Fischart
Maifisch
Alosa alosa
Der Maifisch lebt den größten Teil seines Lebens im Meer in Küstennähe, meist in Tiefen zwischen 10 und 150 Metern1. Zum Laichen wandert er weit flussaufwärts und legt dabei Strecken von bis zu 800

Silbriger, heringsähnlicher Wanderfisch mit 1 bis 3 dunklen Flecken hinter dem Kiemendeckel1. Lebt im Meer und zieht im Mai zum Laichen weit die großen Flüsse hinauf2. Früher ein Brotfisch am Rhein, heute bei uns vom Aussterben bedroht und streng geschützt3.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Dunkler SchulterfleckSilbrige SchuppenGegabelte Schwanzflosse
- Seitlich stark abgeflachter, heringsähnlicher Körper
- Silbrige Schuppen, die sich leicht ablösen
- 1 bis 3 dunkle Flecken hinter dem Kiemendeckel
- Stark gegabelte Schwanzflosse
- Großer Kopf mit Kerbe im Oberkiefer
- Kielartig hervorstehende Schuppen am Bauch
- Sehr viele Kiemenreusendornen (90 bis 130)
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr

Die Finte hat meist 4 bis 10 dunkle Flecken entlang der Flanke und weniger Kiemenreusendornen, der Maifisch dagegen 90 bis 130.
Finte im Lexikon
Der echte Hering bleibt kleiner und hat keinen dunklen Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel.
Atlantischer hering im LexikonSteckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Der Maifisch lebt den größten Teil seines Lebens im Meer in Küstennähe, meist in Tiefen zwischen 10 und 150 Metern4. Zum Laichen wandert er weit flussaufwärts und legt dabei Strecken von bis zu 800 km in großen Flüssen zurück7. Er gehört damit zu den Wanderfischen, die zwischen Salzwasser und Süßwasser pendeln.
Verbreitung
Früher war der Maifisch in fast allen großen Flüssen verbreitet, die in die Nordsee münden, etwa Rhein, Weser, Ems und ihren Nebenflüssen wie Mosel, Main und Neckar4. Nach 1890 verschwand er durch Überfischung, Querbauwerke und Gewässerverschmutzung innerhalb weniger Jahrzehnte aus den deutschen Flüssen3. Seit 2008 wird er im Rheinsystem im Rahmen eines EU-Projekts gezielt wieder angesiedelt8.
Nahrung
Der Maifisch ernährt sich vor allem von Zooplankton, also winzigen, im Wasser schwebenden Kleinkrebsen, die er mit seinen Kiemenreusen aus dem Wasser filtert2. Größere Tiere fressen außerdem kleine Jungfische, Würmer und Insekten2. Er ist also ein Filtrierer, der seine Nahrung aus dem freien Wasser siebt.
Fortpflanzung
Von Mitte April bis Anfang Juni, vor allem im Mai, wandert der Maifisch in die Mittel- und Oberläufe großer Flüsse, um dort über kiesigem Grund zu laichen2. Das Laichen findet nachts bei Wassertemperaturen von 15 bis 25 °C statt2; ein Weibchen legt dabei zwischen 80.000 und 650.000 Eier ab2. Die Jungfische schlüpfen schon nach vier bis fünf Tagen, und viele erwachsene Tiere sterben nach dem Laichen2.
Angelwissen
Köder und Praxis
Der Maifisch ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt — du darfst ihn nicht gezielt beangeln. Geht dir doch einmal ein silbriger, heringsähnlicher Fisch mit dunklem Schulterfleck an den Haken, hakst du ihn vorsichtig im Wasser ab und setzt ihn sofort zurück5. Halte ihn dabei möglichst nicht mit trockenen Händen.
Wusstest du, dass der Maifisch am Rhein einst als Fisch der armen Leute galt? Um 1880 wurden allein im niederländischen Rheinabschnitt über 200.000 Stück pro Jahr gefangen3, und das fettreiche Fleisch war in jedem Wirtshaus zu haben — besonders die größeren Weibchen mit ihrem Rogen6.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit typisch 40 bis 60 cm und maximal 83 cm Länge ist der Maifisch ein mittelgroßer Fisch4.
Der Maifisch ist bei uns vom Aussterben bedroht und kommt zuverlässig nur noch im Rhein vor5 — einem Angler begegnet er praktisch nie.
Als kräftiger, schlanker Schwimmer aus dem Meer wäre er ein guter Kämpfer — er darf aber nicht gezielt befischt werden.
Früher galt das feste, fettreiche Fleisch als Delikatesse, trotz der vielen Gräten6. Heute ist der Fang jedoch verboten.
Maifisch und Finte sehen sich sehr ähnlich; sicher unterscheiden lassen sie sich nur an der Zahl der Kiemenreusendornen1.
Ganzjährig geschützt in 14 von 16 Bundesländern. Ausnahmen: Saarland, Thüringen.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bayern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Berlin | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Brandenburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Bremen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Alse | Quelle |
| Hamburg | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Hessen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Binnen + Küste ganzjährig geschützt | Quelle |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Nur Küste | Quelle |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | – | Quelle |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Ganzjährig geschützt | Alse | Quelle |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.
- 1LANUV NRW: Bestimmungshilfe Maifisch
- 2Fischlexikon: Maifisch, Alse
- 3Zunehmend Wild: Steckbrief Maifisch
- 4Wikipedia: Maifisch
- 5BfN: Artenportrait Maifisch
- 6WZ: Maifisch, Delikatesse aus dem Rhein
- 7Naturschutzinformationen NRW: Maifisch
- 8LANUV NRW: Wiederansiedlung des Maifischs
- 9www.landesrecht-bw.de
- 10www.gesetze-bayern.de
- 11www.berlin.de
- 12angelmagazin.de
- 13schonzeiten.de
- 14schonzeiten.de
- 15angelmagazin.de
- 16www.lallf.de
- 17schonzeiten.de
- 18recht.nrw.de
- 19schonzeiten.de
- 20www.fischerei.sachsen.de
- 21www.fischereiberater-lsa.de
- 22schonzeiten.de