Fischart

Aland

Leuciscus idus

NerflingOrfeLeuciscus idusAlande

Der Aland lebt vor allem in den ruhigeren, langsam fließenden Unterläufen größerer Flüsse im Tiefland1. Er kommt aber auch in größeren Seen und sogar im leicht salzigen Brackwasser an den Küsten vor

Abbildung zu Aland
Wissenschaftlicher NameLeuciscus idus
FamilieKarpfenfische
Größe30–50 cm (max 85 cm)[6]
Gewicht1–2 kg (max 4 kg)[6]
Alter10–15 Jahre (max 29 Jahre)[6]

Geselliger Schwarmfisch mit gestrecktem Körper, silbernen Flanken und auffällig rötlichen Bauch- und Afterflossen1. Lebt in den ruhigen Unterläufen großer Tieflandflüsse und steht im Sommer gern dicht unter der Oberfläche2. An den vielen Schuppen entlang der Seitenlinie erkennst du ihn sicher: 55 bis 61 Stück1.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Aland mit markierten Erkennungsmerkmalen Endständiges MaulRötliche BauchflosseSilberne Flanke
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Gestreckter, seitlich leicht abgeflachter Körper
  • Endständiges, gerade nach vorn gerichtetes Maul
  • Grau-bläulicher Rücken, silberne Flanken
  • Brust-, Bauch- und Afterflosse rötlich gefärbt
  • 55 bis 61 Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Nach innen gebogene (eingebuchtete) Afterflosse

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Döbel
Döbel

Döbel hat größere Flossen und nur 42–46 Schuppen entlang der Seitenlinie; Aland hat 55–61.

Döbel im Lexikon
Abbildung zu Rotauge
Rotauge

Der Aland hat deutlich mehr Schuppen (55–61) und eine längere, nach innen gewölbte Afterflosse; das Rotauge hat nur rund 42–46 Schuppen und rote Augen.

Rotauge im Lexikon
Abbildung zu Hasel
Hasel

Der Hasel bleibt klein und schlank mit kleinen Flossen; der Aland wird hochrückig, kräftig und deutlich größer.

Hasel im Lexikon
Abbildung zu Rapfen
Rapfen

Der Rapfen hat ein großes, oberständiges Raubmaul mit weit aufreißender Maulspalte; der Aland hat ein kleineres, endständiges Maul.

Rapfen im Lexikon
Raubfische

Raubfische jagen andere Fische und haben oft ein großes Maul mit Zähnen; der Aland ist ein Friedfisch, der vor allem kleine Tiere und Pflanzen frisst.

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Aland lebt vor allem in den ruhigeren, langsam fließenden Unterläufen größerer Flüsse im Tiefland4. Er kommt aber auch in größeren Seen und sogar im leicht salzigen Brackwasser an den Küsten vor2. Er hält sich gern in kleinen Trupps im freien Wasser auf.

Verbreitung

In Deutschland ist der Aland besonders im Norden häufig und besiedelt große Flüsse wie Rhein, Elbe, Weser und Oder4. Im Süden findet man ihn vor allem in der Donau, im Main sowie im Ammersee und Chiemsee2. Sein Bestand gilt als stabil und ungefährdet3.

Nahrung

Junge Alande fressen vor allem winzige Schwebtierchen im Wasser, also Plankton7. Größere Tiere ernähren sich von Insektenlarven, Würmern, Schnecken und kleinen Krebstieren, gelegentlich auch von kleinen Fischen7. Pflanzenteile verschmäht der Aland ebenfalls nicht.

Fortpflanzung

Der Aland laicht von März bis Mai, sobald sich das Wasser auf etwa 5 bis 10 °C erwärmt8. Zum Laichen ziehen die Tiere in Schwärmen flussaufwärts in flache, ufernahe Bereiche8. Ein Weibchen legt dabei rund 40.000 bis 115.000 klebrige Eier ab, die an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen haften bleiben8.

Angelwissen

Köder und Praxis

Weißbrotan der OberflächeMaisauch rot eingefärbtMadenam leichten HakenTauwurmgrundnah angebotenKleiner Spinneroberflächennah geführt
Praxistipp

Such dir im Sommer eine ruhige Flussstelle und biete Weißbrot oder rotem Mais direkt unter der Oberfläche an9. Die Morgen- und vor allem die Abenddämmerung sind die heißesten Beißzeiten, am besten noch bei etwas Restlicht9. Mit feinem Gerät und Waggler-Pose hast du den größten Spaß am Drill.

Schlaumeierwissen

Als Speisefisch hat der Aland einen eher mäßigen Ruf, denn sein Fleisch steckt voller feiner Y-Gräten6. Wusstest du, dass es eine knallrote Zuchtform gibt? Die sogenannte Goldorfe wird als Zierfisch in Gartenteichen gehalten und ist nichts anderes als ein farbenfroher Aland.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 3.0 von 5. Häufigkeit: 4.0 von 5. Kampfstärke: 3.0 von 5. Tafelqualität: 2.0 von 5. Verwechslung: 3.0 von 5. Schutz: 1.5 von 5Größe3.0Häufigkeit4.0Kampfstärke3.0Tafelqualität2.0Verwechslung3.0Schutz1.5
3.0
Größe

Mit typisch 30–50 cm und maximal 85 cm bei bis zu 4 kg ist der Aland ein mittelgroßer Weißfisch3.

4.0
Häufigkeit

In norddeutschen Flüssen wie Rhein, Elbe und Weser ist der Aland weit verbreitet und häufig, im Süden seltener42.

3.0
Kampfstärke

Der Aland gilt als schneller, kämpferischer Fisch und bietet an leichtem Gerät einen lebhaften Drill mit kräftigen Fluchten5.

2.0
Tafelqualität

Das Fleisch ist mäßig schmackhaft und sehr grätenreich; am ehesten geräuchert genießbar6.

3.0
Verwechslung

Aland wird leicht mit Döbel und Rotauge verwechselt; sicher unterscheidbar nur über die hohe Schuppenzahl von 55–611.

1.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Rheinland-Pfalz, Thüringen. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
Berlin30 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
Brandenburg30 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen20 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishideAuch: orfe
NiederländischNederlandswinde
DänischDanskrimte
NorwegischNorsk (Bokmål)vederbuk
SchwedischSvenskaid
FinnischSuomisäyneAuch: säynävä
FranzösischFrançaiside mélanoteAuch: ide
ItalienischItalianoido
SpanischEspañolido
KroatischHrvatskijez
PolnischPolskijaź
TschechischČeštinajesenAuch: jelec jesen

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Anglermap – Aland Bestimmung
  2. 2Simfisch – Aland angeln
  3. 3Wikipedia – Aland (Fisch)
  4. 4Deutschlands Natur – Aland
  5. 5Angel-Profi – Aland Leitfaden
  6. 6Fisch-Hitparade – Aland
  7. 7Anglermap – Aland Ernährung & Fortpflanzung
  8. 8Pro-Fishing – Aland Portrait
  9. 9Angelmagazin – Aland
  10. 10www.berlin.de
  11. 11angelmagazin.de
  12. 12schonzeiten.de
  13. 13www.fischerei.sachsen.de
  14. 14www.umwelt-online.de
  15. 15Wikipedia

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