Fischart

Wollhandkrabbe

Eriocheir sinensis

Chinesische WollhandkrabbeViereckskrabbeEriocheir sinensis

Die Wollhandkrabbe lebt den größten Teil ihres Lebens im Süßwasser großer Flüsse und ihrer Nebengewässer, kommt aber auch im Brackwasser zurecht16. Tagsüber versteckt sie sich in Höhlen am Ufer, d

Abbildung zu Wollhandkrabbe
Wissenschaftlicher NameEriocheir sinensis
FamilieVarunidae
GrößePanzer bis 7,5 cm breit, mit Beinen bis 30 cm Spannweite (max Panzer 10 cm)
Gewichtmeist 100-200 g (max etwa 300 g)
Alter3-5 Jahre bis zur Geschlechtsreife (max etwa 5-6 Jahre)

Eingeschleppte Krabbe aus Ostasien mit unverwechselbarem braunem Haarpelz an den Scheren, der vor allem bei Männchen wie kleine Fäustlinge aussieht12. Der Panzer ist fast quadratisch und wird bis 7,5 cm breit, mit Beinen erreicht sie bis zu 30 cm Spannweite2. Sie lebt im Süßwasser großer Flüsse und wandert zum Ablaichen bis ins salzige Mündungswasser der Nordsee3.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Wollhandkrabbe mit markierten Erkennungsmerkmalen Behaarte ScherenQuadratischer PanzerSägezähne am Rand
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Dichter brauner Haarpelz an den Scheren
  • Behaarung beim Männchen am auffälligsten
  • Fast quadratischer, kantiger Rückenpanzer
  • Vier spitze Sägezähne an jeder Panzervorderecke
  • Panzer olivgrün bis braun gefärbt
  • Lange Beine, Spannweite bis 30 cm
  • Bewegt sich seitwärts wie eine echte Krabbe

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Flusskrebse (z.B. Edelkrebs, Signalkrebs)

Krebse haben einen langgestreckten Körper mit Schwanzfächer und keinen behaarten Scherenpelz; die Wollhandkrabbe hat einen runden, breiten Panzer ohne Schwanz.

Strandkrabbe

Die Strandkrabbe lebt im Meer und an der Küste, hat glatte, unbehaarte Scheren und einen breiteren, ovalen Panzer; die Wollhandkrabbe hat die typischen pelzigen Scheren.

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Wollhandkrabbe lebt den größten Teil ihres Lebens im Süßwasser großer Flüsse und ihrer Nebengewässer, kommt aber auch im Brackwasser zurecht35. Tagsüber versteckt sie sich in Höhlen am Ufer, die sie selbst in die Böschung gräbt und damit Dämme schwächen kann5. Zum Ablaichen wandert sie ins salzige Wasser der Flussmündungen36.

Verbreitung

Ursprünglich stammt sie aus Ostasien und wurde um 1912 unbeabsichtigt im Ballastwasser von Schiffen nach Deutschland eingeschleppt34. Seither hat sie sich über fast alle großen, in die Nordsee mündenden Flüsse ausgebreitet, etwa Elbe, Weser, Ems und Rhein bis hinauf zum Bodensee3. Sie gilt heute als eine der bekanntesten eingeschleppten Arten in deutschen Gewässern4.

Nahrung

Die Wollhandkrabbe ist ein nachtaktiver Allesfresser5. Sie frisst überwiegend pflanzliche Kost wie Algen, Wasserpflanzen und abgestorbene Pflanzenreste, etwa drei Viertel ihrer Nahrung ist pflanzlich3. Daneben nimmt sie auch Insekten, Muscheln, Schnecken, kleine Fische und Aas zu sich3.

Fortpflanzung

Zur Fortpflanzung wandern die Tiere flussabwärts ins salzige Wasser der Mündungen, denn die Eier brauchen einen Salzgehalt von mindestens 15 Promille3. Ein Weibchen trägt je nach Größe zwischen 250.000 und einer Million Eier3. Die meisten Elterntiere sterben nach dem Ablaichen, die jungen Krabben wandern später wieder flussaufwärts ins Süßwasser3.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Die Wollhandkrabbe ist keine geschützte Art, sondern ein invasiver Eindringling, den du nicht zurücksetzen darfst3. Beim Angeln geht sie oft als Beifang ans Grundköder und klaut Köder samt Haken1. Gezielt fängt man sie mit Reusen oder einer Köderfischsenke, auf der ein toter Fisch befestigt wird, gefangene Tiere musst du waidgerecht töten1.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass die Wollhandkrabbe in China als echte Delikatesse gilt und geschmacklich dem Hummer sehr nahekommt1? Vom verhassten Plagegeist der Fischer hat sie sich mancherorts zum gefragten Exportgut gemausert, das vor allem an asiatische Abnehmer verkauft wird1.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 1.0 von 5. Häufigkeit: 3.0 von 5. Kampfstärke: 0.0 von 5. Tafelqualität: 3.0 von 5. Verwechslung: 1.0 von 5. Schutz: 0.0 von 5Größe1.0Häufigkeit3.0Kampfstärke0.0Tafelqualität3.0Verwechslung1.0Schutz0.0
1.0
Größe

Der Panzer wird nur etwa 7,5 cm breit, mit den langen Beinen kommt sie aber auf bis zu 30 cm Spannweite2. Im Vergleich zu Fischen bleibt sie klein.

3.0
Häufigkeit

In den großen Flusssystemen wie Elbe, Weser und Rhein ist sie weit verbreitet und Anglern dort gut bekannt34. Die Bestände schwanken jedoch stark von Jahr zu Jahr1.

0.0
Kampfstärke

Sie ist kein Angelziel mit Drill, sondern klaut beim Angeln meist nur Köder und Haken1. Ein nennenswerter Kampf entsteht nicht.

3.0
Tafelqualität

In Asien gilt sie als Delikatesse und kommt geschmacklich dem Hummer recht nahe1. In Deutschland wird sie nur wenig gegessen, obwohl sie essbar ist.

1.0
Verwechslung

Durch den behaarten Scherenpelz und den fast quadratischen Panzer ist sie kaum mit einem anderen Tier zu verwechseln2. Flusskrebse erkennt man am langen Schwanzfächer.

0.0
Schutz

Kein besonderer Schutzstatus.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeKeine Angabe
BerlinKeine AngabeKeine Angabe
BrandenburgKeine AngabeKeine Angabe
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeKeine Angabe
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishmitten crabAuch: chinese mitten crab
NiederländischNederlandswolhandkrabAuch: chinese wolhandkrab
DänischDanskuldhåndskrabbeAuch: kinesisk uldhåndskrabbe
NorwegischNorsk (Bokmål)ullhåndskrabbeAuch: kinesisk ullhåndskrabbe
SchwedischSvenskaullhandskrabbaAuch: kinesisk ullhandskrabba
FinnischSuomivillakrapuAuch: kiinanvillakrapu
FranzösischFrançaiscrabe chinoisAuch: crabe de Shanghai
ItalienischItalianogranchio cinese
SpanischEspañolcangrejo chino
KroatischHrvatskikineski riječni rakAuch: kineski rak
PolnischPolskikrab wełnistoszczypcyAuch: krab wełnisty
TschechischČeštinakrab říční

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Blinker - Steckbrief Wollhandkrabbe
  2. 2Tierenzyklopädie - Chinesische Wollhandkrabbe
  3. 3Wikipedia - Chinesische Wollhandkrabbe
  4. 4HLNUG Hessen - Steckbrief invasive Tiere
  5. 5Müritzeum - Tierartenlexikon Wollhandkrabbe
  6. 6Anglerverband Niedersachsen - Artsteckbrief Wollhandkrabbe
  7. 7Wikipedia

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