Fischart

Maifisch

Alosa alosa

AlseElftAlosa alosa

Der Maifisch lebt den größten Teil seines Lebens im Meer in Küstennähe, meist in Tiefen zwischen 10 und 150 Metern1. Zum Laichen wandert er weit flussaufwärts und legt dabei Strecken von bis zu 800

Abbildung zu Maifisch
Wissenschaftlicher NameAlosa alosa
FamilieHeringe
Größe40-60 cm (max 83 cm)
Gewicht1-3 kg (max 4 kg)
Alter4-8 Jahre (max 10 Jahre)

Silbriger, heringsähnlicher Wanderfisch mit 1 bis 3 dunklen Flecken hinter dem Kiemendeckel1. Lebt im Meer und zieht im Mai zum Laichen weit die großen Flüsse hinauf2. Früher ein Brotfisch am Rhein, heute bei uns vom Aussterben bedroht und streng geschützt3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Maifisch mit markierten Erkennungsmerkmalen Dunkler SchulterfleckSilbrige SchuppenGegabelte Schwanzflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Seitlich stark abgeflachter, heringsähnlicher Körper
  • Silbrige Schuppen, die sich leicht ablösen
  • 1 bis 3 dunkle Flecken hinter dem Kiemendeckel
  • Stark gegabelte Schwanzflosse
  • Großer Kopf mit Kerbe im Oberkiefer
  • Kielartig hervorstehende Schuppen am Bauch
  • Sehr viele Kiemenreusendornen (90 bis 130)

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Finte
Finte

Die Finte hat meist 4 bis 10 dunkle Flecken entlang der Flanke und weniger Kiemenreusendornen, der Maifisch dagegen 90 bis 130.

Finte im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Der Maifisch lebt den größten Teil seines Lebens im Meer in Küstennähe, meist in Tiefen zwischen 10 und 150 Metern4. Zum Laichen wandert er weit flussaufwärts und legt dabei Strecken von bis zu 800 km in großen Flüssen zurück7. Er gehört damit zu den Wanderfischen, die zwischen Salzwasser und Süßwasser pendeln.

Verbreitung

Früher war der Maifisch in fast allen großen Flüssen verbreitet, die in die Nordsee münden, etwa Rhein, Weser, Ems und ihren Nebenflüssen wie Mosel, Main und Neckar4. Nach 1890 verschwand er durch Überfischung, Querbauwerke und Gewässerverschmutzung innerhalb weniger Jahrzehnte aus den deutschen Flüssen3. Seit 2008 wird er im Rheinsystem im Rahmen eines EU-Projekts gezielt wieder angesiedelt8.

Nahrung

Der Maifisch ernährt sich vor allem von Zooplankton, also winzigen, im Wasser schwebenden Kleinkrebsen, die er mit seinen Kiemenreusen aus dem Wasser filtert2. Größere Tiere fressen außerdem kleine Jungfische, Würmer und Insekten2. Er ist also ein Filtrierer, der seine Nahrung aus dem freien Wasser siebt.

Fortpflanzung

Von Mitte April bis Anfang Juni, vor allem im Mai, wandert der Maifisch in die Mittel- und Oberläufe großer Flüsse, um dort über kiesigem Grund zu laichen2. Das Laichen findet nachts bei Wassertemperaturen von 15 bis 25 °C statt2; ein Weibchen legt dabei zwischen 80.000 und 650.000 Eier ab2. Die Jungfische schlüpfen schon nach vier bis fünf Tagen, und viele erwachsene Tiere sterben nach dem Laichen2.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Der Maifisch ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt — du darfst ihn nicht gezielt beangeln. Geht dir doch einmal ein silbriger, heringsähnlicher Fisch mit dunklem Schulterfleck an den Haken, hakst du ihn vorsichtig im Wasser ab und setzt ihn sofort zurück5. Halte ihn dabei möglichst nicht mit trockenen Händen.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass der Maifisch am Rhein einst als Fisch der armen Leute galt? Um 1880 wurden allein im niederländischen Rheinabschnitt über 200.000 Stück pro Jahr gefangen3, und das fettreiche Fleisch war in jedem Wirtshaus zu haben — besonders die größeren Weibchen mit ihrem Rogen6.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 3.0 von 5. Häufigkeit: 0.0 von 5. Kampfstärke: 3.0 von 5. Tafelqualität: 4.0 von 5. Verwechslung: 4.0 von 5. Schutz: 2.0 von 5Größe3.0Häufigkeit0.0Kampfstärke3.0Tafelqualität4.0Verwechslung4.0Schutz2.0
3.0
Größe

Mit typisch 40 bis 60 cm und maximal 83 cm Länge ist der Maifisch ein mittelgroßer Fisch4.

0.0
Häufigkeit

Der Maifisch ist bei uns vom Aussterben bedroht und kommt zuverlässig nur noch im Rhein vor5 — einem Angler begegnet er praktisch nie.

3.0
Kampfstärke

Als kräftiger, schlanker Schwimmer aus dem Meer wäre er ein guter Kämpfer — er darf aber nicht gezielt befischt werden.

4.0
Tafelqualität

Früher galt das feste, fettreiche Fleisch als Delikatesse, trotz der vielen Gräten6. Heute ist der Fang jedoch verboten.

4.0
Verwechslung

Maifisch und Finte sehen sich sehr ähnlich; sicher unterscheiden lassen sie sich nur an der Zahl der Kiemenreusendornen1.

2.0
Schutz

Ganzjährig geschützt in 14 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Saarland, Thüringen.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeGanzjährig geschütztAlseQuelle
HamburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
HessenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztBinnen + Küste ganzjährig geschütztQuelle
NiedersachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztNur KüsteQuelle
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Rheinland-PfalzKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Sachsen-AnhaltKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
Schleswig-HolsteinKeine AngabeGanzjährig geschütztAlseQuelle
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishallis shadAuch: shad
NiederländischNederlandselft
DänischDanskmajsild
NorwegischNorsk (Bokmål)maisild
SchwedischSvenskamajfiskAuch: staksill
FinnischSuomikantasilli
FranzösischFrançaisgrande aloseAuch: alose
ItalienischItalianoalosaAuch: cheppia
SpanischEspañolsábaloAuch: alosa
KroatischHrvatskilojkaAuch: skunja
PolnischPolskialoza
TschechischČeštinaplacka pomořanskáAuch: placka

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1LANUV NRW: Bestimmungshilfe Maifisch
  2. 2Fischlexikon: Maifisch, Alse
  3. 3Zunehmend Wild: Steckbrief Maifisch
  4. 4Wikipedia: Maifisch
  5. 5BfN: Artenportrait Maifisch
  6. 6WZ: Maifisch, Delikatesse aus dem Rhein
  7. 7Naturschutzinformationen NRW: Maifisch
  8. 8LANUV NRW: Wiederansiedlung des Maifischs
  9. 9www.landesrecht-bw.de
  10. 10www.gesetze-bayern.de
  11. 11www.berlin.de
  12. 12angelmagazin.de
  13. 13schonzeiten.de
  14. 14schonzeiten.de
  15. 15angelmagazin.de
  16. 16www.lallf.de
  17. 17schonzeiten.de
  18. 18recht.nrw.de
  19. 19schonzeiten.de
  20. 20www.fischerei.sachsen.de
  21. 21www.fischereiberater-lsa.de
  22. 22schonzeiten.de

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