Eingeschleppte Krabbe aus Ostasien mit unverwechselbarem braunem Haarpelz an den Scheren, der vor allem bei Männchen wie kleine Fäustlinge aussieht12. Der Panzer ist fast quadratisch und wird bis 7,5 cm breit, mit Beinen erreicht sie bis zu 30 cm Spannweite2. Sie lebt im Süßwasser großer Flüsse und wandert zum Ablaichen bis ins salzige Mündungswasser der Nordsee3.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Behaarte ScherenQuadratischer PanzerSägezähne am Rand
- Dichter brauner Haarpelz an den Scheren
- Behaarung beim Männchen am auffälligsten
- Fast quadratischer, kantiger Rückenpanzer
- Vier spitze Sägezähne an jeder Panzervorderecke
- Panzer olivgrün bis braun gefärbt
- Lange Beine, Spannweite bis 30 cm
- Bewegt sich seitwärts wie eine echte Krabbe
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr
Krebse haben einen langgestreckten Körper mit Schwanzfächer und keinen behaarten Scherenpelz; die Wollhandkrabbe hat einen runden, breiten Panzer ohne Schwanz.
Die Strandkrabbe lebt im Meer und an der Küste, hat glatte, unbehaarte Scheren und einen breiteren, ovalen Panzer; die Wollhandkrabbe hat die typischen pelzigen Scheren.
Steckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Die Wollhandkrabbe lebt den größten Teil ihres Lebens im Süßwasser großer Flüsse und ihrer Nebengewässer, kommt aber auch im Brackwasser zurecht35. Tagsüber versteckt sie sich in Höhlen am Ufer, die sie selbst in die Böschung gräbt und damit Dämme schwächen kann5. Zum Ablaichen wandert sie ins salzige Wasser der Flussmündungen36.
Verbreitung
Ursprünglich stammt sie aus Ostasien und wurde um 1912 unbeabsichtigt im Ballastwasser von Schiffen nach Deutschland eingeschleppt34. Seither hat sie sich über fast alle großen, in die Nordsee mündenden Flüsse ausgebreitet, etwa Elbe, Weser, Ems und Rhein bis hinauf zum Bodensee3. Sie gilt heute als eine der bekanntesten eingeschleppten Arten in deutschen Gewässern4.
Nahrung
Die Wollhandkrabbe ist ein nachtaktiver Allesfresser5. Sie frisst überwiegend pflanzliche Kost wie Algen, Wasserpflanzen und abgestorbene Pflanzenreste, etwa drei Viertel ihrer Nahrung ist pflanzlich3. Daneben nimmt sie auch Insekten, Muscheln, Schnecken, kleine Fische und Aas zu sich3.
Fortpflanzung
Zur Fortpflanzung wandern die Tiere flussabwärts ins salzige Wasser der Mündungen, denn die Eier brauchen einen Salzgehalt von mindestens 15 Promille3. Ein Weibchen trägt je nach Größe zwischen 250.000 und einer Million Eier3. Die meisten Elterntiere sterben nach dem Ablaichen, die jungen Krabben wandern später wieder flussaufwärts ins Süßwasser3.
Angelwissen
Köder und Praxis
Die Wollhandkrabbe ist keine geschützte Art, sondern ein invasiver Eindringling, den du nicht zurücksetzen darfst3. Beim Angeln geht sie oft als Beifang ans Grundköder und klaut Köder samt Haken1. Gezielt fängt man sie mit Reusen oder einer Köderfischsenke, auf der ein toter Fisch befestigt wird, gefangene Tiere musst du waidgerecht töten1.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Der Panzer wird nur etwa 7,5 cm breit, mit den langen Beinen kommt sie aber auf bis zu 30 cm Spannweite2. Im Vergleich zu Fischen bleibt sie klein.
Sie ist kein Angelziel mit Drill, sondern klaut beim Angeln meist nur Köder und Haken1. Ein nennenswerter Kampf entsteht nicht.
In Asien gilt sie als Delikatesse und kommt geschmacklich dem Hummer recht nahe1. In Deutschland wird sie nur wenig gegessen, obwohl sie essbar ist.
Durch den behaarten Scherenpelz und den fast quadratischen Panzer ist sie kaum mit einem anderen Tier zu verwechseln2. Flusskrebse erkennt man am langen Schwanzfächer.
Kein besonderer Schutzstatus.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
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Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.