Fischart

Afrikanischer raubwels

Clarias gariepinus

AfrowelsKiemensackwelsScharfzahnwelsClarias gariepinus

Der Afrikanische Raubwels lebt in warmen, ruhigen Gewässern wie Teichen, Seen und langsamen Flüssen und mag Wassertemperaturen zwischen 20 und 30 Grad1. Er ist extrem robust und kann sogar in Sümpfe

Abbildung zu Afrikanischer raubwels
Wissenschaftlicher NameClarias gariepinus
FamilieKiemensackwelse (Clariidae)
Größe70-90 cm (max ca. 170 cm)
Gewichtwenige kg bis ca. 10 kg (max ca. 60 kg)
Alterbis ca. 15 Jahre

Robuster Zuchtwels mit acht langen Bartfäden und einem auffällig langen Flossensaum am Rücken1. Stammt aus Afrika, hält bei uns aber nur in warmen Becken aus und kann sogar Luft atmen, um Trockenphasen zu überstehen23. In freier Natur ist er hierzulande nicht zu finden, dafür landet er häufig im Forellenteich.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Afrikanischer raubwels mit markierten Erkennungsmerkmalen Acht BartfädenLange RückenflosseBreiter Kopf
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Acht lange Bartfäden rund ums Maul
  • Langgestreckter, walzenförmiger Körper
  • Breiter, oben abgeflachter Kopf
  • Sehr lange Rücken- und Afterflosse
  • Dunkelgraue bis marmorierte Färbung
  • Aalartig glatte, schuppenlose Haut

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Waller
Europäischer Wels (Waller)

Der Waller hat nur 6 Bartfäden und eine sehr kurze Rückenflosse, der Afrowels 8 Bartfäden und eine extrem lange Rückenflosse.

Waller im Lexikon
Abbildung zu Aal
Aal

Der Aal hat keine Bartfäden und einen viel schlankeren, runden Körper ohne breiten Kopf.

Aal im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Afrikanische Raubwels lebt in warmen, ruhigen Gewässern wie Teichen, Seen und langsamen Flüssen und mag Wassertemperaturen zwischen 20 und 30 Grad2. Er ist extrem robust und kann sogar in Sümpfen und sauerstoffarmem Wasser überleben, weil er über das Maul auch Luft atmen kann23. Bei uns hält man ihn vor allem in warmen Zuchtbecken und manchmal in privaten Angelteichen46.

Verbreitung

Ursprünglich stammt der Afrowels aus fast ganz Afrika sowie Teilen Vorderasiens2. In Deutschland kommt er nicht natürlich vor, wird aber in Aquakultur gezüchtet, etwa in Mecklenburg-Vorpommern in Becken mit Abwärme aus Biogasanlagen7. Aus solchen Anlagen entwichene Tiere gelten anderswo als Problem für die heimische Tierwelt; in Europa wurde die Art unter anderem in Tschechien und Kroatien nachgewiesen8.

Nahrung

Der Afrikanische Raubwels frisst fast alles, was er erwischen kann: kleine Fische, Schnecken und Muscheln, Würmer und sogar kleine Vögel1. Sein breites Maul erlaubt ihm, größere Beute im Ganzen zu verschlucken1. Wenn das Futter knapp wird, kommt er auch mit pflanzlicher Nahrung über die Runden1.

Fortpflanzung

In seiner Heimat laicht der Afrowels in der Regenzeit, wenn die Flüsse über die Ufer treten und er die überschwemmten Flächen aufsucht6. Die Weibchen werden mit etwa 40 bis 45 cm geschlechtsreif, die Männchen schon mit 35 bis 40 cm6. In unseren Gewässern pflanzt er sich nicht fort, weil ihm das Wasser zu kalt ist.

Angelwissen

Köder und Praxis

Tauwurmam Grund oder im MittelwasserKöderfischstreifenFiletstreifen knapp über GrundBienenmademit Lockstoff kombiniertKrabbenaturnaher HappenLockstoff-Teigstark riechend
Praxistipp

Am Forellenteich fängst du den Afrowels am einfachsten mit einem Tauwurm im Mittelwasser oder knapp über Grund5. Die Tiere werden besonders aktiv, wenn das Wasser im Sommer warm wird, und beißen dann oft in der Dämmerung5. Verstärke den Reiz ruhig mit etwas Lockstoff, dann zieht er kräftig ab.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Afrowels in Deutschland nach Forelle, Karpfen, Saibling und Aal der fünftwichtigste Zuchtfisch ist7? Sein festes, mildes Fleisch erinnert geschmacklich an Pangasius oder Stör6 und lässt sich genauso gut filetieren wie braten.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 4.0 von 5. Häufigkeit: 1.0 von 5. Kampfstärke: 4.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 2.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe4.0Häufigkeit1.0Kampfstärke4.0Tafelqualität4.0Verwechslung2.0Schutz0.0
4.0
Größe

Wird meist 70 bis 90 cm lang, kann aber in Ausnahmefällen über 1,5 Meter und bis zu 60 kg erreichen13.

1.0
Häufigkeit

In freier Natur trifft man ihn in Deutschland praktisch nie, weil er das kalte Wasser nicht überlebt; man begegnet ihm fast nur in Zuchtbecken oder besetzten Angelteichen45.

4.0
Kampfstärke

Der kräftige, muskulöse Körper macht ihn am Angelteich zu einem zähen, ausdauernden Gegner im Drill5.

4.0
Tafelqualität

Sein festes Fleisch gilt als wohlschmeckend und wird mit dem von Stör oder Pangasius verglichen6; er steht auf Platz 5 der wichtigsten Zuchtfische in Deutschland7.

2.0
Verwechslung

An den acht Bartfäden und der sehr langen Rückenflosse gut vom heimischen Waller zu unterscheiden, der nur sechs Barteln hat13.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishAfrican sharptooth catfishAuch: clarias
NiederländischNederlandsAfrikaanse meerval
DänischDanskafrikansk malle
NorwegischNorsk (Bokmål)afrikansk malle
SchwedischSvenskaafrikansk mal
FinnischSuomikonnamonniAuch: jättikonnamonni
FranzösischFrançaispoisson-chat africainAuch: silure africain
ItalienischItalianopesce gatto africano
SpanischEspañolpez gato africano
KroatischHrvatskiafrički som
PolnischPolskisum afrykański
TschechischČeštinakeříčkovec červenolemýAuch: sumec africký

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Biologie-Seite: Afrikanischer Raubwels
  2. 2Wikipedia: Afrikanischer Raubwels
  3. 3Fischlexikon: Afrikanischer Raubwels
  4. 4Lets-Grow: Afrikanischer Raubwels als Besatzfisch
  5. 5Forellen-Angeln: Afrowels in Forellenseen
  6. 6Clarias: Clarias gariepinus
  7. 7Aquakulturinfo: Afrikanischer Raubwels
  8. 8DeWiki: Afrikanischer Raubwels
  9. 9Wikipedia

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