und Chiemsee2. Streng geschützt und sehr selten — in Deutschland war er zeitweise ganz ausgestorben2.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Sehr kleine SchuppenDunkler RückenKleines Maul
- Schlanker, fast walzenförmiger Körper
- Sehr kleine, graue Schuppen (62–67 an der Seitenlinie)
- Kleine, etwas unterständige Mundspalte
- Massiver Kopf mit kleinen Augen
- Rücken braunschwarz bis olivgrün, Bauch silbrigweiß
- After- und Bauchflossen oft leicht rötlich
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Döbel hat viel größere Schuppen und ein großes, endständiges Maul; der Perlfisch hat sehr kleine Schuppen und kleine Augen.
Döbel im Lexikon


Der Hering ist ein Salzwasserfisch mit scharf gekieltem Bauch und einer einzelnen Rückenflosse weit hinten; der Perlfisch lebt im Süßwasser und hat keinen Bauchkiel.
Atlantischer hering im Lexikon
Die Finte ist ein Heringsfisch mit gekieltem Bauch und dunklen Schulterflecken; der Perlfisch ist ein Süßwasser-Karpfenfisch ohne Bauchkiel.
Finte im Lexikon
Der Hering ist ein Salzwasserfisch mit scharf gekieltem Bauch; der Perlfisch lebt im Süßwasser tiefer Voralpenseen und hat keinen Bauchkiel.
Atlantischer hering im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Perlfisch lebt als echter Tiefenfisch weit draußen im Freiwasser großer, klarer Voralpenseen und hält sich weit vom Ufer entfernt auf2. Er ist ein geselliger Schwarmfisch und bewohnt vor allem die tiefen Bereiche der Seen sowie tiefe Abschnitte der zufließenden Flüsse2. Nur zur Laichzeit kommt er in flachere Bereiche der Zu- und Abflüsse5.
Verbreitung
Sein weltweites Vorkommen beschränkt sich heute fast nur auf das Mondsee-Attersee-Gebiet und den Wolfgangsee im österreichischen Salzkammergut sowie einzelne Tiere in der Donau24. In Deutschland galt er seit Anfang der 1990er Jahre als ausgestorben; die einzige deutsche Population im Chiemsee war erloschen2. Seit 1995 wurde dort mit Tieren aus Österreich erfolgreich wieder eingebürgert, sodass sich am Chiemsee inzwischen wieder ein sich selbst tragender Bestand gebildet hat6.
Nahrung
Der Perlfisch ernährt sich von kleinen Wassertieren wie Würmern und Insektenlarven, frisst aber auch Pflanzenteile3. Größere Tiere nehmen gelegentlich auch kleine Fische auf3. Seine Nahrung sucht er überwiegend in den tiefen Zonen des Sees.
Fortpflanzung
Die Laichwanderung in die Zu- und Abflüsse der Seen findet Anfang bis Mitte Mai statt; gelaicht wird über flachen Stellen mit Kiesgrund25. Ein Weibchen legt dabei etwa 32.000 bis 35.000 Eier ab, und im Laichschwarm kommen 3 bis 4 Männchen auf ein Weibchen4. Zur Laichzeit färbt sich der Bauch rötlich, und die Männchen tragen einen sehr kräftigen Laichausschlag aus perlartigen Knötchen1.
Angelwissen
Köder und Praxis
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit meist 30–50 cm und bis zu 70 cm Länge ist der Perlfisch ein recht großer Weißfisch3.
Extrem selten — sein Vorkommen beschränkt sich auf wenige Voralpenseen, in Deutschland war er zeitweise ganz ausgestorben2.
Früher als Maifisch lokal geschätzt und im Mai auf den Münchner Fischmarkt geliefert, heute aber streng geschützt und nicht zu verwerten1.
Wegen der schlanken Form leicht mit Döbel, Hasel oder Rotauge zu verwechseln; entscheidend sind die deutlich kleineren Schuppen3.
Ganzjahresschutz in Bayern. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
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Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.