Fischart

Waller

Silurus glanis

WelsEuropäischer WelsSchaidenSilurus glanisWelse

Der Waller mag große, tiefe und warme Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Seen und Stauseen1. Am liebsten steht er tagsüber versteckt zwischen Unterwasserstrukturen wie versunkenen Bäumen, Wurzel

Abbildung zu Waller
Wissenschaftlicher NameSilurus glanis
FamilieEchte Welse
Größe100–200 cm (max 273 cm)
Gewicht10–50 kg (max 130 kg)
Alter15–30 Jahre (max 80 Jahre)

Riesiger Süßwasserräuber mit breitem, flachem Kopf, schuppenloser Haut und drei Paar Barteln, mit denen er nach Beute tastet1. Lebt versteckt in tiefen Löchern großer, warmer Flüsse und Seen und kann über 2,7 Meter lang werden2. Tagsüber ruht er, nachts geht er auf Jagd nach Fischen.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Waller mit markierten Erkennungsmerkmalen Lange BartelnBreiter KopfLange Afterflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Sehr großer, breiter und flacher Kopf
  • Zwei lange Barteln am Oberkiefer
  • Vier kürzere Barteln am Unterkiefer
  • Glatte, schleimige Haut ohne Schuppen
  • Sehr kleine Rückenflosse
  • Sehr lange Afterflosse bis zur Schwanzflosse
  • Rücken oliv-grau bis blauschwarz, Bauch hell

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Zwergwels
Zwergwels

Der Zwergwels bleibt klein und hat acht Barteln sowie eine Fettflosse, der Waller nur sechs Barteln und keine Fettflosse.

Zwergwels im Lexikon
Abbildung zu Afrikanischer raubwels
Afrikanischer raubwels

Der Afrikanische Raubwels hat vier Bartelpaare und eine sehr lange, durchgehende Rückenflosse; der Waller hat nur sechs Barteln und eine winzige Rückenflosse.

Afrikanischer raubwels im Lexikon
Abbildung zu Quappe
Quappe

Die Quappe hat nur eine einzige Bartel am Kinn und bleibt deutlich kleiner; der Waller trägt sechs Barteln und wird sehr groß.

Quappe im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Waller mag große, tiefe und warme Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Seen und Stauseen3. Am liebsten steht er tagsüber versteckt zwischen Unterwasserstrukturen wie versunkenen Bäumen, Wurzeln oder in tiefen Löchern3. Im Sommer fühlt er sich besonders wohl, wenn das Wasser rund 20 Grad warm ist3.

Verbreitung

Ursprünglich kam der Waller vor allem in Osteuropa und Teilen Westasiens vor3. In Deutschland war die Elbe lange die nördliche und die Donau die südliche Grenze seines Gebiets3. Heute hat er sich über Flüsse und Kanäle stark ausgebreitet und lebt inzwischen in fast allen großen Gewässern wie Rhein, Elbe und Oder, bis hinauf nach Norddeutschland3.

Nahrung

Der Waller ist ein Räuber und frisst vor allem lebende und tote Fische wie Rotaugen, Schleien oder Karpfen5. Daneben nimmt er auch Krebse, Frösche, Insekten und gelegentlich kleine Wasservögel oder Mäuse, die ins Wasser fallen5. Junge Welse leben zuerst von Plankton und kleinen Wassertieren und stellen erst ab etwa einem Meter Länge ganz auf Fische um5.

Fortpflanzung

Der Waller laicht meist von Mai bis Juni, in manchen Gegenden auch bis Juli6. Das geschieht abends bei einer Wassertemperatur von rund 18 bis 22 Grad6. Das Weibchen legt die Eier in eine flache Laichmulde im verkrauteten Uferbereich, und das Männchen bewacht das Gelege, bis die Brut geschlüpft ist6.

Angelwissen

Köder und Praxis

Toter KöderfischRotauge oder BrachseTauwurm-Bündelmehrere große WürmerGummifischgroß und voluminösWobbler20–25 cmFischfetzenblutig am Grund
Praxistipp

Am besten fängst du Waller im Sommer und Frühherbst, wenn das Wasser warm ist und die Fische fressen4. Setze in der Abenddämmerung und nachts auf toten Köderfisch oder ein Tauwurm-Bündel direkt am Grund vor tiefen Löchern4. Fische mit kräftiger Rute, denn die Schwanzschläge großer Welse sind enorm4.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass junge Welse als feiner Speisefisch gelten? Ihr festes, weißes Fleisch ist fast grätenfrei und erinnert manche sogar an Kalbfleisch1. Bei alten Riesen lässt man lieber die Finger davon, denn die schmecken durch ihr vieles Fett oft tranig1.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 5.0 von 5. Häufigkeit: 3.0 von 5. Kampfstärke: 5.0 von 5. Tafelqualität: 3.0 von 5. Verwechslung: 1.0 von 5. Schutz: 1.0 von 5Größe5.0Häufigkeit3.0Kampfstärke5.0Tafelqualität3.0Verwechslung1.0Schutz1.0
5.0
Größe

Der Waller ist der größte heimische Süßwasserfisch und kann bis zu 273 cm lang und 130 kg schwer werden2.

3.0
Häufigkeit

Durch starke Ausbreitung über Flüsse und Kanäle ist der Waller heute in vielen großen Gewässern in ganz Deutschland anzutreffen3.

5.0
Kampfstärke

Große Welse setzen sich mit gewaltigen Schwanzschlägen zur Wehr und verlangen kräftiges Gerät, das die Schläge abfedern kann4.

3.0
Tafelqualität

Das Fleisch junger Welse ist fest, weiß und fast grätenfrei und schmeckt mild1. Große, alte Welse setzen viel Fett an und schmecken dann oft tranig1.

1.0
Verwechslung

Durch Größe, breiten Kopf, fehlende Schuppen und die langen Barteln ist der Waller kaum mit anderen Fischen zu verwechseln; nur kleine Exemplare ähneln dem Zwergwels1.

1.0
Schutz

Schonzeit in 2 Bundesländern. Mindestmaß 50–75 cm.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine AngabeWaller; nicht in LFischVO BW gelistet; keine RegelungQuelle
BayernKeine AngabeKeine AngabeWaller; keine Schonzeit, kein MindestmassQuelle
Berlin75 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-Vorpommern70 cm01.05–30.06Nur BinnenQuelle
Niedersachsen50 cmKeine AngabeNur Binnen; nur MindestmassQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine AngabeWaller; nicht in LFischVO NRW gelistet; keine RegelungQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine Angabe01.05–30.06Binnen: kein Mindestmass, 01.05-30.06. Küste: 70 cm, keine SchonzeitQuelle
Thüringen50 cmKeine AngabeNur Mindestmass, keine SchonzeitQuelle
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishwels catfishAuch: sheatfish
NiederländischNederlandsmeervalAuch: europese meerval
DänischDanskmalleAuch: europæisk malle
NorwegischNorsk (Bokmål)malleAuch: europeisk malle
SchwedischSvenskamalAuch: europeisk mal
FinnischSuomimonni
FranzösischFrançaissilureAuch: silure glane
ItalienischItalianosiluroAuch: pesce siluro
SpanischEspañolsiluro
KroatischHrvatskisomAuch: europski som
PolnischPolskisumAuch: sum pospolity
TschechischČeštinasumecAuch: sumec velký

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1EAT SMARTER – Wels Warenkunde
  2. 2FishBase – Silurus glanis
  3. 3Simfisch – Steckbrief Wels
  4. 4Blinker – Welsangeln Tipps
  5. 5Handangeln – Wels Nahrung
  6. 6Handangeln – Wels Fortpflanzung
  7. 7www.berlin.de
  8. 8www.lallf.de
  9. 9schonzeiten.de
  10. 10schonzeiten.de
  11. 11www.umwelt-online.de
  12. 12Wikipedia

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