Fischart

Ziege

Pelecus cultratus

SichlingMesserkarpfenPelecus cultratus

Die Ziege lebt im Freiwasser langsam fließender Flüsse, großer Seen und in den Mündungen zum Meer1. Sie hält sich gern im offenen Wasser nahe der Oberfläche auf und meidet stark verkrautete Uferzone

Abbildung zu Ziege
Wissenschaftlicher NamePelecus cultratus
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
Größe25–40 cm (max ca. 60 cm)[6]
Gewicht200–500 g (max ca. 2 kg)[6]
Altergeschlechtsreif mit 3–4 Jahren[2]

Auffälliger Weißfisch mit messerscharfer, sichelförmiger Bauchkante und stark silbern glänzenden Flanken1. Lebt im Freiwasser langsam fließender Flüsse und großer Seen und sucht seine Nahrung dicht unter der Oberfläche2. In Deutschland ist sie eine echte Rarität — nur an Oder und Donau zu finden und dort stark gefährdet2.

Sicher erkennen

Erkennungsmerkmale

Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.

Lehrbuchabbildung von Ziege mit markierten Erkennungsmerkmalen Scharfe BauchkanteOberständiges MaulGroße Brustflosse
Erkennungsmerkmale im Bild3 Merkmale aus der App
  • Stark seitlich abgeflachter, schlanker Körper
  • Fast gerade Rückenlinie
  • Scharfe, sichelförmig gebogene Bauchkante (Kielbauch)
  • Oberständiges Maul, schräg nach oben gerichtet
  • Sehr große, geschwungene Brustflossen
  • Lange Afterflosse, sehr kurze Rückenflosse
  • Dunkler Rücken, stark silbern glänzende Flanken

Genau hinsehen

Verwechslungsgefahr

Abbildung zu Ukelei
Ukelei

Der Ukelei ist viel kleiner, hat keinen scharfen Kielbauch und nicht die großen Brustflossen der Ziege.

Ukelei im Lexikon
Abbildung zu Rapfen
Rapfen

Der Rapfen hat einen runderen Körper und ein endständiges Maul; der Ziege fehlt die scharfe Bauchkante nicht, ihr Maul ist nach oben gerichtet.

Rapfen im Lexikon

Steckbrief

Lebensweise und Vorkommen

Lebensraum

Die Ziege lebt im Freiwasser langsam fließender Flüsse, großer Seen und in den Mündungen zum Meer2. Sie hält sich gern im offenen Wasser nahe der Oberfläche auf und meidet stark verkrautete Uferzonen2. In Deutschland trifft man sie nur in wenigen Gebieten an, vor allem im Oderbereich und an der Donau2.

Verbreitung

Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Osteuropa: von der Oder über die Wolga bis zum Ural, dazu die Donau, die Ostsee sowie das Schwarze und Kaspische Meer1. In Deutschland ist sie selten und nur im Odermündungsgebiet und im Donauraum heimisch2. Dort gilt sie als stark gefährdet1.

Nahrung

Junge Ziegen fressen vor allem winzige Schwebkrebse und Insektenlarven, die im Freiwasser treiben5. Größere Tiere jagen zusätzlich Insekten von der Oberfläche und kleine Fischbrut5. Damit ist die Ziege ein Fisch, der seine Nahrung überwiegend im offenen Wasser sucht5.

Fortpflanzung

Die Laichzeit fällt in die Sommermonate Mai bis Juli5. Dazu wandern die Tiere flussaufwärts oder in Richtung Ufer und geben ihre Eier ins freie Wasser ab5. Ein Weibchen legt je nach Größe zwischen 30.000 und 100.000 Eier, die als Schwebeteilchen in der Strömung treiben und schon nach 2–3 Tagen schlüpfen5.

Angelwissen

Köder und Praxis

Praxistipp

Gezielt befischt wird die Ziege bei uns praktisch nicht — sie ist viel zu selten und streng geschützt6. Solltest du als Beifang am Oder- oder Donauraum doch einmal eine an den Haken bekommen, hakst du sie schonend ab und setzt sie sofort und behutsam zurück3. Jeder einzelne Fisch zählt für den Bestand.

Schlaumeierwissen

Wusstest du, dass die Ziege ihren scharfen Kielbauch zur Tarnung nutzt? Von unten betrachtet bietet die messerdünne Bauchkante kaum eine Silhouette, sodass Räuber sie schlechter erkennen4. Den Namen 'Sichling' verdankt sie genau dieser sichelförmig gebogenen Bauchlinie4.

Auf einen Blick

Eigenschaften und Einordnung

Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.

EigenschaftsprofilSkala 1–5
Eigenschaftsprofil als Radar-DiagrammGröße: 2.0 von 5. Häufigkeit: 0.0 von 5. Kampfstärke: 2.0 von 5. Tafelqualität: 1.0 von 5. Verwechslung: 1.0 von 5. Schutz: 1.5 von 5Größe2.0Häufigkeit0.0Kampfstärke2.0Tafelqualität1.0Verwechslung1.0Schutz1.5
2.0
Größe

Mit meist 25–40 cm und höchstens rund 60 cm bleibt die Ziege ein mittelgroßer Weißfisch1.

0.0
Häufigkeit

In Deutschland extrem selten — nur an Oder und Donau, dort stark gefährdet, in Brandenburg sogar vom Aussterben bedroht13.

2.0
Kampfstärke

Schlanker, leichter Fisch mit großen Brustflossen, der zwar lebhaft, aber nicht besonders kraftvoll dreht2.

1.0
Tafelqualität

Sehr grätenreiches und weiches Fleisch, das als Speisefisch kaum geschätzt wird1.

1.0
Verwechslung

Durch den scharfen Kielbauch, das oberständige Maul und die großen Brustflossen ist die Ziege fast unverwechselbar4.

1.5
Schutz

Ganzjahresschutz in Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. In den übrigen Ländern Schonzeiten und Mindestmaße.

Fischereirecht

Schonzeiten und Mindestmaße

Übernommener Datenstand: 10. August 2026.

Bitte vor dem Angeln prüfen

Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.

BundeslandMindestmaßSchonzeitHinweisBeleg
Baden-WürttembergKeine AngabeKeine Angabe
BayernKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BerlinKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BrandenburgKeine AngabeGanzjährig geschütztQuelle
BremenKeine AngabeKeine Angabe
HamburgKeine AngabeKeine Angabe
HessenKeine AngabeKeine Angabe
Mecklenburg-VorpommernKeine AngabeGanzjährig geschütztBinnen + Küste ganzjährig geschütztQuelle
NiedersachsenKeine AngabeKeine Angabe
Nordrhein-WestfalenKeine AngabeKeine Angabe
Rheinland-PfalzKeine AngabeKeine Angabe
SaarlandKeine AngabeKeine Angabe
SachsenKeine AngabeKeine Angabe
Sachsen-AnhaltKeine AngabeKeine Angabe
Schleswig-HolsteinKeine AngabeKeine Angabe
ThüringenKeine AngabeKeine Angabe
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
EnglischEnglishziegeAuch: sabre carp
NiederländischNederlandstsjechAuch: mesvis
DänischDansksabelkarpe
NorwegischNorsk (Bokmål)sabelkarpe
SchwedischSvenskaskärkniv
FinnischSuomimiekkasärki
FranzösischFrançaisrasoirAuch: péléque
ItalienischItalianopeleco
SpanischEspañolpeleco
KroatischHrvatskisabljarkaAuch: kosalj
PolnischPolskicios
TschechischČeštinaostruha křivočaráAuch: ostruha

Nachvollziehbar

Quellen

Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.

  1. 1Wikipedia Ziege (Fisch)
  2. 2BfN Artenportrait Ziege
  3. 3Rote Liste Fische Brandenburg
  4. 4Fischlexikon Ziege/Sichling
  5. 5Simfisch Fischlexikon Ziege
  6. 6Österreichs Fischerei: Der Sichling
  7. 7www.gesetze-bayern.de
  8. 8www.berlin.de
  9. 9angelmagazin.de
  10. 10www.lallf.de
  11. 11Wikipedia

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