Fischart
Dreikantmuschel
Dreissena polymorpha
Die Dreikantmuschel lebt am liebsten in langsam fließenden und stehenden Gewässern wie Seen, Kanälen und großen Flüssen1. Mit klebrigen Haftfäden, den sogenannten Byssusfäden, heftet sie sich fest a

Kleine, dreikantige Muschel mit auffälligem zebraartigem Streifenmuster, die bis etwa 4 cm groß wird1. Sie heftet sich mit klebrigen Fäden in dichten Klumpen an Steine, Boote und Rohre und filtert dabei das Wasser blank2. Eingeschleppt aus dem Schwarzmeerraum, gilt sie heute als sehr häufige, invasive Art in unseren Gewässern23.
Sicher erkennen
Erkennungsmerkmale
Die markierten Bereiche zeigen dir, woran du diese Fischart sicher erkennst.
Zebra-StreifenDreikantige FormHaftfäden
- Kleine, dreikantige Muschel bis etwa 4 cm
- Gelblich bis hellbraune Schale
- Auffälliges zebraartiges Streifenmuster
- Streifen oft gezackt oder gewellt
- Sitzt in Klumpen festgeheftet auf Steinen
- Klebrige Haftfäden an der Unterseite
Genau hinsehen
Verwechslungsgefahr
Die Quaggamuschel hat ein viel schwächeres Streifenmuster und eine rundlichere Form.
Die Körbchenmuschel ist rundlich-bauchig mit feinen Rillen und ohne Zebrastreifen.
Die Dreikantmuschel ist klein und dreieckig und heftet sich mit Fäden an Steine; Fluss- und Teichmuscheln sind viel größer und liegen frei im Boden.
Steckbrief
Lebensweise und Vorkommen
Lebensraum
Die Dreikantmuschel lebt am liebsten in langsam fließenden und stehenden Gewässern wie Seen, Kanälen und großen Flüssen2. Mit klebrigen Haftfäden, den sogenannten Byssusfäden, heftet sie sich fest an harten Untergrund wie Steine, Holz, Mauern, Boote und Rohre24. Sie kommt auch mit leicht salzigem Brackwasser zurecht und übersteht sogar kurzes Trockenfallen2.
Verbreitung
Ursprünglich stammt sie aus dem Gebiet um das Schwarze und Kaspische Meer und wurde 1824 erstmals in Deutschland in der Havel bei Potsdam nachgewiesen2. Über das Ballastwasser von Schiffen und durch Anheften an Schiffsrümpfe hat sie sich rasch über die Wasserstraßen ausgebreitet2. Heute ist sie in deutschen Seen und Kanälen fest etabliert und sehr häufig2.
Nahrung
Die Dreikantmuschel ist ein Filtrierer: Sie saugt Wasser ein und filtert daraus winzige Schwebeteilchen und pflanzliches Plankton heraus5. Eine einzige Muschel kann je nach Größe und Temperatur zwischen 2 und 287 Milliliter Wasser pro Stunde durchfiltern5. In großen Kolonien klären sie das Wasser sichtbar auf, entziehen damit aber auch anderen Tieren die Nahrung25.
Fortpflanzung
Zur Fortpflanzung geben Männchen und Weibchen ihre Geschlechtszellen einfach ins freie Wasser ab, wo sich die Eier befruchten6. Ein Weibchen kann pro Jahr 30.000 bis über eine Million Eier produzieren6. Von Ende Mai bis September treiben winzige, frei schwimmende Larven im Wasser, die sich nach einigen Tagen festsetzen und Haftfäden bilden6.
Angelwissen
Köder und Praxis
Die Dreikantmuschel ist kein Angelfisch, sondern eine festsitzende Muschel, die du höchstens als Bewuchs an Steinen, Stegen oder am Anker findest2. Wichtig fürs Gewässer: Reinige und trockne Boot, Kescher und Stiefel gründlich, bevor du das Gewässer wechselst, damit du die winzigen Larven nicht verschleppst6.
Auf einen Blick
Eigenschaften und Einordnung
Die sechs Werte fassen das Profil kompakt zusammen. 5 steht jeweils für eine starke Ausprägung.
Mit höchstens etwa 4–5 cm ist sie winzig1 — als Muschel sowieso kein Fang im klassischen Sinn.
In deutschen Seen, Kanälen und großen Flüssen flächendeckend etabliert und massenhaft anzutreffen2.
Eine festsitzende Muschel ohne jeden Drill — kein Zielfisch für die Angel.
Wird in Deutschland nicht als Speisemuschel genutzt und gilt nicht als Tafelgut2.
Das Zebramuster ist markant, aber gegenüber der ähnlichen Quaggamuschel braucht es einen genauen Blick aufs Streifenmuster1.
Kein besonderer Schutzstatus.
Fischereirecht
Schonzeiten und Mindestmaße
Übernommener Datenstand: 10. August 2026.
Vorschriften können sich ändern und zusätzlich vom Gewässer oder Fischereiberechtigten abhängen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stelle und dein Erlaubnisschein.
| Bundesland | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bayern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Berlin | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Brandenburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Bremen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hamburg | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Hessen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Niedersachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Rheinland-Pfalz | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Saarland | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Sachsen-Anhalt | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Schleswig-Holstein | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
| Thüringen | Keine Angabe | Keine Angabe | – | – |
Reise-WörterbuchDer Begriff in zwölf Sprachen
Nachvollziehbar
Quellen
Datenstand des Lexikon-Eintrags: 10. August 2026.
- 1Neobiota NRW — Zebramuschel Kurzbeschreibung
- 2Anglerverband Niedersachsen — Artsteckbrief Zebramuschel
- 3Edelkrebsprojekt NRW — Dreikantmuschel
- 4Wikipedia — Wandermuschel
- 5Tierenzyklopädie — Wandermuschel Steckbrief
- 6Animalia — Wandermuschel Fakten
- 7NABU Baden-Württemberg — invasive Dreikantmuscheln
- 8Wikipedia