Fischart
Waller
Silurus glanis
Der Waller mag große, tiefe und warme Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Seen und Stauseen1. Am liebsten steht er tagsüber versteckt zwischen Unterwasserstrukturen wie versunkenen Bäumen, Wurzel

Riesiger Süßwasserräuber mit breitem, flachem Kopf, schuppenloser Haut und drei Paar Barteln, mit denen er nach Beute tastet1. Lebt versteckt in tiefen Löchern großer, warmer Flüsse und Seen und kann über 2,7 Meter lang werden2. Tagsüber ruht er, nachts geht er auf Jagd nach Fischen.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Lange BartelnBreiter KopfLange Afterflosse
- Sehr großer, breiter und flacher Kopf
- Zwei lange Barteln am Oberkiefer
- Vier kürzere Barteln am Unterkiefer
- Glatte, schleimige Haut ohne Schuppen
- Sehr kleine Rückenflosse
- Sehr lange Afterflosse bis zur Schwanzflosse
- Rücken oliv-grau bis blauschwarz, Bauch hell
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Der Zwergwels bleibt klein und hat acht Barteln sowie eine Fettflosse, der Waller nur sechs Barteln und keine Fettflosse.
Zwergwels im Lexikon
Der Afrikanische Raubwels hat vier Bartelpaare und eine sehr lange, durchgehende Rückenflosse; der Waller hat nur sechs Barteln und eine winzige Rückenflosse.
Afrikanischer raubwels im Lexikon
Die Quappe hat nur eine einzige Bartel am Kinn und bleibt deutlich kleiner; der Waller trägt sechs Barteln und wird sehr groß.
Quappe im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Waller mag große, tiefe und warme Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Seen und Stauseen3. Am liebsten steht er tagsüber versteckt zwischen Unterwasserstrukturen wie versunkenen Bäumen, Wurzeln oder in tiefen Löchern3. Im Sommer fühlt er sich besonders wohl, wenn das Wasser rund 20 Grad warm ist3.
Verbreitung
Ursprünglich kam der Waller vor allem in Osteuropa und Teilen Westasiens vor3. In Deutschland war die Elbe lange die nördliche und die Donau die südliche Grenze seines Gebiets3. Heute hat er sich über Flüsse und Kanäle stark ausgebreitet und lebt inzwischen in fast allen großen Gewässern wie Rhein, Elbe und Oder, bis hinauf nach Norddeutschland3.
Nahrung
Der Waller ist ein Räuber und frisst vor allem lebende und tote Fische wie Rotaugen, Schleien oder Karpfen5. Daneben nimmt er auch Krebse, Frösche, Insekten und gelegentlich kleine Wasservögel oder Mäuse, die ins Wasser fallen5. Junge Welse leben zuerst von Plankton und kleinen Wassertieren und stellen erst ab etwa einem Meter Länge ganz auf Fische um5.
Fortpflanzung
Der Waller laicht meist von Mai bis Juni, in manchen Gegenden auch bis Juli6. Das geschieht abends bei einer Wassertemperatur von rund 18 bis 22 Grad6. Das Weibchen legt die Eier in eine flache Laichmulde im verkrauteten Uferbereich, und das Männchen bewacht das Gelege, bis die Brut geschlüpft ist6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Am besten fängst du Waller im Sommer und Frühherbst, wenn das Wasser warm ist und die Fische fressen4. Setze in der Abenddämmerung und nachts auf toten Köderfisch oder ein Tauwurm-Bündel direkt am Grund vor tiefen Löchern4. Fische mit kräftiger Rute, denn die Schwanzschläge großer Welse sind enorm4.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Der Waller ist der größte heimische Süßwasserfisch und kann bis zu 273 cm lang und 130 kg schwer werden2.
Durch starke Ausbreitung über Flüsse und Kanäle ist der Waller heute in vielen großen Gewässern in ganz Deutschland anzutreffen3.
Große Welse setzen sich mit gewaltigen Schwanzschlägen zur Wehr und verlangen kräftiges Gerät, das die Schläge abfedern kann4.
Durch Größe, breiten Kopf, fehlende Schuppen und die langen Barteln ist der Waller kaum mit anderen Fischen zu verwechseln; nur kleine Exemplare ähneln dem Zwergwels1.
Schonzeit in 2 Bundesländern. Mindestmaß 50–75 cm.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | Waller; nicht in LFischVO BW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | Waller; keine Schonzeit, kein Mindestmass | Quelle |
| Berlin | 75 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | 70 cm | 01.05–30.06 | Nur Binnen | Quelle |
| Niedersachsen | 50 cm | Keine Angabe | Nur Binnen; nur Mindestmass | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | Waller; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine Regelung | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | 01.05–30.06 | Binnen: kein Mindestmass, 01.05-30.06. Küste: 70 cm, keine Schonzeit | Quelle |
| Thüringen | 50 cm | Keine Angabe | Nur Mindestmass, keine Schonzeit | Quelle |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.